Shitdisco - Kingdom of fear

Shitdisco- Kingdom of fear

Fierce Panda / Cargo
VÖ: 20.04.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Robocops

Auf manche Platten muss man sich nur vernünftig vorbereiten, dann klappt das schon. Es war zum Beispiel nicht Deichkinds Schuld, dass die Hörer ihrer Zwangsjackentechno-Bombe "Aufstand im Schlaraffenland" keine oberkörperfreien, Bierbong schleudernden Sofasurfer waren; mit etwas mehr Training im Vorfeld hätte man sich durchaus an die Umstände des Albums anpassen können. Genauso wenig lassen sich Shitdisco zur Verantwortung ziehen, sollte irgendjemand behaupten, ihre erste Platte "Kingdom of fear" sei stumpf, dumm, flach, zurückgeblieben oder stumpf. Zur richtigen Einstimmung wäre ja auch möglich gewesen, sich alle "Hot shots"-Filme, ein paar Stunden DSF-Nachtprogramm und, damit gar nichts mehr schief gehen kann, die gesammelte "Police academy"-Reihe anzusehen. Shitdisco wären dann auch nicht spitzer, schlauer, hügeliger oder fortgeschrittener. Das Album des Jahres würde man ihnen aber nicht mehr absprechen wollen, das ist doch klar.

Sagen wir also, ohne verraten zu wollen, was hier gestern los war: Shitdisco haben das Album des Jahres gemacht, wenn man nur lange genug Privatfernsehen geguckt hat. In Glasgow wohnte diese Truppe, bis sie wegen allzu fester Feiereien auf der Straße landete. Ihre spontan anberaumten Shows spielte sie fortan in U-Bahnschächten. Von New Rave sollte man in ihrem Zusammenhang bitte trotzdem nicht sprechen - weniger allerdings, weil sie wie die Klaxons mit geradeso hingebogenem Hauptschulabschluss klingen, obwohl alle Beteiligten in früheren Leben Kunststudenten waren. Eigentlich es am besten, über ihre Musik überhaupt nicht zu sprechen und sich lieber vor den fahrenden Bus zu werfen. Dann muss man auch nicht mehr merken, wie hinreißend bescheuert "Kingdom of fear" eigentlich ist.

Alles klingt gleich? Ist nicht schlimm. Alles schon mal gehört? Ist egal. Alles nahe am Wahnsinn? Kann sowieso nicht schaden. Gleich im ersten Lied geht es um Kung-Fu und Erektionen, neben ein paar anderen Sachen. Die Gitarren blitzen und blinken dazu genauso Strobohobo-mäßig wie die Lichtanlage im nächsten Schranztempel. "Disco blood" schüttelt sich wenig später mit überzeugender Argumentation zur Mottomusik der ganzen Platte hoch, und die Schlachtrufe fliegen zusehends tiefer. Es wird also doch noch alles gut mit "Kingdom of fear". Würde "OK" am Ende nicht dieses sehr gemein zerfledderte Gitarrensolo vorzeigen, wäre auch niemandem mehr aufgefallen, wenn Shitdisco dreimal ihre ersten vier Songs gespielt und das dann Debütalbum genannt hätten. Wenn die Leute einfach nicht so genau hinhören würden, wäre so viel so viel einfacher.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • I know Kung Fu
  • Disco blood
  • OK

Tracklist

  1. I know Kung Fu
  2. Reactor party
  3. Disco blood
  4. 72 virgins
  5. Dream of infinity
  6. 3D sex show
  7. Love of others
  8. Another
  9. OK
  10. Fear of the future

Gesamtspielzeit: 37:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Harald
2009-06-30 00:13:57 Uhr
Die haben sich anscheinend aufgelöst. Schreibt zumindest die Intro.
booster
2009-06-29 22:39:08 Uhr
gibts von denen eigentlich mal was neues?
dionisio
2007-07-26 19:26:26 Uhr
ich guck mir den haufen heut zum 3ten mal an. macht immer ganz schön spass.
Armin
2007-07-26 19:22:38 Uhr
Nicht nur bei der Tour de France wird gedopt! Auch Schlagzeuger von High Speed Post Punk Bands bevorzugen während einer Tour leistungsfördernde Mittel. Doch auch dabei sollte man sich nicht erwischen lassen…



Das missglückte Darren, dem Drummer der New Rave Sensation SHITDISCO, bei ihrem Aufenthalt in Heidelberg am Montagabend, allerdings gründlich. Bei einer „Routinekontrolle“ fanden Polizeibeamte bei Darren zwei Pillen (unbestimmter Wirkung) sowie ein Gramm Speed. Glücklicherweise ist der gemeine Heidelberger Polizist ein cooler einer, so dass Darren zwar mit zur Wache musste, aber dort gegen Zahlung einer Strafe von 250 Euro sofort wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Darrens größte Sorge konnten die Polizisten auch noch vor Ort zerstreuen. Der „Dopingsünder“ muss nicht mit weiteren Konsequenzen, etwa bei der Einreise in die USA, rechnen.



Und er muss auch nicht mit einem Tourausschluss rechnen, so dass Darren auch bei den noch kommenden SHITDISCO Gigs in Deutschland die Schießbude bedienen wird:



26.07.07 Frankfurt / Main, Cookys Club

27.07.07 Berlin, Berlin Festival

28.07.07 Dortmund, Juicy Beats Festival

18.08.07 Hoyerswerda, Populario Festival
Armin
2007-03-13 16:00:00 Uhr
Das neue Album von Shitdisco - Freunde und Seelenverwandte der Klaxons - und Wegbereiter eines Stils und eines Lebensgefühls, bringt in UK die Clubs zum Bersten.


"Dass ein solches Inferno daraus werden würde, überrascht dann doch. (...)
Der Sturm kann kommen." - Intro 03/2007




SHITDISCO on Tour:

Präsentiert von Intro & Myspace

15.05. München - Ampere
17.05. Frankfurt - Cooky
18.05. Berlin - Magnet
19.05. Köln - Gebäude 9
20.05. Hamburg - Uebel&Gefaehrlich

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