Type O Negative - Dead again

Type O Negative- Dead again

Steamhammer / SPV
VÖ: 16.03.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Positive aspect of negative thinking

Plötzlich war da dieser Grabstein auf der Homepage, damals, im Mai 2005. "Peter Steele, Free at last, 1962 - 2005." Entsetzen in der Fangemeinde. Er wird doch nicht etwa Selbstmord ...? Großalarm in den einschlägigen Foren natürlich. Bis dann via Blabbermouth die Auflösung verbreitet wurde: Auf gewohnt bizarre Weise wurde lediglich das Ende des langjährigen Plattenvertrags mit Roadrunner gefeiert. Das ist eben der Unterschied zwischen Möchtegern-Düsterheimern und Type O Negative: Nur letzteren würde man eine solche Aktion bedenkenlos zutrauen.

Die New Yorker erfreuen sich also nach wie vor bester Gesundheit, aber immer noch schlechtester Laune. Vom Cover von "Dead again" starrt stechend Genosse Rasputin, der nun gerade eben nicht so bereitwillig die Horizontale einnahm, wie es seine Gegner gerne gehabt hätten. Derart ambivalent darf es gerne weitergehen. Nämlich zunächst mit einem Riff, für das Tony Iommi in Freudentränen ausbrechen würde, nur um danach in feinsten 70er-Düsterrock zu driften. So nahe waren Black Sabbath selten. Und bei "The profits of doom" (sic!) scheinen sie gar gleich mit im Studio gesessen zu haben. Blubbernder Lava gleich schlürfen sämige Riffs mit gefühlten 30 BPM durch die Landschaft, wie selbige alles mit sich reißend. Slow, deep and hard. Plötzlich Gaspedal, dann wieder voll in die Eisen. Sachte klimpernde Sitar, die galant die nur teilweise mit Tabak versehene Rauchware rüberreicht. Plötzlich ein Aufschrei. Verzweifelt. Zerrissen. Wenn Pete Steele voller Inbrunst "My soul's on fire!" herausbrüllt, will man sofort den Therapeuten holen.

Dann mit "September sun" eine zärtlich perlende Ballade. Die zwar durchaus ihre Eruptionen hat, aber am Ende immer noch zu den ruhigen Auftritten zählt. Ansonsten gewohnte Kost. Gewohnt hochwertig, dies nur fürs Protokoll. Dröhnende Riffs, düstere Keyboards, Steeles tiefergelegte Stimme. Auf der Verneigung vor toten Kollegen namens "Halloween in heaven" dann sogar lieblicher weiblicher Gesang von Tara VanFlower (Lycia). Katharsis geht genau so.

Pflichtphrase: Die Pause hat den Wahnsinnigen aus Brooklyn hörbar gut getan. Nur eins ist anders: Waren bisherige Platten bisweilen rezeptpflichtig, hat man am Ende von "Dead again" plötzlich gute Laune. Eigentlich kann das kaum im Sinne der doch ansonsten gepflegtes Angepisstsein verkörpernden Herren sein. Aber die Tendenz ist klar: Weniger unverhohlener Hass, dafür mehr Zynismus. Und - wie erwähnt - so viel Black Sabbath wie nie. Die reine, ungezügelte Aggression bleibt dem Gift und Galle sprühenden Rausschmeißer "Hail and farewell to Britain" vorbehalten. Es ist eine Abrechnung mit einem alten "Freund". Wer immer damit gemeint ist, er sollte froh über eine gewisse räumliche Distanz zwischen ihm und Brooklyn sein. Wir hingegen sind froh darüber, dass Type O Negative trotz diverser Homepage-Gags noch unter uns sind.

(Markus Bellmann)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • The profits of doom
  • Halloween in heaven
  • Hail and farewell to Britain

Tracklist

  1. Dead again
  2. Tripping a blind man
  3. The profits of doom
  4. September sun
  5. Halloween in heaven
  6. These three things
  7. She burned me down
  8. Some stupid tomorrow
  9. An ode to locksmiths
  10. Hail and farewell to Britain

Gesamtspielzeit: 77:29 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
toolshed
2010-02-12 23:36:21 Uhr
Amazon bietet sie aktuell für 4,97€ an. Lohnt sich, die ist stark!
Peter
2007-06-05 11:55:37 Uhr
War jemand gestern in Hamburg? Hab ja einiges von der Show gehört ...
kory clarke
2007-04-18 06:53:21 Uhr
Die Scheibe ist geil,ohne Frage.Die beste Type O Negative seid "Slow,Deep and Hard".Die Carnivore-Einflüsse sind deutlich,wurde aber auch Zeit.


Kann mich der Meinung anschliessen,dass "Retalliation" von Carnivore,Pete's Grosstat war.So einen hasserfüllten Batzen habe ich danach nie wieder gehört.

Eine Zeile von "Slow,Deep and Hard" hat sich bei mir für ewig in die Hirnrinde gefressen,wo Pete seiner Freundin,nebst neuen Stecher,die Lampen ausblasen will.

"...yeah,took some steroids and adrenalin,finlandia vodka,hallucinagens,mixed it with blood and orange juice,LIQUID PROTEIN(!!!)and ice cubes,staring down at your sweaty embraces,took my tool right through your faces,well bodyboy i hope you enjoyed her,cause i'm an equal opportunity destroyer..."
Wem ausser Pete nimmt das ab?:)
Pancake
2007-04-17 22:14:45 Uhr
They are back...finally
rudi
2007-03-23 21:34:24 Uhr
wow 82 Franken für Zürich ganz schön viel. :-(
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum