Stone The Crow - Fitting the pieces

Stone The Crow- Fitting the pieces

22 Inc. / Soulfood
VÖ: 23.03.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 2/10

Bausparen

Es war einmal eine aufstrebende deutsche Rockband, die einen gesunden Kompromiss gefunden hatte: zwischen Härte und Gefühl, zwischen Rock und Elektronik, zwischen Aggression und Melodie. Stone The Crow aus Schwäbisch Hall rockten genüsslich und ohne nennenswerte Schwächen ihr Debüt "Daylight" und den Nachfolger "Year of the crow" ein. Statt solch immerhin verlässlichem Handwerk bot "Reduce to the max" 2003 aber eher Abschreckendes: Pathetische Gothicgrütze, stumpfe Riffs und überfrachtendes Knöpfchendrücken machten jedem Wohlwollen den Garaus.

Um aus dem digitalen Desaster zu lernen, ließen sich die Schwaben fünf Jahre Zeit. War der versuppte Vorgänger komplett am Rechner entstanden, erinnerten sich Stone The Crow für ihr viertes Album daran, dass Rock etwas Lebendiges haben darf. Die Verstärker müssen glühen vor Lautstärke. Es soll scheppern, wenn auf die Becken gehauen wird. Und dass die Gesten gar nicht groß genug sein können, guckte sich der Vierer bei Nickelback und 3 Doors Down ab. Nun ja. Ein jeder suche sich die passenden Freunde.

Gleich der Opener "Edge" gibt sich reichlich Mühe, aus Vielseitigkeit eine Tugend zu machen. Besinnliches Klavier, schmachtender Gesang, satte Gitarrenriffs, ausladendes Drumming. Ist seit Jahren nicht mehr spannend, tut aber wenigstens nicht weh. Ein echter Fortschritt, wenn auch keine Rückkehr zu alter Form. In den zwischen Nu Rock und Neogrunge aufgehängten Songs können Marc Stone und seine Mitstreiter ihr technisches Können demonstrieren. Und damit Basser Tom Schenk die Produktion von "Fitting the pieces" bei seinem Studium an der Pop-Akademie Mannheim vorzeigen kann, gibt's auch immer wieder ein paar neckische Tricks.

Wären jetzt die Songs nicht fast alle genauso bieder, wie sich das liest, könnte man sich dem Viertling der Württemberger beinahe unbeschwert aussetzen. Auf "Fitting the pieces" sollen sich zwölf weitgehend egale Einzelteile zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Da setzt es eben eingängigen Poprock mit "Healing", die finster dreinblickende Hymne "Skin" oder das muskelbepackte Effektnichts "All". Und in der dramatischen Schnulze "Lunar" auch noch so etwas wie Philosophie: "Whatever you may do / There'll be tomorrow." Ach! Wenn nicht mittendrin das überraschend bewegende "Them straight" lauern würde, hätte man die Puzzleteile längst schon in die Ecke gepfeffert. Vielleicht kommt ja doch noch etwas Brauchbares heraus.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Healing
  • Them straight

Tracklist

  1. Edge
  2. Honesty
  3. Healing
  4. Lunar
  5. Skin
  6. Why
  7. Strong
  8. All
  9. Them straigh
  10. Coming home
  11. Crush
  12. Drive

Gesamtspielzeit: 57:34 min.

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