Barenaked Ladies - Barenaked Ladies are men

Barenaked Ladies- Barenaked Ladies are men

Nettwerk / Soulfood
VÖ: 16.02.2007

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Zwei mal eins

So schnell kann das gehen. Im letzten September schickten die kanadischen Spaßmacher der Barenaked Ladies mit "Barenaked Ladies are me" einen lauwarmen Gruß über den Ozean, auf dem sie fast selbst die besten Stellen verpennten. Um dem Ganzen nun ein wenig Nachdruck zu verleihen, gibt's die zurückgehaltenen Softrocker eilig hinterher geschoben, auf dass auch niemand an der übersättigten Langeweile des Vorgängers kleben bleiben muss. Doch wird schnell klar, dass der Nachgeschmack allenfalls noch bitterer schmeckt.

Als im Jahre 2005 ein kreativer Jahrhundertblitzschlag in die Köpfe von Ed Robertson und Steven Page eingeschlagen ist, galt es, keine Zeit zu verlieren. Die zwei erfolgreichen Musiker machten sich gleich daran, 29 Songs aufzunehmen und den Rest der Band zum Einspielen auf Pages Landsitz zu bestellen. Das Resultat sind nicht nur zwei Alben, die sich hauptsächlich durch ein kleines "n" im Titel unterscheiden. Das famose an dieser Fortsetzung ist, dass die ersten zwölf Songs von "Barenaked Ladies are men" schon auf der Deluxe-Edition von "Barenaked Ladies are me" vertreten waren. Das mag alles ein wenig kompliziert wirken, ist jedoch genauso simpel strukturiert, wie die Musik, um die es hier eigentlich gehen soll.

Mal davon abgesehen, dass die Barnaked Ladies schon mindestens seit dem eigentlichen Vorgänger "Barenaked for the holidays" Musik für einen zufälligen Hallenbadetag für die ganze Familie fabrizieren, mutet die Fortführung immerzu gekonnt gelangweilt an. Sachte klimpert die Gitarre, freundliche Männerchöre paaren sich im immer gleichen Wechselspiel von Strophe und Refrain. Die einzige Aufregung liefert die Instrumentenvariation: Hier ein quicklebendiges Piano ("Another spin"), dort eine melancholisch verstimmte Trompete ("Angry people").

Im Vergleich zu "Barenaked Ladies are me" versteckt sich hier allerdings doch das ein oder andere Scharmützel: pathetische Opern-Adaptionen ("Running out of ink"), augenzwinkernde Loungeatmosphäre ("I can I will I do") oder gutgelaunte Orgelpopper ("Why say anything nice?"). Doch damit wäre auch diese Aufzählung abgeschlossen. Was bleibt, ist ein schönes CD-Cover, ein irritierendes Fragezeichen und ein zufriedenes Seufzen, auf dass dieses Kapitel nun hoffentlich endlich abgehakt werden kann.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Fun & games
  • The new sad

Tracklist

  1. Serendipity
  2. Something you'll never find
  3. One and only
  4. Angry people
  5. Down to earth
  6. Beautiful
  7. Running out of ink
  8. Half a heart
  9. Maybe not
  10. I can I will I do
  11. Fun & games
  12. The new sad
  13. Quality
  14. Another spin
  15. What a letdown
  16. Why say anything nice?

Gesamtspielzeit: 60:09 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Jon
2010-10-08 00:17:36 Uhr
Rock Spectacle ist ein Meisterwerk! Inselplatte. Ansonsten alles vor "Stunt" lohnt sich. Alles danach ist absolut belanglos.
Error
2010-10-07 22:59:02 Uhr
Welches sind denn ihre 3 besten Scheiben? Will mich da mal reinhören
zeitloser
2007-03-08 11:00:51 Uhr
so viel zeit hat doch keiner!
Jensel
2007-03-08 10:34:14 Uhr
Es ist wirklich schade, dass die Ladies an alte Großtaten nicht mehr anknüpfen können. Dennoch: Alle BNL-Platte haben eines gemein. Sie klingen anfangs immer völlig belanglos, wachsen dann aber. Das ist auch hier der Fall. Also gönnt der Platte fünf, sechs Durchläufe.
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