Korn - MTV Unplugged

Korn- MTV Unplugged

Virgin / EMI
VÖ: 02.03.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Saft- und kraftlos

Dass man das noch erleben darf: Korn machen Unplugged. Natürlich, MTV-tauglich waren sie schon seit dem bombigen Beginn. Und spätestens Album Nummer drei, "Follow the leader" ließ sie aus dem verspinnwebten Nachtsendungen ins strahlende Tagesprogramms des Musiksenders emporkriechen. Aber dass nun selbst noch die Unplugged-Krone aufs stachlige Haupt von Frontmann Jonathan Davis gesetzt wird, nein, das hätte damals dann doch überrascht. Heutzutage weniger, schließlich sind neben den sieben regulären Releases bereits Greatest Hits, Raritätenkollektion und Livealbum erschienen. Da fehlte nur noch wenig.

Und da für eine ertragreiche Reunion-Tour der Split hätte erfolgen müssen, geht's nun lieber erstmal ausgestöpselt auf die Plüschecouch. Denn das quetscht aus Korn Enterprises nicht nur ein paar Talerchen mehr heraus. Nein, so etwas wirkt ja zusätzlich gereift. "Blind" kommt dann auch folglich reservierter. Mit Flamenco zwar, aber auch mit doch tief zurückhaltendem Atemzug. "Falling away from me" schraubt sich dagegen professionell gekonnt einem Geigenhöhepunkt entgegen, und "Twisted transistor" sowie "Coming undone" vom letzten Album "See you on the other side" versprühen Basarcharme. Feinsinniges wie Piano und Klingglöckchen ertönen sowieso allerorts.

Enttäuschend ist, dass das grandiose Zweitwerk "Life is peachy" gar keine Beachtung fand. Aber von der damaligen Schärfe ist sowieso nur noch wenig zu spüren. Drängende Percussions, versteckte disharmonische Gitarren ("Got the life") und der gern wirr abgleitende Vokalist, mehr Unkonventionelles bleibt aus. Die Suche nach Früherem führt vielmehr beim Blick auf die Breite vieler Stücke zum Erfolg. Damals die dicke Gitarre, heute der orchestrale Pathos. Und gar noch Evanescence-Tante Amy Lee, die das ehemals brüllende "Freak on a leash" mit ihrem schmächtigen Stimmorgan gekonnt Richtung Körperverletzung leitet. Auch Langeweile glänzt trotz aller technischen Vielfalt des öfteren auf.

Was wohl auch die EMI-Boys erahnten, daher mal schnell einen tiefen Blick in den Labelkatalog, und ach ja, da schlummerte doch noch Dickerchen Robert Smith. Und so darf der also zum "Make me bad/In between days"-Doppel als zweite Stimme mitbrümmeln. Radioheads "Creep" wird außerdem hervorgezerrt, bleibt aber selbst in der Korn-Version unskippbar. Aufällig bleibt jedoch, was alternde Rockbands nicht alles tun, um im Gespräch zu bleiben. Ist schließlich auch nötig, denn der frustrierte Jugendliche von heute hat vielleicht noch Korn-Buttons anstecken. Die Platten dienen aber schon seit langem nur noch als stolzer Staubfänger im CD-Regal des Bruders.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • Blind
  • Creep
  • Got the life

Tracklist

  1. Blind
  2. Hollow life
  3. Freak on a leash(feat. Amy Lee)
  4. Falling away from me
  5. Creep
  6. Love song
  7. Got the life
  8. Twisted transistor
  9. Coming undone
  10. Make me bad/In between days(feat. The Cure)
  11. Throw me away

Gesamtspielzeit: 44:41 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
mantra
2007-04-13 16:11:57 Uhr
aber freak on a leash ist wirklich peinlich
muss sagen, dass ist gottseidank auch das einzige, was ich bisher davor gehört hab (hören musste...?)
Kafkaesk
2007-04-13 14:11:48 Uhr
Also erstens ist die Korn Unplugged-Scheibe ein Cure-Fanartikel und zweitens ziemlich gut. Zugegeben Radioheads Creep treibt einem die Tränen in die Augen, da reicht das Stimmchen einfach nicht aus. Diese Stimme ist zu tieferem berufen.
Zur Rezension "Saft-und kraftlos": Eine objektive Kritik wäre durchaus vorstellbar gewesen, aber Glückwunsch: einen Kornhasser diese Rezension verfassen und ihn über Größen wie Robert Smith herziehen zu lassen, ist recht billig, aber auch nicht besonders intelligent. Somit verdient sie das Prädikat: Gelungen!!! Weiter so!
Patte
2007-04-07 15:19:01 Uhr
"Throw me away" meinte ich natürlich.
Patte
2007-03-22 23:19:57 Uhr
"Throwing away" unplugged ist gar nicht mal schlecht.
JD
2007-03-22 22:19:13 Uhr
Gute Frage, ist wahrscheinlich inzwischen, wie auch Keith Caputo, für alles zu haben... naja.

Das mit dem Radiohead Cover geschieht euch plattentestlern recht... :D
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