Jesse Malin - Glitter in the gutter

Jesse Malin- Glitter in the gutter

One Little Indian / Rough Trade
VÖ: 16.03.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Von Zauberhand

"Sounds like: Mashed potatoes" ist auf Jesse Harris' MySpace-Seite zu lesen. Kartoffelbrei? Muss man das verstehen? Eigentlich schon: So hieß doch schließlich Bibi Blocksbergs magischer Besen! Dieser wird auf dem dritten Album des Ryan-Adams-Kumpels von diversen Gitarren reinkarniert, die allesamt nicht nur hübsch zaubern können, sondern hin und wieder auch gründlich den Gehörgang fegen. Als Aushilfskehrer hat der New Yorker Josh Homme und Foo Fighter Chris Shiflett angeheuert - ersterer setzt tiefenentspannte Akzente in "Tomorrow tonight", während sein Kollege die "Prisoners of paradise" mit frisch polierten, scharfkantigen Riffs einbuchtet.

Der Albumtitel verrät es schon: Jesse Malin ist ein Ärmelhochkrempler, ein Hoffnungsschöpfer, ein Lebenskünstler. Als er in Los Angeles die Stücke für "Glitter in the gutter" aufnahm, hatte er gerade seine Wohnung verloren, sein Hab und Gut lagerte in irgendeinem Keller, und überall, wo er seinen Koffer hinschleppte, war plötzlich sein Zuhause. "It's a beautiful day / Don't let them take you down", singt er im Opener, und man wüsste nun wirklich nicht, wem man diese Worte glauben sollte, wenn nicht Jesse Malin. Er klingt dabei ein bisschen wie Bruce Springsteen, der auf "Broken radio" sogar höchstpersönlich zum Balladen-Duett erscheint, inklusive duftendem Piano-Bouquet und Herzschlagdrums.

Dass man "Glitter in the gutter" unverblümt als Americana-affinen Mainstream-Rock bezeichnen kann, mag wie eine Verurteilung klingen - hat im Endeffekt aber nicht die geringste Verteidigung nötig. Jesse Malin kennt sie nun mal in- und auswendig: die Zauberformel für unkomplizierte, rotwangige Songs mit Freiheitsdrang. Keine einzige der dreizehn Nummern klingt nach Legebatterie.

Jesse Malin widmet Alt.-Country-Lady Lucinda Williams ein maßgeschneidertes Stück, lädt Jakob Dylan (The Wallflowers) zum Backing-Vocals-Singen für das "Black haired girl" ein, covert ganz wundervoll "Bastards of young" von den Replacements und holt natürlich auch wieder seinen alten Freund Ryan Adams mit an Bord. So auch im lichterloh brennenden "In the modern world", das seine Punk-Vergangenheit beim besten Willen nicht verleugnen könnte. Ein Rebell ist er immer noch: "I'm sick of politricks / I need another kiss." Soll er haben.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • In the modern world
  • Broken radio
  • Black haired girl
  • Bastards of young

Tracklist

  1. Don't let them take you down (Beautiful day!)
  2. In the modern world
  3. Tomorrow tonight
  4. Broken radio
  5. Prisoners of paradise
  6. Black haired girl
  7. Lucinda
  8. Love streams
  9. Little star
  10. Bastards of young
  11. Happy ever after (since you're in love 2007)
  12. NY nights
  13. Aftermath

Gesamtspielzeit: 45:56 min.

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  • Jesse Malin (22 Beiträge / Letzter am 22.05.2007 - 21:16 Uhr)