Joss Stone - Introducing Joss Stone

Joss Stone- Introducing Joss Stone

Virgin / EMI
VÖ: 09.03.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Eine Fliege und der Sommer

Es bleibt einer der unvergessenen Augenblicke der Brit Awards: Pünktlich zur zweiten Strophe von "Angels" schwebt ein wunderschönes, ganz in weiß gekleidetes Wesen an die Seite von Robbie Williams, stiehlt diesem die Show, zieht nicht nur sich selbst die Schuhe aus. Das walnussbraune Haar auf den Schultern, die Stimme zum Zerschmelzen. Die Älteren dachten an Janis Joplin, die Jüngeren an Liebe auf den ersten Blick. Der Name: Joss Stone. Der blühende Stern am Soul-Himmel, eine Hoffnung. Eine Überraschung. Denn die musikalische Heilsbringerin kann gar keine Lieder schreiben.

Zumindest keine Guten. Wurde ihr das toll groovende, von spannend arrangierten Coverversionen getragene "The soul sessions" noch aus der offenen Hand gerissen, schaffte das Nachfolgewerk "Mind, body & soul" zwar einen unglaublichen kommerziellen Absatz, irritierte jedoch mit überwiegend schwachen Eigenkompositionen der jungen Schönheit. Und weil eine gute Stimme noch lange keinen ernstzunehmenden Künstler ausmacht, hat die Zwanzigjährige mit ihrem dritten Album nun einen großen Brocken vor sich. Einen Brocken, der erschrecken lässt.

Und genau dies geschieht: Schreck. Nach dem ersten Hördurchgang von "Introducing Joss Stone" schwebt ein großes Fragezeichen über dem Kopf. So ist das dritte Werk nun endlich das Werk, auf welchem sie sich präsentieren, darstellen will. Doch geht dies, gemessen an den hohen Erwartungen, gehörig in die Hose. Da swingt sich Stone notdürftig und scheinbar lustlos durch die endlos scheinenden Minuten von "Girl they won't belive us", da hört man mit "Tell me what we're gonna do now" ein schrecklich belangloses Popstückchen, mit männlichem Sprechgesang und und äußerst langweiligem Refrain. An einigen Stellen ist das kaum auszuhalten. Und die Nähe zu unschönem Mainstream-Format-R'n'B wie etwa Destiny's Child längst nicht mehr zu leugnen.

Auch Lauryn Hill, die sich einen Gastauftritt in "Music" ergattern konnte, reißt das Ruder nicht mehr herum. Vielmehr bestürzt auch dieses Duett mit seiner bestenfalls durchschnittlichen Allwetterfront. "Introducing Joss Stone" scheint ein langwieriger Prozess zu sein, widmet man sich konzentriert dem nun dritten Versuch eines immer wieder angekündigten Debüts der jungen Engländerin. Doch wird es trotz der sicherlich unglaublichen Verkaufszahlen nicht viele Menschen geben, welche sich dieses Album konzentriert zu Gemüte führen können. Es wird beim Baden gehört, es wird bei McDonald's gedudelt, bei New Yorker in der Umkleidekabine zu hören sein werden. Und doch bleibt noch immer diese kräftige, mächtige, soulige, tiefgründige, erdige Stimme. Die einfach nicht ernstzunehmen ist.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Arms of my baby
  • What were we thinking

Tracklist

  1. Change (Vinnie Jones Intro)
  2. Girl they won't belive it
  3. Headturner
  4. Tell me 'bout it
  5. Tell me what we're gonna do now (feat.: Common)
  6. Put your hands on me
  7. Music (feat.: Lauyn Hill)
  8. Arms of my baby
  9. Bad habit
  10. Proper nice
  11. Bruised but not broken
  12. Baby, baby, baby
  13. What were we thinking
  14. Music (outro)

Gesamtspielzeit: 48:01 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2007-04-18 22:40:20 Uhr
O2 Music Flash mit Joss Stone live in München


Die Unbeschwertheit mit der Jocelyn Eve Stoker alias Joss Stone ihre Songs präsentiert ist beeindruckend. Erst vor zwanzig Jahren erblickte das englische Soul-Wunder das Licht der Welt – bereits 7,5 Millionen verkaufte Tonträger sind der deutliche Beweis für ihre erfolgreiche Karriere. Bei ihrem neuen Album »Introducing Joss Stone« ist sie im Gegensatz zu den zwei vorigen auch als Songwriterin und Producerin aktiv.

