The Ataris - Welcome the night

The Ataris- Welcome the night

Sequel / Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 09.03.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Spätentwickler

Dass Mitglieder einer Band nach einigen erfolgreichen, aber auch stressigen Jahren irgendwann mal die Schnauze voll voneinander und der eigenen Musik haben, kommt vor. Dass daraus eine mehrjährige Schaffens- und Selbstfindungspause wird, ist ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Danach bleiben zwei Möglichkeiten: Auflösen oder Zurückkehren. Auch da hat es schon alles gegeben. Recht selten kommt es hingegen vor, dass die Musiker auf einmal mit einem Comebackalbum auf der Matte stehen, das nur wenig mit dem bisherigen Schaffen zu tun hat.

Und eigentlich gebührt alleine schon deshalb Kristopher Roe und seinen Mannen Respekt. Chapeau! The Ataris anno 2007 rekrutierten sich nach der Gleichung 4-2+5=7. Nachdem Bassist Mike Davenport und Schlagzeuger Chris Knapp den beiden verbliebenen Herren Kristopher Roe und John Collura (Gitarre, Piano) den Rücken zugekehrt hatten, stand man nach den Zugängen von Paul Carabello (Gitarre), Sean Hansen (Bass), Shane Chikeles (Schlagzeug), Bob Hoag (Keyboard) und Angus Cooke (Cello) plötzlich zu siebt im Studio. Und war entsprechend fleißig.

Der erste Hördurchgang enttäuscht und verwirrt gleichermaßen. Moment mal, das sollen The Ataris sein? Falsche CD drin? Nein, alles korrekt. Aber Kristopher Roe kann das doch nicht sein, oder? Der Blick ins Booklet besagt, dass er es doch ist. Dabei würde man vorübergehend tatsächlich Ville Valo hinter dem Mikro vermuten. The Ataris anno 2007 haben dem Punkrock Adieu gesagt und schrammeln sich durch die neue Schaffensphase.

Der zweite Versuch. Hm, die Single "Not capable of love" kommt ja doch recht erfrischend rüber. Die Gitarren knarzen, der Bass weist den Weg. Ähnlich "New year’s day", das ebenfalls wie nur wenige neue Stücke dem Uptempo frönt. Doch dann sind da Songs wie "Cardiff-by-the-sea", in denen man weder Roe noch den Rest des ursprünglichen Ataris-Sounds wiedererkennt. Melancholisch-poppig bauen sich aufwändig gestaltete Songperlen auf, wie man sie ansonsten eher von My Vitriol und Konsorten kennt. Teils schleppender, teils flotter, aber durchgehend schön und dank Streicher und Piano jede Menge Atmosphäre schaffend. Passend zu einem Gläschen Rotwein zu später Stunde. Vielleicht manchmal etwas zu schön. Noch mehr vom Schlage des knackig-hymnischen "The cheyenne line" und dem rockenden Kopfnicker "Connections are more dangerous than lies", und aus einem neuen Leben wäre auch eine neue Liebe geworden.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Not capable of love
  • The cheyenne line
  • Connections are more dangerous than lies

Tracklist

  1. Not capable of love
  2. Cardiff-by-the-sea
  3. New year's day
  4. Secret handshakes
  5. The cheyenne line
  6. And we all become like smoke
  7. Connections are more dangerous than lies
  8. Whatever lies will help you rest
  9. From the last, last call
  10. When all else fails, it fails
  11. A soundtrack for this rainy morning
  12. Begin again from the beginning
  13. Act V, Scene IV: And so it ends like it begins

Gesamtspielzeit: 52:22 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Daharka
2007-03-25 21:15:08 Uhr
doch grad nochmal gehört und das ding ist unglaublich gewachsen doch 8/10 alleine
When All Else Fails It Fails ist ein so großer song...
Daharka
2007-03-25 19:01:51 Uhr
Es schleichen sich mehr und mehr highlights in die platte... aber die 8/10 will ich noch nicht freigeben mal schaun...
eric
2007-03-25 18:16:34 Uhr
"The cheyenne line" ist sehr schön für den Frühling. Tolle Melodie. Ansonsten bleibe ich bei meinem Fazit: Weniger wäre auf dieser Platte mehr gewesen.
Pure_Massacre
2007-03-25 18:06:06 Uhr
Ich glaube nicht.
bebbo
2007-03-25 18:03:32 Uhr
ich find das lied auch schön. sehr relaxt. aber gibts eigentlich überhaupt jemand auf der ganzen weiten welt der "soundtrack for a rainy morning" gut findet?
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