The Others - Inward parts

The Others- Inward parts

Lime / Rough Trade
VÖ: 23.03.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Nummernrevue

Wer immer schon gerätselt hat, was "Street credibility" bedeutet, sollte mal bei Dominic Masters anrufen. Der Frontmann hat im Booklet einer der ersten The-Others-Singles seine private Telefonnummer publik gemacht und umgekehrt in seinem Handy mehrere tausend Telefonnummern von Mitgliedern des Fanclubs 853 Kamikaze Stagediving Division abgespeichert. Diese Form der intensiven Fanbetreuung, zu der auch improvisierte Guerilla Gigs unter anderem auf dem Zebrastreifen vor den Abbey Road Studios, in der Londoner U-Bahn oder auf einem Autoscooter in Leeds zählen, war dem NME im Jahr 2005 immerhin den John Peel Award For Musical Innovation wert.

Nun erklären öffentliche Gratiskonzerte für abgebrannte Fans, ein genereller Sinn für die Nöte der Enttäuschten und Mittellosen sowie energetische Liveshows zwar die Popularität der Band in britischen Untergrundkreisen, können aber nicht über eine wesentliche Schwäche von The Others hinwegtäuschen, die schon auf ihrem selbstbetitelten Debutalbum vor zwei Jahren auffiel: simpel gestrickte Songs, die zwar ihre lichten Momente besitzen, denen aber oft die wirkliche Durchschlagskraft und schlicht die besondere Note fehlt, um tatsächlich aufsehenerregend zu sein.

So entpuppt sich "Inward parts", das zweite Album der Band, auch nach mehrfachem Hören leider nur als Durchschnittsplatte einer weiteren englischen "The"-Band, die auf punkiges Gitarrengeschrammel und rotzigen Gesang setzt, dabei aber zumeist nichts zustande bringt, was man nicht woanders schon einmal ideenreicher, besser und auch mit mehr Raserei gehört hätte. Als Kernproblem von The Others erweist sich dabei ihr Sänger. Zwar kräht Frontmann Dominic Masters mit glaubwürdigem Engagement ins Mikro, und mit der Zeit gewöhnt man sich gar an sein quäkendes Geplärre. Dennoch trägt sein eindimensionales Organ im Verbund mit platten Texten nicht gerade zur Qualitätssteigerung bei.

Das fällt besonders bei "Desolate" auf, einer ziemlich verschmockt beginnenden Nummer, bei der er wie so oft nur Hooks à la "I've got an urge / I've got a feelin' / I'm on the floor / I'm on the ceilin'" hervorquetscht. Doch ist auch der Rest der Band nicht gerade ein Quell herausragender Ideen, wobei sich insbesondere Gitarrist Jimmy Lager Fleißkärtchen verdient, wenn ihm regelmäßig weder ein kleiner Solopart noch eine andere brauchbare Überleitung zum letzten Songdrittel einfällt. Und diese Kombination aus musikalischem Mittelmaß und Nicht-singen-Können wiegen dann auch die live zu erwartende größere Power und die authentische Haltung nicht mehr auf. Die Plattentests.de-Handynummer bekommt Dominic Masters jedenfalls fürs Erste nicht.

(Harald Jakobs)

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Highlights

  • The truth that hurts
  • Always be mine
  • Looking for a product

Tracklist

  1. The truth that hurts
  2. Guard my kind
  3. Always be mine
  4. Thick as thieves
  5. Looking for a product
  6. Desolate
  7. Why should I try?
  8. Watch it
  9. Got no money
  10. Probate

Gesamtspielzeit: 37:17 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
gt
2007-04-23 12:36:58 Uhr
köln wird bestimmt geil am donnerstag.
spam
2007-04-04 15:45:03 Uhr
Bitte gib doch einen Text mit Deiner Meinung ein!: spam
stefan 285
2007-04-04 15:42:16 Uhr
Dominic Masters vergibt seine Telefonnummer ?
http://www.sallys.net/v1/Musik/Interviews/Detail/16322/The_Others,Die_Rueckkehr_Des_oeffentlichen_Menschen/
steht da
kelle
2007-04-02 12:24:31 Uhr
26.Apr.2007 - Köln (Prime Club)
27.Apr.2007 - Hamburg (Molotow)
28.Apr.2007 - Berlin (Lido)
29.Apr.2007 - München (Atomic Cafe)
peppey paloma
2007-02-26 20:22:55 Uhr
so, ich hab mir mittlerweile die "inward parts" gekauft und schon 3 mal intensiv durchgehört.

mein fazit (bisher):

ein solider nachfolger, der an das debut leider nicht ganz rankommt.
die großen melodien sind spärlicher gesät als beim vorgänger, man vermisst etwas die power und energie des debuts und irgendwie ist der sound nicht mehr so "andersartig" (others hald), er geht eher in eine gewöhnlichere richtung. alles in allem kann ich mich aber schon mit dem album anfreunden.

bewertung: 7/10

1. the truth that hurts (9/10)
2. guard my kind (7/10)
3. always be mine (8/10)
4. thick as thieves (5/10)
5. looking for a product(7/10)
6. desolate (8/10)
7. why should i try (7/10)
8. watch it (6/10)
9. got no money (8/10)
10.probate (7/10)

meine highlights:

- the truth that hurts (ein verdammter hit)
- always be mine (schöne ballade mit tollem refrain)
- desolate (energiegeladener kopfnicker)

dem debut "the others" hätt ich übrigens ne 8/10 gegeben
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