Gods Of Blitz - Reporting a mirage

Gods Of Blitz- Reporting a mirage

BPX 1992 / Sony BMG
VÖ: 30.03.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

So richtig nett

Es ist die besondere Oberflächenstruktur von Mentos-Drops, an der die Kohlensäure hängen bleibt, sich sammelt, und die so dafür sorgt, dass Colaflaschen übersprudeln. Mit Gods Of Blitz verhält es sich ähnlich mit Blick auf Kalauer. Kaum eine Rezension blieb zuletzt nicht an den Steilvorlagen des Bandnamens oder des Albumtitels "Reporting a mirage" hängen. Der überschäumende Schalk im Nacken drehte alles durch den Wortspielwolf, um daraufhin zu erkunden, wie blitzgescheit oder göttlich die Musik der vier Berliner denn nun sei. Und auch wenn der Witz inzwischen so abgestanden schmecken mag wie schale Brause: Von einer Blitzkarriere darf man bei ihnen tatsächlich sprechen. Es ging rasend schnell. Die Band war kaum gegründet, da war sie schon mit einem beachtlichen Plattenvertrag ausgestattet, hatte ihren Erstling "Stolen horse" eingespielt, mit "The rising" und "Greetings from Flashbackville" zwei respektable Hits gelandet und sich die Hacken blutig getourt - nicht zuletzt als Support für Maxïmo Park oder Wolfmother. Inzwischen kennen sie nahezu sämtliche Indieclubs und Festivalbühnen der Republik und sogar einige im Ausland.

Erstaunlich ist erstens, dass ihnen als deutscher Indierockband tatsächlich ein kleinerer Achtungserfolg im Ausland gelungen ist. Erstaunlich ist zweitens, dass sie neben dem Monster-Tourprogramm der letzten zwei Jahre noch Zeit gefunden haben, an neuen Songs zu tüfteln und ein neues Album zusammenzuschrauben. Mit "Reporting a mirage" wollen sie ihren steilen Raketenflug nun fortsetzen. Und die Chancen dürften nicht allzu schlecht stehen. Auch der Neuling versammelt ein Dutzend schmissig hingerotzter Rockkracher mit eingängigen Melodien, die keinen Hehl daraus machen, anderen Szenegrößen immens zu ähneln. Doch das kümmert keinen großen Geist, zumal Gods Of Blitz sich durchaus als gewitzte musikalische Langfinger erweisen, die den Songs bei allen Fremdanleihen trotzdem ihren eigenen Stempel aufdrücken.

In der durchaus hitverdächtigen ersten Single "New wave wipe-out" sägen sie augenzwinkernd am Ast, auf dem sie selbst sitzen, "I know that you know that I know" flitzt mit wieselflinkem Schwung vorwärts und wirbelt den Staub von der Fensterbank, "The human race" überrascht mit geschickten Rhythmusverschiebungen. Das Album macht Laune, hat Schmiss, ist von Torsten Otto (u.a. Beatsteaks) abermals schlackefrei und druckvoll produziert worden, hat einige schmissige Mitgröl-Refrains im Gepäck und dürfte schon in Kürze auf so mancher Tanzfläche in die Beine zucken. Jeder Song für sich genommen funktioniert mindestens gut, keine Nummer fällt merklich ab. Im vollen Dutzend wiederholen sich viele der Songstrickmuster schon ein wenig, sodass die Gleichförmigkeit nach mehrfachem Hören zu einer gewissen Gleichgültigkeit führen kann, wenn auch nicht muss. Nichtsdestoweniger ist "Reporting a mirage" eine vergnügliche Scheibe geworden, mit der Gods Of Blitz gute Chancen haben, die Erfolgsleiter national wie international noch ein Stück weit höher zu klettern. Und angesichts der bisherigen Entwicklung ist ihnen ja einiges zuzutrauen.

(Ole Cordsen)

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Highlights

  • New wave wipe-out
  • I know that you know that I know
  • The human race

Tracklist

  1. New wave wipe-out
  2. Reporting a mirage
  3. A life replica
  4. I know that you know that I know
  5. Security
  6. Modern creation
  7. Think about the missing link
  8. Just a hero
  9. Ennuie
  10. Times of paranoia
  11. Now
  12. The human race

Gesamtspielzeit: 37:58 min.

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User Beitrag
asd
2007-04-04 14:33:55 Uhr
was soll das werden? Sallys-Dauerwerbung? In jedem Thread...langsam nervts
stefan 285
2007-04-04 14:32:56 Uhr
Ich könnt über diese Band echt Stundenlang referieren , aber leider gibts exakt meine Meinung schon beim Unclesallys ^^
http://www.sallys.net/v1/Musik/Interviews/Detail/16343/Gods_Of_Blitz,Goetterdaemmerung/
keiner
2007-02-19 20:46:27 Uhr
n
ee, ick meene die gods of blitz. kenne echt keinen der so was hört. klingt auch irgendwie altmodisch
toifel
2007-02-19 20:15:34 Uhr
Wäre das die neue Single von einer der aktuell angehypten Bands (Bloc Party [9/10] o.ä.), würden sich alle drüber kaputtfreuen

nö. ziemlich dünn, irgendwie.
Strombuli
2007-02-19 20:05:15 Uhr
stattgegeben.
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