Alex Gopher - Alex Gopher

Alex Gopher- Alex Gopher

Go 4 Music / V2 / Rough Trade
VÖ: 23.02.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kreuzfahrt

Wer erinnert sich noch an das Luxusschiff "Pacific Princess"? Auf dem "Love Boat" der gleichnamigen Fernsehserie trieben in den frühen Achtzigern nicht nur gestresste amerikanische Urlauber auf der Suche nach Liebe, Sex und Zärtlichkeit ihr Unwesen. Auch die Mitglieder der Besatzung waren stets in amouröse Abenteuer verwickelt: Captain Merrill Stubing, Barkeeper Isaac Washington oder Zahlmeister Burl "Gopher" Smith, um nur drei zu nennen. Ob sich der französische DJ Alex Gopher seinen Namen tatsächlich aus eben jener 249-teiligen Fernsehserie geliehen hat, wurde bisher nicht eindeutig geklärt. Sicher ist, dass er auf seinem neuen Album musikalische Einflüsse der Achtziger in Songs verarbeitet, die nirgends besser passen würden als in den Hintergrund der bunten "Love Boat"-Bilder.

Damals war Alex Gopher allerdings auch schon selbst produktiv: 1985 gründete er zusammen mit den Gefährten von Air die Popgruppe Orange. Doch der große Durchbruch kam in den Neunzigern. Mit dem Produzenten Etienne de Crécy hob er das Label Solid aus der Taufe, wo auch gleich die erste Solo-EP erschien. Es folgten Beträge für den French-House-Klassiker "Superdiscount" und jede Menge Remixe von illustren Künstlern wie Nightmares On Wax, Bootsy Collins oder Vanessa Paradis. Was dann kam, ist ein Stückchen Pophistorie: Antoine Bardou-Jacquet drehte für Gophers Single "The Child" ein Musikvideo, was man schlicht als Meilenstein des Genres bezeichnen kann. Und das sagen nicht nur Font-Liebhaber oder Grafikdesigner. Jetzt erscheint das zweite Solo-Album; die hohen Erwartungen kann Gopher allerdings nicht ganz erfüllen.

In keinem der zwölf Songs jault eine von Vocodern verzerrte Stimme, was ja an sich schon ein Grund zur Freude ist. Monsieur singt größtenteils selbst, und das auch gar nicht schlecht. Wenn der Dampfer bei Songs wie "Boulder colorado" aber in allzu seichten Gewässern schippert, hört man nicht nur, dass Air Pate standen, sondern man fragt sich, warum sie Alex Gopher um Himmels Willen die Mundharmonika nicht weggenommen haben. Dass es nämlich auch cooler geht, beweist die Referenz an New Order in "Brain leech". Dagegen ist "Carmilla" catchy 90er French House und geht sofort in Ohr und Bein. Wenn dann allerdings der Stöpsel gezogen und völlig "back to basic" musiziert wird, gerät das Schiff wenn nicht in Seenot, dann zumindest in mittelschwere Turbulenzen. Allzu uninspiriert plätschert ein Teil der Platte dahin. Und wer schippert da an Gophers "Love Boat" vorbei? Es sind die Kollegen von Phoenix, volle Kraft voraus.

(Steffen Krautzig)

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Highlights

  • Brain leech
  • Carmilla

Tracklist

  1. Out of the inside
  2. Brain leech
  3. Nasty wish
  4. Isn't it nice
  5. Boulder Colorado
  6. Carmilla
  7. The game
  8. Song for Paul
  9. 5000 moons
  10. Go!
  11. The white lane
  12. Brain leech (alternate version)

Gesamtspielzeit: 41:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
...
2007-06-17 23:14:48 Uhr
...

..

.
sammelsurium der lüfte
2007-04-18 23:05:32 Uhr
Brain Leech ist zumindest ein toller Song

geil tanzbarer Track:


http://www.youtube.com/watch?v=uhT2CMm5fIs

 

pierrot
2007-03-07 12:02:05 Uhr
Wollte nur darauf hinweisen, dass vor einigen Tagen ein meines Erachtens überaus gelungenes Album von Alex Gopher erschienen ist. Sollte hier eigentlich seinen Platz finden und besprochen werden, vor allem deshalb, weil es das neue AIR Album mit Sicherheit toppt!
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