Idlewild - Make another world

Idlewild- Make another world

Sequel / Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 09.03.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Globale Gefühle

Irgendwie sind Idlewild nicht dafür gemacht, in die erste Reihe vorzurücken. Sie waren immer kurz davor, den großen Erfolg zu landen. "100 broken windows" und "The remote part" überboten sich gegenseitig mit hymnischem Lärm und molligen Aufatmern. Was kaum jemand zur Notiz nahm. Und mit "Warnings / promises" wähnte mancher sie dann plötzlich schon auf dem absteigenden Ast. Zu verhalten, zu bequem sei dieses Album. Doch selbst dieser eine Durchatmer berührte noch an genug Stellen, um für beinahe unverschämtes Herzklopfen zu sorgen.

Denn das einzige, was man auf dem Vorgänger von "Make another world" vielleicht vermissen konnte, waren die aufwühlenden Augenblicke, in denen kratzende Gitarren und zweifelnde Harmonien aufeinander losgingen. Das neue Album stellt gleich mit den ersten verzerrten Akkorden klar, dass Idlewild nicht vom Rock lassen wollen. Denn um seine folkige Seite auszuleben, hat Roddy Woomble schließlich im letzten Jahr sein Soloalbum "My secret is my silence" aufgenommen. "In competition for the worst time" ist mal wieder so ein toller Opener, wie er bei Idlewild schon Tradition hat.

Das scheppernde "Everything (as it moves)" und die gen Tanzboden schielende Single "No emotion" setzen hingegen ganz auf ihren Rhythmus und könnten darin kaum gegensätzlicher sein. Doch beide wollen sie nicht weniger als die Welt und wissen, dass sie keine Chance haben. Wenn schon resignieren, dann mit Herz und noch mehr Lautstärke. "The first time I watched the moon / I cursed the sun." Immer wieder schürfen die Gitarrensaiten die Haut von den Fingern, taumeln die Songs auf den Hände reckenden Refrain zu und brechen zwischendurch doch noch einmal die mollenen Wolken auf. Da lacht das Herz.

Durch "Future works" huschen plötzlich merkwürdige Mariachi-Bläser, und "A ghost in the arcade" lässt ein wenig Elektronik zwitschern. Der zuletzt vernachlässigte Dave Eringa verpasste den Schotten wieder diesen angenehm zerrissenen Rocksound, der so hervorragend zum aufgewühlten Innenleben der Songs passt. Nicht nur beim bewegenden "Once in your life" erinnert das an die aufrührerische Breitwandromantik von New Model Army. Die hatten auch immer diese großen Träume. Und das gleiche Problem: Diese Welt will sich leider gar nicht verbessern lassen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • In competition for the worst time
  • Everything (as it moves)
  • Once in your life

Tracklist

  1. In competition for the worst time
  2. Everything (as it moves)
  3. No emotion
  4. Make another world
  5. If it takes you home
  6. Future works
  7. You and I are both away
  8. A ghost in the arcade
  9. Once in your life
  10. Finished it remains

Gesamtspielzeit: 34:38 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
eric
2007-04-29 15:47:55 Uhr
War auch da. Bislang wohl das Konzert des Jahres. Toller Sound/Stimme, sympathische Band. Gelungener Abend. :)
jo
2007-04-28 14:11:17 Uhr
Oh toll, 'Blame it on the Obvious Ways' würde ich zu gern mal live hören/erleben...

Schön, wenn's so viel Spaß gemacht hat. Sowohl Dir als auch der Band ;).
Roddy Woomble
2007-04-28 00:34:57 Uhr
Das Konzert in Köln war großartig! Ist schon beängstigend, wenn man beobachten muss, dass die ohnehin schon beste Band der Welt immer noch besser wird. Wo soll das noch hinführen? Aber im Ernst: Die Jungs waren fantastisch, haben mit einer unglaublichen Energie ihre Songs vorgetragen, der Gitarrensound war richtig satt - hat wirklich alles gepasst.

Ich glaube, so klasse wie an diesem Abend haben sie "Little Discourage" noch nie gespielt (zumindest hab ich's noch nie so toll gehört). War bisher nicht gerade einer meiner Lieblingssongs, aber in Köln hat "LD" verdammt viel Spaß gemacht.

Auch die Songauswahl hat mir sehr gut gefallen - "Blame It On Obvious Ways", "Future Works" und "The Weight Of Years" (bei dem Drummer Colin Akkordeon spielte!) empfand ich als echte Überraschungen.

Ach ja, und einen so guten Bassisten wie Gareth Russell hatten sie auch noch nie. Dann war die Trennung der wunderbaren Band Astrid ja doch nicht ganz umsonst.

Das Konzert bestand eigentlich nur aus Highlights - schwer, hier meine Favoriten des Abends rauszupicken. Ich versuch's trotzdem: "Little Discourage", "Love Steals Us From Loneliness", "El Capitan" und "In Remote Part/Scottish Fiction".
met
2007-04-27 14:21:49 Uhr
jemand bei einem konzert dieser tage gewesen, meinungen?
leKeks
2007-03-15 00:56:50 Uhr
..dabei müssten sie doch mit remote part und 100 broken windows ihren namen für lange zeit in stein gemeisselt haben..

Schon. Was ich meinte mit "wieder nicht geschafft" ist ne Platte mit der sie sich auch mal ein wenig mehr mediales Interesse und ja auch ein klein wenig Ruhm abgreifen. :o)
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