Various Artists - Fast forward eins

Various Artists- Fast forward eins

V2 / Zomba
VÖ: 26.03.2001

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Schöne und das Biest

Charlotte Roche hat sich zu einer Institution im Deutschen Musikfernsehen gemausert. Von vielen geliebt und von noch mehr Menschen gehaßt, zeigt sie Mut zur bis an den Rand gefüllten Worthülse und zum sinnentleerten Schachtelsatz. Nachdem ihre Sendung "Fast forward" zu Anfang nicht viel mehr als eine bloße Clipstrecke war, hat sich das Format über die Jahre zu einem Markenzeichen entwickelt, bei dem Irritation zum Stilmittel erklärt wird und die Gegensätze aufeinanderprallen. Sorgfältig ausgewählte Clips geben sich ein Stelldichein mit Charlottes überzogenem Hang zur penetranten Selbstdarstellung. Ganz gleich, was man von Charlotte Roche und "Fast forward" auch halten mag, über den Stellenwert der Sendung sind sich Gegner wie Anhänger sicherlich einig.

Vor diesem Hintergrund leuchtet es durchaus ein, eine erste Compilation auf den Markt zu werfen, der "Fast forward" nicht nur den Namen, sondern auch seine Einstellung leiht: "Wenn's nicht rockt, dann ist es für'n Arsch" prangt vollmundig von den ganzseitigen Anzeigen zu "Fast forward eins". Im konventionellen Sinne jedoch rocken höchstens die Hälfte der vierzig Tracks. Denn wie auch die passende Sendung hat es sich "Fast forward eins" in erster Linie zum Ziel gesetzt, Gegensätze zu verbinden und auf einen einzigen gemeinsamen Nenner zu bringen: Coolness.

So findet sich von deutschem Hip Hop wie Torch und Creutzfeld & Jakob über pluckernde Elektronik wie Jeans Team und OP:L Bastards bis zu wuchtigen Rockern wie Queens Of The Stone Age und The Hives alles wieder, was von selbstdefinierten Hörern ernstzunehmender Mucke den Stempel "empfehlenswert" verdient. Natürlich dürfen daher auch die Hits von der Sorte nicht fehlen, die man dieser Tage in ausnahmslos jeder Rock-Disco zu hören bekommt: Jimmy Eat World sind mit "Lucky Denver mint" ebenso vertreten wie 3 Doors Down mit "Loser", Slut mit "It was easier", OPM mit "Heaven is a halfpipe" und Kante mit "Die Summe der einzelnen Teile". Für Kuriositätensammler interessant dürfte die Coverversion der Ultravox-Schmonzette "Dancing with tears in my eyes" sein, die Readymade zusammen mit Sportfreunde Stiller eingespielt haben und die bislang nur via Mailorder erhältlich war.

Die verschiedenartigsten Musikrichtungen werden so zu einer runden Sache geformt, die vergleichsweise engstirnige Compilations wie die "Crossing all over"- und die "Hörsturz"-Serie in den Schatten stellt und "Fast forward eins" bei einem Mindestmaß an Ausfällen zum vermutlich stimmigsten Alternative-Sampler machen, der momentan auf dem Markt erhätlich ist. Oder wie Charlotte vielleicht sagen würde: Mehr roter Faden paßt in keinen Tonträger!

(Armin Linder)

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Highlights

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Tracklist

  • CD 1
    1. Feel good hit of the summer (Queens Of The Stone Age)
    2. Disposable teens (Marilyn Manson)
    3. Existance (Project Pitchfork)
    4. Supersonic speed (Die happy)
    5. Lucky Denver mint (Jimmy Eat World)
    6. The reproduction of death (The (International) Noise Conspiracy)
    7. Whatever happened to the 80s (Donots)
    8. Hate to say I told you so (The Hives)
    9. Loser (3 Doors Down)
    10. Dancing with tears in my eyes (Readymade & Sportfreunde Stiller)
    11. Sonic 3000 (Miles)
    12. Heaven is a halfpipe (OPM)
    13. Sundown (Elwood)
    14. Wie wir (Skills En Masse)
    15. Anfangsstadium (Creutzfeld & Jakob)
    16. ...und abgehda! (Das Department)
    17. Sorry (D-Flame feat. Eissfeldt 65)
    18. Wir waren mal Stars (Gente Guasta remix) (Torch)
    19. Shake ya ass (Mystikal)
    20. Shit on you (D-12 feat. Eminem)
  • CD 2
    1. Manchmal haben Frauen... (Die Ärzte)
    2. Die Summe der einzelnen Teile (Kante)
    3. Man kann einen ehrlichen Mann nicht auf seine Knie zwingen (Superpunk)
    4. Bad news entertainment (Stella)
    5. Been out (Turner)
    6. Walking back home (Commercial Breakup)
    7. Scorpius (Op:l Bastards)
    8. Bursting off the backbeat (Jacknife Lee)
    9. Play da easy ball (Fuschimuschi)
    10. Keine Melodien (Peaches Remix) (Jeans Team)
    11. Plug me in (Add N To (X))
    12. Freiburg V3.0 (Tocotronic vs. Console)
    13. Silence (DJ Tiesto In Search Of Sunrise Remix) (Delerium)
    14. Utopia (Goldfrapp)
    15. It was easier (Slut)
    16. Tumbling down (Dead Mono version) (Eskobar)
    17. Snow (JJ72)
    18. Any day now (Elbow)
    19. The crystal lake (Grandaddy)
    20. Trouble (Coldplay)

Gesamtspielzeit: 156:56 min.

Referenzen

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