Tenacious D - The pick of destiny

Tenacious D- The pick of destiny

Epic / Sony BMG
VÖ: 09.02.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Fett und doof

Und hier eine weitere Folge unserer losen Reihe "Mystische Sagen der Rockgeschichte": Zu einer unbekannten Zeit in einem unbekannten Land schlenderten zwei Wandergesellen mit einer akustischen Gitarre auf dem Buckel eine lange und dunkle Straße entlang. Aus dem Nichts tauchte plötzlich ein blutroter Teufel vor ihnen auf, welcher den besten Song der Welt vorgespielt bekommen wollte. Andernfalls würde er die unschuldigen Seelen der Wandersleute verspeisen. Blickkontakt, bespuckte Hände und ...

Was auch immer in dieser Nacht geschah: Tenacious D weilen weiterhin unter den Lebendigen. Und weil heutzutage jeder Witz ausführlich erklärt werden muß, lassen sich der hyperaktive Jack Black und sein schütterer Kompagnon Kyle Gass einen dicken Hollywood-Schinken inszenieren: Auf der Suche nach der Inspiration geraten Jables (Black) und Kage (Gass) dem Geheimnis des sagenumwobenen "Pick of destiny" auf die Spur. Geschmiedet aus einem Zahn des Teufels hat dieses Plektrum noch jedem Gitarristen zum Rockhelden gemacht. Was Tenacious D dabei mit Mietschulden, Zahnersatz, brennenden Gitarrensaiten und abgestoßenen Hörnern alles so anstellen, soll hier nicht verraten werden.

Zu erwarten war ohnehin, daß sich Black und Gass für dieses hanebüchene Szenario wieder der massiven Anziehungskraft der wilden Siebziger und haarversprayten Achtziger ergeben. Es gibt schließlich nur zwei Arten von Musik: Hardrock und Heavy Metal. Für "The pick of destiny" flämmen Tenacious D einem mit Anleihen aus Klassik ("Classico"), Folk ("Baby"), Pop ("The government totally sucks") und gar Manowar-Chorälen ("Beelzeboss (The final showdown)") die Achselhaare weg. Ohne zu vergessen, dass mindestens jedem Song ein Four-Letter-Word in die Öffnung geschoben werden gehört. Und wenn man schon die Geschichte der eigenen Band mit allen Möglichkeiten der Pyrotechnik in die Luft jagt, muß der Soundtrack natürlich mindestens genauso hoch kommen. Wie bei den großen Vorbildern: Zur Not geht's eben mit dem Gemächt in die viel zu engen Lederhosen.

Natürlich mangelt es nicht an prominenter Unterstützung. So schwingt nicht nur Alleskönner Dave Grohl wieder seine Sticks in der Luft, um den Teufel zu geben. Meat Loaf wackelt als Jables' Paps mit seinem stattlichen Bauch in tonalen Höhen. Und Ronnie James Dio himself antwortet direkt vom angeflehten Poster herab. Das herrlich überladene "POD" wird zum Highlight einer kurzweiligen Platte, welche mit dem vertracktem "Kickapoo" glorreich eröffnet wird und mit "Papagenu (He's my sassafrass)" ein schockschwarzes Kinderlied hervorbringt. Ein buntes Allerlei treibt seine Späße auf diesem Soundtrack, getragen von kleineren Hängern und standhaften Hits, lyrischen Schweinereien, depperten Drehbuchzitaten und irrwitzigem Humor. Und selbst wenn "The pick of destiny" dabei draufgeht - "You can't destroy the metal." Aber wann hören wir endlich den besten Song der Welt?

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Kickapoo
  • Papagenu (He's my sassafrass)
  • POD

Tracklist

  1. Kickapoo
  2. Classico
  3. Baby
  4. Destiny
  5. History
  6. The government totally sucks
  7. Master exploder
  8. The devide
  9. Papagenu (He's my Sassafrass)
  10. Dude (I totally miss you)
  11. Break in - city (Storm the gate!)
  12. Car chase city
  13. Beelzeboss (The final showdown)
  14. POD
  15. The metal

Gesamtspielzeit: 33:46 min.

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