Eine angenehme Mischung aus warmem Soul, Seventies R&B und jazzigen Grooves und ihrer einzigartigen Stimme ist das Resultat. Stärkster Song ist auf jeden Fall »Put Your Hands On Me«. In diesem Stück geht es ums Zwischenmenschliche, um Liebe und Verlangen. Der Track kommt kreativ komponiert und ebenso umgesetzt daher, Joss Stones Stimme brilliert. Als Support-Act wird Maya Saban ihr neues Album »Hautnah« vorstellen – der o2 Music Flash lohnt sich also wieder doppelt!

Nichts bezahlen und trotzdem Einlass sichern? O.K.! Mit dem O2 Music-Flash-Alert bekommt man immer früher Bescheid und hat die Chance, sich den garantierten Einlass zu sichern. Jemanden mitnehmen? Kein Problem - ein Mobile Ticket gilt für Zwei. Eine Woche vor jedem Event bekommt man den Newsletter per E-Mail und Kurzmitteilung mit den genauen Infos zum Act, dem Veranstaltungsort und der Uhrzeit. Wer schnell per SMS antwortet, kann sich ein Mobile Ticket für Zwei sichern und kommt rein - nach Einlassbeginn, eine halbe Stunde lang. Wer jetzt noch nicht eingetragen ist, sollte das schnellstens nachholen. Auf www.o2music.de/goto/musicflash

Wir möchten Sie hierzu herzlich einladen:
O2 Music Flash präsentiert Joss Stone in München:
Freitag, 20.4.2007, Einlass ab 19.00 Uhr
Details ab dem 18.4.2007 auf http://www.o2music.de/goto/musicflash

......
2007-03-22 13:19:01 Uhr
was für ne geile frisur.....
Leatherface
2007-03-15 15:31:05 Uhr
Das Interview ist tatsächlich echt stark, aber das Album ist trotzdem nicht so toll.
O'Reilly
2007-03-15 14:06:46 Uhr
Keine Ahnung wie das Album ist, aber nach diesem Interview ist sie mir mehr als symphatisch:

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,471553,00.html

Sie sieht mittlerweile übelst gut aus, hat dunkelrote Haare, Mörderbeine, eine tolle Stimme, ist selbstbestimmter, hält nichts von Gott, raucht Gras - Traumfrau. :-D

xy
2007-03-12 10:03:40 Uhr
Die BBC-Kritik triffts da schon besser:

When Joss strutted on stage at the BRIT awards, her record company execs must’ve cowered behind the sofa, pleading for it to end. Her cringe-worthy cameo was, of course, manna from heaven for the red tops.

They went to town on the teenager for her American twang, the loud dress and even her fiery red hair – jibes that would make any 19 year-old girl cry, let alone a timid Devon lass in the public eye. How typical of the British press that they lord a talented 16 year-old as precious but three years later she is hung out to dry for a couple of perceived mistakes.

Introducing… is the sound of Joss growing up musically. By writing it herself, she’s leaving behind the pandering to her soul sister heroes in The Soul Sessions and the over-produced pop/R’n’ B/soul mish-mash that was Mind, Body and Soul – so let’s cut her some slack shall we?

Unfortunately, it doesn’t get off to a great start – although Joss gets 10 out of 10 for surprise factor as Vinnie Jones presents a puzzling rant on change. Thankfully Joss follows the diatribe with the sexy jazz-fuelled ‘’Girl They Won’t Believe It’’ to get the show on the road.

Two subtle collaborations compliment the album nicely: ‘’Tell Me What We’re Gonna Do Now’’ with prolific hip-hop artist Common, and Lauryn Hill wouldn’t lend her sharp tongue to any old track, which is why, thanks to her craft, ‘’Music’’ stays above the line of a sappy ode.

Of course, it’s not without it’s faults. Many tracks are over-egged and some lyrics a little forced. The minimalist ‘’Proper Nice’’, as dubious as the title may be, is where we want to see Stone in the future, allowing a thoughtful vocal to breathe with an unobtrusive beat underneath.

Leave your opinions of the girl at the door when you listen to this. If Introducing… is a pointer to how she’ll progress while she is still trying to find herself, who knows what she could end up producing ten, twenty or thirty years down the line?
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