Sophie Zelmani - Memory loves you

Sophie Zelmani- Memory loves you

Epic / Sony BMG
VÖ: 23.02.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Schlafzimmereinblick

War die Kristallkugel, die jeder neue Plattentests.de-Redakteur zu seiner Dienstantrittsbibel geschenkt bekommt, also doch nicht bloß ein Briefbeschwerer. "Die Liebe in Gedanken" stand vor drei Jahren und ein paar Tagen über der Rezension zu Sophie Zelmanis letztem Album "Love affair". Jetzt ist endlich die neue Platte der verschüchterten Schwedin fertig und - als hätten wir's geahnt - heißt der beste Song darauf "Love in my mind". Ein regelrecht stürmischer Ausbruch für ihre Verhältnisse, ein kleines Drama mit großem Trommelwirbel- und Geigenfinale. Ein Ausrufezeichen in all dem Flüstern, Hadern und Hauchen. Da vergisst man gerne, dass es schwieriger ist, Siege von Roger Federer als Songtitel von Sophie Zelmani vorauszusagen.

Im Albumtitel ist die Liebe derweil eine Wortart nach unten gerutscht, die ausführende Liebhaberin aber bleibt weiterhin dieselbe. Sie trägt immer noch Trauer, sie hat immer noch schwer zu kämpfen mit den Männern, und sie schreibt immer noch so leichte Songs darüber, dass es schon gefährlich werden kann, wenn man sie mit einem Gasluftballon ums Handgelenk gebunden anhört. "Memory loves you" ist Augenzumacher- und Erinnerungsschwelgermusik für Leute, die in "About a boy" auf der Seite der Mutter waren. Es spielt halt so ganz vorsichtig rum mit Klavier, Gitarre, Besenschlagzeug, Glockenspiel und Streichern, immer wieder Streichern, natürlich. Es lässt sich umgarnen von Zelmanis belegter Stille-Post-Stimme, der akustischen Entsprechung von Kirsten Dunsts schönstem Schlafzimmerblick. Und es ist immer noch vorne dabei in dieser merkwürdigen Musikdisziplin.

Etwas behäbiger und schematischer sind die Songs diesmal leider geworden, etwas zu präzise das Vorgehen der Backingband. Zelmani ist gerade 35 geworden, sie steht jetzt beim sechsten Album, und sie muss sich ein bisschen wehren gegen die aufkommende Routine. "Broken sunny day" stellt sich da sehr geschickt an mit Kullerorgel und Countrytwang. "How different" kramt tief in der Backgroundvocalkiste und tänzelt sich samt seiner drei Gitarren elegant außer Reichweite aller Lahmarschigkeiten. Zu Herzen gehen einem diesmal nur noch diese Ausreißer. Und zu Herzen nehmen kann man sich höchstens, was Zelmani in "Wait for cry" vorlebt. "If I am your sickness now / I wouldn't be of a kind / That would let you die." Ein Zeigefinger wedelt mahnend, der andere legt sich zum "Sssch" vor die Lippen.

(Daniel Gerhardt)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Wait for cry
  • How different
  • Love in my mind

Tracklist

  1. Wait for cry
  2. Memory loves you
  3. Broken sunny day
  4. I got yours
  5. Sorrow
  6. How different
  7. Love in mind
  8. Travelling
  9. Now you know
  10. Shades

Gesamtspielzeit: 36:16 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Whatever
2008-08-13 20:30:22 Uhr
Tourdaten für Schweiz, Österreich und Deutschland:

September 20, 2008
Zürich, Switzerland
Kongresshaus
www.ticketcorner.com

September 21, 2008
Bern, Switzerland
Bierhübeli
www.starticket.ch

September 22, 2008
Geneve, Switzerland
Bâtiment des Forces Motrices
www.ticketcorner.com

September 24, 2008
Vienna, Austria
Szene Wien
www.austriaticket.at

September 25, 2008
Salzburg, Austria
Rockhouse
www.austriaticket.at

September 26, 2008
Munich, Germany
Ampere
www.kartenhaus.de

September 27, 2008
Dresden, Germany
Schlachthof
www.eventim.de

September 28, 2008
Frankfurt, Germany
Mousonturm
www.reservix.de

September 30, 2008
Cologne, Germany
Gloria
www.eventim.de

October 01, 2008
Hamburg, Germany
Schauspielhaus
www.eventim.de

October 02, 2008
Berlin, Germany
Schillertheater
www.eventim.de

Ich freue mich bereits jetzt äusserst stark auf das Konzert in Bern. :D
Nagasaki
2007-09-23 23:03:20 Uhr
Es gab einen Song von ihr, der einfach unglaublich schön war, ich finde die Tage mal herraus, wie der hieß...

going home, maybe?

Or People or Happier Man maybe? Drei ihrer Besten, meiner Meinung nach :-)

Hab wieder A Decade of Dreams drinnen. Irgendwie kann ich mich von diesem Album nicht trennen, hach, tschön :-)
Beefy
2007-02-14 16:15:12 Uhr
Gnadenlos unterschätze Künstlerin:-)
Armin
2007-02-14 14:32:40 Uhr
Hallo zusammen,

Am 23. Februar veröffentlicht die schwedische Sängerin und Songwriterin Sophie Zelmani ihr sechstes Album mit dem Titel "Memory Loves You". Drei Jahre nach ihrem letzen Studioalbum "Love Affair" präsentiert sie, die in ihrer Heimat zu den renommiertesten Künstlerinnen ihrer Art zählt, ein wunderbares, filigranes Meisterwerk, von herausragender Intimität und Schönheit. "Memory Loves You" wurde von Sophie Zelmanis langjährigem musikalischen Partner Lars Halapi produziert und enthält unter anderem die neue Single "Travelling".

Das Vorgänger-Album "Love Affair" (2004) konnte sofort das Lob der Musikkritiker auf sich vereinen - u.a. wurde Sophie mit dem "Preis der deutschen Schallplattenkritik" bedacht. Die Wartezeit auf den rundum neuen Longplayer verkürzte sie im folgenden Jahr geschickt mit der Veröffentlichung ihrer Best-Of-Album "A Decade Of Dreams 1995 - 2005", das die persönlichen Lieblingssongs ihrer bisherigen Alben (u.a. in Neuaufnahmen wie die Debütsingle "Always You") und die neuen Songs "Bitter Kind", "Our Love" und "I Can't Change" enthielt.

Im April wird Sophie Zelmani für fünf Konzerte nach Deutschland kommen - in der Besetzung Lars Halapi (Gitarre), Robert Qwarforth (Keyboard), Thomas Axelsson (Bass) and Peter Korhonen (Drums) wird sie dann ihren Fans hierzulande die zehn neuen Kompositionen von "Memory Loves You" live vorstellen (Tourdaten s.u.).


Ab dem 23. Februar im Handel
freed
2007-02-08 15:18:07 Uhr
Es gab einen Song von ihr, der einfach unglaublich schön war, ich finde die Tage mal herraus, wie der hieß...

going home, maybe?
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum