Sometree - Sold heart to the one

Sometree- Sold heart to the one

Pop-U-Loud / Cargo
VÖ: 02.04.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kloß im Hals

Was passiert hier? Die Temperatur fällt mitten im Frühling plötzlich unter die Gefriermarke. Der Boden unter den Füßen gibt nach und reißt ein tiefschwarzes Loch in die Wirklichkeit. Die Kälte verschlingt gnadenlos alles, was in ihre schneidenden Krallen gerät und erstickt jeglichen Hoffnungsschimmer auf Licht, Wärme und Geborgenheit bereits im Keim. Immer tiefer zieht der Sog die Welt in sich hinein, bis selbst der potentiellste aller potentiellen Suizidkandidaten nicht mehr weiß, ob er sich seinem Schicksal widerstandslos ergeben oder händeringend um seine Existenz kämpfen soll.

Hier hat zweifellos jemand seine Hausaufgaben im Fach Weltschmerz mit äußerster Sorgfalt erledigt. Trostlosigkeit und Niedergeschlagenheit sind Attribute, mit denen sich Sometree aus voller Inbrust der Überzeugung schmücken. Der fassungslose Hörer muß zugestehen, daß man emotionaler und gefühlsgeladener kaum ans triste Werk gehen kann und "Sold heart to the one" selbst im schwülsten Sommer weiße Flocken von einem wolkenlosen Himmel fallen lassen könnte.

Eben noch wunderschön verträumt dahinrollend, ergießt sich schon um die nächste Ecke der Gefühlsachterbahn ein brodelnder Haßvulkan auf die Schienen. Bei solch abrupten Wechselbädern ist das nächste Schleudertrauma vorprogrammiert, so daß sich neben einem mulmigen Gefühl im Bauch schließlich auch beißende Kopfschmerzen breit machen. Extrem kopflastig, extrem vertrackt und fast schon befremdend wirkt diese dreiviertelstündige Reise ohne Wiederkehr durch das Land der Sehnsüchte und unerfüllter Träume. Die Grenze zum Wahnsinn bekommt man dabei gleich reihenweise vor die Augen geführt, in deren Ausdruck der Irrsinn leise blitzt.

Der Grat zwischen Virtuosität und Wahnsinn ist ein sehr, sehr schmaler, wie uns Sometree auf eindrucksvolle Weise vorführen. Die epische Schönheit in "Danced upon my spine, you..." erschließt sich erst demjenigen, der die Tore zur geistigen Umnachtung bereits bis zur Hälfte aufgestoßen hat. Die Welt ist schlecht. Seht es ein, ihr Kinder der Sonne! Alleine die Existenz solcher Tonträger ist der unumstößliche, wenn auch ziemlich schwer zu fassende Beweis dieser These.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Lilith
  • Danced upon my spine, you...

Tracklist

  1. Lilith
  2. The funeral
  3. Nival
  4. One noem one
  5. Mignon
  6. Them dancers
  7. The nexus
  8. Danced upon my spine, you...

Gesamtspielzeit: 46:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
toolshed
2009-09-28 02:24:00 Uhr
Seit ungefähr wann ist "Clever" denn nun eigentlich vergriffen?
toolshed
2009-09-21 04:48:23 Uhr
"One Noem One" = 10/10, diese unfassbare explosive Emotionalität.

Einzigartig, diese Band.

Von "Yonder" ist mir bisher kein Song bekannt. Wäre schon sehr schade.
toolshed
2009-09-21 04:48:21 Uhr
"One Noem One" = 10/10, diese unfassbare explosive Emotionalität.

Einzigartig, diese Band.

Von "Yonder" ist mir bisher kein Song bekannt. Wäre schon sehr schade.
oliver
2009-09-20 12:49:29 Uhr
bin großer sometree fan,
mein fave album ist sold heart,
danach gleich moleskine.

das neue finde ich leider mit zunehmenden durchgängen immer weniger gut.
toolshed
2009-09-20 02:53:20 Uhr
Übergroße Post-Hardcore Platte. Ein absolut hinreißendes Stück Brachialromantik.. Das ist Melancholie pur.

Unter meinen Top 5 aus Deutschland.
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