The Ponys - Turn the lights out

The Ponys- Turn the lights out

Matador / Beggars / Indigo
VÖ: 23.03.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Reiterstellung

Einige Bands können nie aus dem Schatten eines einzigen Songs hervortreten. Und wünschen sich insgeheim, diesen nie geschrieben zu haben. "Double vision", der Opener auf "Turn the lights out", könnte sich für The Ponys zu einem derartigen Fluch entwickeln. Er überstrahlt die restlichen Songs auf dem Silberling wie der Polarstern das Weltraumallerlei. Plötzlich greift einen dieses fiebernde Psychoriff an, die Basslinie tritt gemein in die Weichteile, und die Stimme von Jered Gummere zieht hallend ihre Rockspur, um dann mit ordentlich Drive in den Refain zu spurten. Ein Song, der Lust auf mehr macht. Auch wenn "Everyday weapon" gleich mächtig-dynamisch nachlegt, als hätte sich die Band Koffein intravenös verabreicht, dreht "Double vision" im Rockhirn seine Kreise und bleibt kleben wie sonst nur fiesester künstlicher Kaugummi.

Mit schwitzendem Drecksrock, in jeder Pore schmutzig, melden sich The Ponys aus Chicago zurück. Das von Steve Albini in Windeseile produzierte Zweitwerk "Celebration castle" war mehr als nur ein Coolness-Beweis, sondern ein kleiner rumpelnder Rock-Bastard mit ordentlich Endzeitstimmung. Auf "Turn the lights out" wird nochmal eine ordentliche Schippe Noise nachgelegt. Hier ist nichts rein und glatt gebügelt, geschweige denn frisch gewaschen. The Ponys huldigen dem Gitarren-Riff der Marke Sonic Youth und zelebrieren eine Messe für den Erfinder des Verzerrers.

Nach dem fulminanten Einstieg schalten sie aber erstmal einen halben Gang zurück. "Small talk" lebt von elektrisierenden Gitarren und einer perlenden Drum-Beatbox. "Shine" mündet nach zerlumptem Mid-Tempo-Anfang in ein zweiminütiges Gitarren-Liebesgeständnis und fiebert mit glühendem Kopf seinem finalen Crescendo entgegen. Jeder Song röhrt und knarzt wie ein Hirsch, das Tempo wird nur manchmal, dann aber ordentlich, angezogen. The Ponys. Das ist Interpol ohne Anzug, The Cure ohne Kajal, The Thermals ohne Punk, The Strokes ohne New-York-Attitüde. Unrasiert und zerfetzt, mit vergammelten Hasenkostümen kraxeln sie sich über den Jahrmarkt der Eitelkeiten. Der siebenminütige Schlusstrack schreddert den ganzen Rotz nochmal zusammen. Fertig ist der Gassenhauer. Die Repeat-all-Funktion wurde trotzdem schon nach den ersten drei Minuten deaktiviert.

(Steffen Meyer)

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Highlights

  • Double vision
  • Everyday weapon
  • Shine

Tracklist

  1. Double vision
  2. Everyday weapon
  3. Small talk
  4. Turn the lights out
  5. 1209 seminary
  6. Shine
  7. Kingdom of hearts
  8. Poser psychotic
  9. Exile on my street
  10. Harakiri
  11. Maybe I'll try
  12. Pickpocket song

Gesamtspielzeit: 41:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Lätta
2007-06-12 19:57:09 Uhr
"Double Vision" ist doch stinklangweilig. Den schreibt jede Band in 10 Minuten.
"Poster Of Psychotic" ist der beste Sonic Youth Song, den Sonic Youth nie geschrieben haben.
reena
2007-05-28 11:15:16 Uhr
Allerdings, bin voller Vorfreude aufs Konzert!
steffen
2007-05-28 11:10:10 Uhr
jupp, grossartige gitarren, song des jahres vielleicht nicht, gehört aber auf jeden fall zu den Top 5 des Quartals...
Dan
2007-05-27 21:23:22 Uhr

Huh, gar kein Thread?
"Double Vision", der Opener der Platte, ist schonmal einer der Songs des Jahres!
Großartig die Gitarren!

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