Aprildaze - Soma

Aprildaze- Soma

NetMusicZone / Zomba
VÖ: 09.04.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Wider die Leitkultur

"Gutes aus deutschen Landen" - während dieses Prädikat inzwischen in vielen Bereichen seine Berechtigung verloren hat, erlebt feingeistige Pop-Musik hingegen derzeit eine Renaissance in unseren Breitengraden. Von Blackmail bis Slut: Es tut sich was in der Heimat. Gut ins Bild passen da Aprildaze aus Remscheid, die mit ihrem Erstling "Soma" manchen Kulturkritiker zum Schweigen bringen werden. Irgendwo zwischen Brit-Pop und Post-Grunge werden die Zelte aufgeschlagen und ein Dutzend Heringe fest im luftigen Acker der Gegenwart verankert.

"Soma", die perfekte Droge aus Huxleys "Brave new world", ist der Anspruch: Wohlgefühl sofort und ohne Nebenwirkungen. Das Gefühl, sich einfach treiben zu lassen: "Stop and go / Just part of the flow" (aus "Inside") beschreibt die Atmosphäre, die über zwölf Stücke zelebriert wird. Aprildaze bemühen sich gar nicht, ihre Vorbilder zu verleugnen, sie vermischen ihre Einflüsse und erzeugen einen Cocktail aus eingängigen Melodien und abwechslungsreichem Gitarrenspiel. In "This is art" gibt das Quartett einen Einblick in seine Arbeitsweise: "This is art / Created by life and time / And the way things turn". Mit schlafwandlerischer Sicherheit nehmen sie den Hörer mit auf die Reise durch den Kosmos ihrer Erfahrungen.

Die Qualität des Gehörten überwiegt dem Nachgeschmack, der durch das "Alles schonmal da gewesen"-Gefühl entstehen mag. Würden sie aus Großbritannien kommen, wären sie Mitte der Neunziger möglicherweise mit Lorbeeren überschüttet worden. Doch auch so berühren sie zumindest tief im Inneren eine Stelle, die die Erinnerung an eine schöne Zeit zurückbringt, als es die höchste Auszeichung war, intelligente Songs zu schreiben, die mit den einfachen Mitteln von Rock und Pop direkt auf das Herz abzielen.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Inside
  • Nothing
  • Easy

Tracklist

  1. Inside
  2. Any distance
  3. Gyro horizon
  4. This is art
  5. Disenchanted
  6. Nothing
  7. Watching the walls
  8. Easy
  9. Dead end streets
  10. Shimmer
  11. Coming down
  12. Everybody's happy now

Gesamtspielzeit: 53:05 min.

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