Listen


Banner, 120 x 600, mit Claim

Sister Vanilla - Little pop rock

Sister Vanilla- Little pop rock

Chemikal Underground / Rough Trade
VÖ: 30.03.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Just like honey

"Psychocandy"! Der Name einer Sturmflut, eines Wirbelwindes, der die britische Popmusik in ihrer Grundausrichtung umkrempeln sollte. Manisches Industriestampfen und Fräsengeschrei paarten sich mit himmlischen Harmonien, Feedback-Krawallen unterlegten schimmernde Melodien. Die Time Out schrieb: "Wie die Hit-Kollektion der Beach Boys mit einer Kreissäge im Hintern." Das Jahr 1985 trocknete den Durst nach The Velvet Underground, hobelte stumpfsinnigen Pop mit künstlerischer Extravaganz. The Jesus & Mary Chain waren erschienen. Und die Popwelt stand Kopf.

Sister Vanilla, eines der aktuellen Projekte des Brüderpaares Jim und William Reid, dem Genius hinter The Jesus & Mary Chain, geht in diesem Kosmos auf. Gemeinsam mit Schwesterherz Linda, die ihr zartes Stimmchen auch schon auf "Munki" verewigte, dem letzten Album von The Jesus & Mary Chain, veröffentlicht die schottische Familienbande nun endlich auch in Europa das evident an Vergangenes anlehnende "Little pop rock". Bereits 2005 ausgerechnet in Japan erschienen, ist die Vielzahl der Songs zwar kein Geheimnis mehr, doch endlich eine handfeste Bereicherung auf Polycarbonat.

Traurig klimpert die Eröffnung "Pastel blue" mit dissonanter Gefälligkeit, das energetische "Jamcolas" glänzt mit stoischem Schlagzeugbeat, schrillen Gitarrenklängen und einem Duett von Jim und Linda - wie so häufig auf "Little pop rock". Im Vordergrund stehen heilsam schöne Melodien, die sich über verhalten verstörendes Gitarrenspiel legen. Hauptsächliches Charakteristikum bleiben Lindas Stimme, die sich den seligen Gesang Nicos zur Brust nimmt und ihr Glück geschätzte fünf Oktaven höher sucht, sowie klirrende Gitarrenklänge, die sich dissonant über diverse Akkordfolgen hinweg aufrecht halten.

Die trocken rockende Single "Can't stop the rock", das abgehangene "What goes around" oder das wunderbar eingängige "K to be lost" sind die großen Gewinner dieser Platte, die erschreckend häufig an The Velvet Underground erinnert, niemals aber auch nur annähernd den Stachel so tief in die Wunde drücken kann. "Little pop rock" ist eine wunderbare kleine Ode an ein vergangenes Musikideal. Ein Liebesbekenntnis, ein hübsches Auflodern. Diese Welt wird mit "Little pop rock" nicht aus den Angeln gehoben. Aber sie wird daran erinnert, dass eine solche Macht einst bestand. 1985.

(Christian Preußer)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Can't stop the rock
  • What goes around
  • K to be lost

Tracklist

  1. Pastel blue
  2. Jamcolas
  3. Slacker
  4. Delicate
  5. Can't stop the rock
  6. Kissaround
  7. What goes around
  8. K to be lost
  9. Angel
  10. Down
  11. Totp
  12. The two of us

Gesamtspielzeit: 42:10 min.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify