Peter von Poehl - Going to where the tea trees are

Peter von Poehl- Going to where the tea trees are

Herzog / Edel
VÖ: 30.03.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Morning has broken

Es ist endlich geschehen: Peter von Poehl veröffentlicht sein Debütalbum! Warum keiner ausgerechnet darauf gewartet hat? Weil von Poehl zu der bemitleidenswerten Rasse der notorisch Unterschätzten gehört. Zunächst Tour-, dann Studiomusiker, auch helfende Hand am Mischpult, hatte der Schwede sein eigenes kreatives Talent eher der Unterdrückung als der Veröffentlichung preisgegeben. Der leise vor sich hin pfeifende Schwede könnte schon längst zu den Größen der europäischen Pop-Folk-Szene zählen. Aber vielleicht ändert sich das schnell.

Denn sein Song "Going to where the tea trees are" hat mittlerweile einen beachtlichen Karriereaufstieg hinter sich: Zunächst in einer französischen Radiosendung gespielt, ließen neugierige Hörer die Drähte des Senders heißlaufen. Kurze Zeit später hörte ein amerikanischer Produzent von dem Song, die Blog-Szene wurde aufmerksam. Plötzlich konnte sich Peter von Poehl vor Bestellungen der Single über seine Homepage nicht retten. Nun erfreuen solche Geschichten nicht nur das Gemüt, sondern schlagen weitere Wellen. "Was ist das für ein Song?"

"Going to where the tea trees are" ist ein phantastischer Song. Ein Song, der so lieblich vor sich hintröpfelt, der eine ohnmächtigschöne Melodie hat, der eines der zärtlichsten Saxophonsoli der Musikgeschichte aufweisen kann und der, an dieser Stelle muss ausnahmsweise die Pressemitteilung zitiert werden, tatsächlich so klingt, als wäre er "in einem Iglu aufgenommen". Es ist ein Song, der nur schwerlich vergessen werden kann. Das Album kann ab dem letzten erklungenen Ton dieser wunderschönen Eröffnung natürlich nicht mehr mithalten. Aber immerhin fast.

Denn Peter von Poehl kann sein gesegnetes Talent auch in den restlichen elf Songs nicht gänzlich verbergen. Zart, bedacht, glücklich und federleicht reihen sich schöne Songs wie "Travelers", "Scorpion grass" oder "Little creatures" in die Reihe glückspendender Perlen ein. Eine komplexe und kaleidoskopische Schönheit umschleicht seine Lieder, die man auf sich wirken lassen sollte. Von Poehls hohe Stimme schwebt erhaben über die Anmut seiner Songs, immer zwischen großer und großartiger Melodie. Wo war dieser Mann nur so lange?

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Going to where the tea trees are

Tracklist

  1. Going to where the tea trees are
  2. Tooth fairy
  3. Travelers
  4. Virgin mountains
  5. A broken sceleton key
  6. Global conspiracy
  7. Scorpion grass
  8. The story of the impossible
  9. Tooth fairy part II
  10. The lottery
  11. Little creatures
  12. The bell tolls five

Gesamtspielzeit: 40:10 min.

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