Panda Bear - Person pitch

Paw Tracks / Cargo
VÖ: 30.03.2007
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10

The life aquatic
Wer noch nicht der Meinung verfallen ist, dass Spiegel Online von der BILD unterwandert und zum Revolverblatt umgekleidet wurde, hat vielleicht Anfang des Jahres mal versehentlich aufs Wissenschaftsressort der Seite geklickt und dort die bizarren, wunderschönen Tierfotos gesehen - geschossen von ein paar Tiefseetauchern, die mordsmäßig lange die Luft anhalten können. Sehr tief unter Wasser gibt es tatsächlich Viecher, die noch viel abenteuerlicher, grotesker und bescheuerter aussehen, als Wes Anderson sich das jemals vorstellen könnte. Nur einen musizierenden Panda haben die Fotografen nicht knipsen können, und das ist doch ziemlich unglaublich, wenn man's mal genau nimmt: Noah Lennox (half Animal Collective, half Panda Bear, half amazing) schnorchelt schließlich schon ziemlich lange da unten rum. So lange, dass er jetzt die musikalischen Ablenkungsmanöver seines zweikommafünften Soloalbums "Person pitch" fertig gekriegt hat.
"Comfy in nautica" heißt das erste Stück darauf, und das geht völlig in Ordnung, obwohl es eigentlich klingt, als hätte ein Arzt zu Brian Wilson gesagt, er möge bitte langsam von Zehn herunterzählen. "Take pills" ist das Lied danach, rät aber doch davon ab, irgendetwas einzuwerfen. Seine betäubte Euphorie erinnert an "Die Frauen von Stepford" und festgefrorene Botoxgesichter. Sie krabbelt einem eher unberuhigend am Bein hoch, als dass sie wirklich ansteckend wäre. Wie gut deshalb, dass der Song am Ende von einem Güterzug überfahren wird. Trotzdem: Irgendwas hat diese Platte vor, irgendwo will sie hin. Also immer schön treudoof hinterher.
Wo schon gerade so emsig mit Drogen assoziiert wird: Einmal während seiner zwölf gut gestretchten Minuten macht "Bros" Anstalten, in ähnliche Selbstauflösungsprozesse zu verfallen wie seinerzeit Lou Reeds "Heroin". Am Ende landet es aber doch weich, weil hier überhaupt alles so weich ist, dass auch noch die eigene Birne wird. Lennox ist gerade von Amerika nach Lissabon gezogen. Vielleicht spielt er deshalb diesen verschwommenen Sonnenscheinpop, der einem das Herz nicht gerade warm hält und so sehr poppig nun auch wieder nicht ist. Sowieso dringendere Fragen: Hat das Schlagzeug überhaupt noch Puls? Kann man durch die Harmoniegesänge durchgucken? Ist Lennox' Vater Glaser von Beruf? Und nimmt der irgendwann mal diese verfluchte Pandamaske ab?
"Good girl/Carrots" gibt Teilantworten, kostet fünf Minuten lang seinen wuchtigen Tribalbeat aus und hängt dann noch einen dieser Songs mit Morphiumspitze im Arm dran. Das Ende schließlich zerfließt vollends, irgendwo zwischen klammen Klavierakkorden und jener Maschine, mit der Radiohead Thom Yorkes Stimme auf "Kid A" manipuliert haben. Die Beach Boys unter dem Meer, das ist trotzdem näher an der Wahrheit. Man guckt ohnehin längst ein bisschen debil und krault mit dem Panda gegen den Strom. Einen Moment noch, dann schwimmt Homer Simpson vorbei und schiebt sich ein paar Krustentiere rein.
Highlights
- Take pills
- Good girl/Carrots
Tracklist
- Comfy in nautica
- Take pills
- Bros
- I'm not
- Good girl/Carrots
- Searching for delicious
- Ponytail
Gesamtspielzeit: 45:36 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
User | Beitrag |
---|---|
Dubioso |
2011-05-03 17:33:02 Uhr
In Bros quatscht ne Stimme zum Schluss immer wieder einen Satz. Könnte das mal jemand für mich übersetzen? |
Frage? |
2011-05-03 17:32:10 Uhr
Was ist denn die Frage?? Blättere doch nicht zurück... |
Dubioso |
2011-05-03 17:28:57 Uhr
Keine Antwort? Irgendjemand von euch wird es doch wohl wissen ;) |
fffffff |
2011-05-01 19:41:43 Uhr
Zum einen war mein Satz etwas kaputt, zum anderen kam mir die neue SAeite sehr gelegen. ;) Würde sich nun jemand erbarmen mir die antwort zu geben?! |
@fffffff |
2011-05-01 19:39:23 Uhr
Ich glaube du wolltest nur unbedingt der letzte auf der vorigen und der erste auf dieser Seite sein, damit dich auch ja jeder bemerkt. |
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Referenzen
The Beach Boys; Brian Wilson; Animal Collective; Wooden Wand & The Vanishing Voice; Feathers; The Microphones; The Very Best; The Flaming Lips; Nobody & Mystic Chords Of Memory; Swan Lake; Beach House; Grizzly Bear; Liars; Syd Barrett; Women & Children; Six Organs Of Admittance; Godspeed You! Black Emperor; The Velvet Underground; The Gris Gris
Surftipps
- http://www.paw-tracks.com/edit/artistsEdit.htm#panda
- http://fat-cat.co.uk/fatcat/artistInfo.php?id=115
- http://www.myspace.com/rippityrippity
- http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/33859437
- http://www.tinymixtapes.com/Panda-Bear,3104?var_recherche=pa nda%20bear
- http://en.wikipedia.org/wiki/Panda_Bear_%28musician%29
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