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Terrorvision - Good to go

Terrorvision- Good to go

Papillon / Roadrunner / Edel
VÖ: 12.03.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Should I stay or should I go?

Das fünfte Studiowerk von Terrorvision wirft zunächst mal Fragen auf. "Es ist gut zu gehen" lautet die deutsche Übersetzungs des Albumtitels und der Verdacht liegt nahe, daß die Britrocker mit "Good to go" ihren Abschied inszenieren wollen. Nach 13 Jahren Bandgeschichte wäre ein Rückzug aus dem Geschäft ja durchaus nachvollziehbar. Gut, daß sich diese beängstigende Vorstellung mit fortschreitender Spielzeit des Albums wieder verflüchtigt, denn hier wird so frisch und energisch gerockt wie selten im Verlauf der Bandhistory. Wirft man einen näheren Blick auf die Karriere von Terrorvision, erschließt sich der Gedanke an eine Auflösung dann auch als unsinnig, konnte das Quartett doch mit jeder Scheibe die Anzahl ihrer Fans und Top 10-Chartplazierungen in der UK vermehren.

Die Mannen um Sänger Tony Wright fühlten sich ja schon immer eher den lauten Tönen verbunden, was gut ist, denn nach dem Travis- und Coldplay-Hype mit seinen entsprechend beschaulichen musikalischen Ergebnissen wurde es höchste Zeit für einen kräftigen Rock-Arschtritt von der Insel. Der flotte Opener "D'ya wanna go faster" gibt mit pumpenden Disco-Beats und messerscharfen Gitarrenriffs dann auch die Richtung vor, die während der zwölf Songs fast ausnahmslos beibehalten wird. Den Verstärker voll aufgedreht arbeiten sich Terrorvision durch satt groovende Drei-Minuten-Songs, die mit den üblichen eingängigen Refrains garniert sind und sich in Windeseile im Ohr festsetzen. Zwischendurch streut das Quartett auch einige Midtempo-Nummern wie "Sometimes I'd like to kill her" oder "From out of nothing" ein, die zwar im Vergleich zu den schnelleren Tracks leicht abfallen, sich aber trotzdem angenehm ins Gesamtbild einfügen. Gelegentlich bereichern sogar Keyboards und weibliche Background-Vocals die Tracks, wobei letztere manchmal unfreiwillig komisch wirken und ungute Erinnerungen an Hardrock-Verbrechen der achtziger Jahre wecken.

Schien das '99er Album "Shaving peaches" mit seinen überwiegend folkigen Klängen schon das Rentenalter für Terrorvision einzuläuten hat die Band bei den Aufnahmen zu "Good to go" wohl desöfteren im Jungbrunnen gebadet, denn das aktuelle Songmaterial klingt tatsächlich so frisch wie das '94er Meisterwerk "How to make friends and influence people". Schade ist daran nur, daß auch die neue Bissigkeit nichts daran ändert, daß die Melodien altbekannt sind und echte Innovationen fehlen. Nichtsdestotrotz haben die alten Herren von Terrorvision ein größtenteils ordentliches Classic Rock-Album vorgelegt. Und die nächste Scheibe heißt dann bitte schön "Better to stay".

(Christof Nikolai)

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Highlights

  • Friends & family
  • Sometimes I'd like to kill her
  • Spoiling everything

Tracklist

  1. D'ya wanna go faster
  2. Come home Beanie
  3. Friends & family
  4. Sometimes I'd like to kill her
  5. Alone
  6. Fists of fury
  7. Unhappy millionaire
  8. Days like these I from out of nothing
  9. Subway
  10. Goldmine Jamjar
  11. Spoiling everything

Gesamtspielzeit: 50:47 min.

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  • Terrorvision (1 Beiträge / Letzter am 28.04.2003 - 18:17 Uhr)

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