Isolation Years - Sign, sign

Isolation Years- Sign, sign

Stickman / Indigo
VÖ: 27.04.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Heilsarmee

Auf "It's golden" und "Cover the distance" hätte man meinen können, dass die schwedischen Gänseblümchenpflücker der Isolation Years ihre Bestimmung durch Gottes Gnaden mit aufopferungsvollen Dankesbekundungen an den Wahrhaftigen persönlich ausgleichen wollen. Kleine Gebete in Form von eingängigen Popliedern, die man als Ohrwurm, aber auch als durchdachte Missionierung verstehen konnte. "Alles nur Provokation" lautet die verschmitzte Antwort von Sänger Jakob Nyström. Die Leute mal mit ungefilterter Religiosität schocken? Mit dem Allmächtigen im Bunde sein? Provokation?

Wie auch immer diese Zwickmühle auszuklamüsern ist: "Sign, sign" beginnt mit dem Satz "Jesus was an albino child" und einem waschechtem Flötensound, der vom Kirchenchor der Heimatgemeinde eingespielt worden sein könnte. Das tut zwar nicht in den Ohren weh, mutet aber doch ziemlich zwanghaft an. Da solche Zitate in jedem Song zu bestaunen sind und diese Rezension mit Interpretationen füllen könnten, sparen wir uns weitere Querverweise und blicken endlich auf die musikalische Wasserteilung, die der immerhin schon vierte Langspieler der Isolation Years anpeilt.

Luftig und locker perlen sich die zwölf freundlichen und fröhlichen Liedchen an die Kette. Folk-Pop lautet das Losungswort. Live eingespielt und ohne überflüssige Kaschierungen wirkt der Sound auf "Sign, sign" frischer und direkter, als beim eher mechanisch durchdachten Vorgänger. Viel Platz bleibt für die immer im Vordergrund stehende, herzenswarme Stimme von Nyström. Der Bass hüpft fidel, das Schlagzeug schwingt vor sich hin, und die Gitarren sind mal elektrisch verstärkt, mal akustisch verklampft. Lediglich das Instrumental "Mostroems instrumental" ragt mit schönen Keyboardsounds aus dem Leitmotiv von "Sign, sign" heraus.

Gewöhnungsbedürftig sind die kleinen Songs von Isolation Years niemals. Schon beim ersten Hören wird man von solcher Wärme in Empfang genommen, dass man freudig erregte Luftküsse verschenken will, im Takt mitwippt und sich am Leben erfreut. Dass man mit diesem Bonus leider keine überdurchschnittlich gute Platte abliefert, sondern den wundervollen Belle & Sebastian bestenfalls in deren Schatten begegnet, bleibt der bittere Beigeschmack. Und wer im Schilf des Covers religiöse Zeichen entdeckt, hat die Botschaft der Band nicht verstanden.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Sign, sign
  • Soldiers on leave

Tracklist

  1. Albino child
  2. Landslide
  3. That's all there is
  4. Mostroems instrumental
  5. Daddy I'm a pilgrim now
  6. The monastery waits
  7. Say-nothing day
  8. The way wasn't me
  9. A lonely view
  10. Sign, sign
  11. Lugnet
  12. Soldiers on leave

Gesamtspielzeit: 38:58 min.

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User Beitrag
onomato
2006-12-14 11:35:33 Uhr
ach, ich meinte natürlich nicht "Isolation Years" sondern "Inland Traveller" - super Einstieg mit "Talking Introduction" und dann einem der besten Schwedenpopsongs aller Zeiten "Talking Backward Masking Blues"
Scoundrel
2006-12-14 11:21:15 Uhr
hach! die hatte ich schon wieder vergessen; "Hemisphere" war super!! Und auch sonst hatten die ein paar sehr schöne Songs!!
onomato
2006-12-14 11:19:06 Uhr
passt. Eh eine eher unterschätzte Band, aber "Isolation Years" und das letzte Album waren richtig super. Muss man halt mögen, diesen eher pathetischen Pop.
virginia
2006-12-14 10:38:16 Uhr
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