The Jai-Alai Savant - Flight of the bass delegate

The Jai-Alai Savant- Flight of the bass delegate

City Slang / Rough Trade
VÖ: 05.04.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ping Pong

Ein dreifach donnerndes Hallo für die Band mit dem beklopptesten Namen im Archiv von Plattentests.de. The Jai-Alai Savant (die angebliche Aussprache: Hi A-lai Savant) ist ein Sport, der jährlich etwa drei Menschenleben fordert, dem Squash-Spiel ähnelt und mit Sicherheit total spaßig ist. Wie eben jedes Spiel um Leben und Tod. Das Debütalbum "Flight of the bass delegate" dieser sportlich versierten Band hat mit diesem Angriff auf den Adrenalinspiegel allerdings ziemlich wenig am Hut. Denn gefährlich ist es nie. Lediglich anstrengend. Und nur einmal bis auf die Unterhose durchgeschwitzt.

Und dies auch schon nach knapp zehnminütiger Spielzeit. "Scarlett Johansson why don't you love me" heißt der schon etwas länger bekannte Hit und bringt mit dem Titel die Depressionen aller männlichen Wesen zwischen 14 und 79, zwischen Hawaii und den Fidschi-Inseln, auf den Punkt. Doch leider geht es im Song gar nicht um die schöne Blonde. Und eigentlich wurde er auch nur geschrieben, damit Johansson höchstpersönlich von der Band hört. Das ist schon clever, muss man sagen. Nur den Sinn, den findet man bei "t" wie "trivial", in der untersten Schublade. Was gar nicht schlimm ist, denn selbst Rezensenten lassen sich entgegen ihrer Gewohnheit zu anerkennendem Nicken hinreißen.

Musikalisch schwebt die ganze Geschichte zwischen Dub, Reggae, aufgewärmten Punkattitüden und einer ordentlichen Portion Relaxtheit durch den Raum. Und auch die vielfach aufgeworfenen Vergleiche mit The Police treffen zu. Herzlichen Glückwunsch! Dass ausgerechnet die Lockenköpfe Omar und Cedric von The Mars Volta an diesem ganzen, auf den ersten Blick eher irritierendem Soundsumpf Gefallen finden können, leuchtet erst auf den zweiten Blick ein. Nämlich genau dann, wenn man die angenehm eindringliche Stimme von Sänger Ralph Darden auf sich wirken lassen, sich den ganzen überflüssigen Schlacken entwinden und die Songs als Einheit sehen kann.

Dann beginnt "Flight of the bass delegate" sogar streckenweise Spaß zu machen. Etwa dann, wenn der Off-Beat in "Sugar free" kurz vor der Implosion steht, wenn im skatrunkenen "The low frequent sea" die "Englishman in New York"-Klarinette erklingt oder man bemerkt, dass "When I grow up" ein ganz normaler Tanzflächenfüller ist, der auch ohne Long Island funktionieren kann. Dass "Flight of the bass delegate" schwächer ist als sein Ruf, ist zwar nicht zu leugnen. Dass The Jai-Alai Savant mit ihrem Debütalbum kurzweilige Unterhaltung abliefern, kann man dennoch als Kompliment verstehen.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Arcane theories
  • Scarlett Johansson why don't you love me
  • When I grow up

Tracklist

  1. Datamassagana
  2. Arcane theories
  3. Scarlett Johansson why don't you love me
  4. White on white crime
  5. The low frequent sea
  6. When I grow up
  7. Transmission from the delegate
  8. 30's in the thousands
  9. Sugar free
  10. Murder pon the dancehall pt. II
  11. Transmission from the delegate pt. II
  12. Vengeful blade of the desperate
  13. Akebono

Gesamtspielzeit: 40:28 min.

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