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Pop Levi - The return to form black magick party

Pop Levi- The return to form black magick party

Ninja Tune / Rough Trade
VÖ: 09.02.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

What's your name, please?

"Hey Pop, kannst du mir nächste Woche beim Umzug helfen?" oder "Du warst so verdammt gut, Pop, hast du eine Zigarette?" Wie nervig es sein muss, sich mit Pop Levi über Musik zu unterhalten, will man sich lieber gar nicht vorstellen. "Popmusik ist doch was für Mädchen, Pop." Auf Partys hatte Levi jedenfalls ganz bestimmt stets direkt einen Eisbrecher parat. "Hi, ich bin Pop." Wer wird da nicht neidisch? Pop Levi, das ist ein Londoner, der in Liverpool sozialisiert wurde und mal Gründungsmitglied der längst vergessenen Ladytron war. Hing ein bißchen in L.A. rum und ist jetzt wieder für sein Debütalbum in den Nebel nach Hause gekommen. Und dieser seltsame Kauz, der wie ein Jesus aussieht, welcher sich abends gerne Mal in Esmeralda Queer, oder so ähnlich, verwandelt, hat sich da was ganz Besonderes überlegt: nichts Geringeres nämlich als eine musikalische Re-Revolution.

"The return to form black magick party" ist eine selbstprophezeihende Drohung. Und dieser Mann wird ein Star. Pop Levi hat sich auf eine lange Reise begeben, unter anderem mit Zwischenstation auf dem Heimatplaneten von Ziggy Stardust. "Pick-me-up uppercut" klingt wie die legitime Schaufel, die den Glam Rock wieder ausgraben darf. Dabei kickt einen schon der Opener "Sugar assault me now" mit spitzen Alligatorstiefeln mitten in diesen purpurfarbenen Wahnsinn. Man erinnert sich vielleicht: Austin Powers reiste zwischen den Zeiten umher und stellte fest, dass Menschen - egal, wann sie leben - groovy sind. Pop Levi beweist in etwa genau das Gegenteil: "Skip ghetto" hat Levi aufgesammelt, als er den kaum noch befahrenen Highway 61 revisited hat, und "Flirting" ist der Song den damals in Woodstock alle hören wollten, der aber einfach noch nicht geschrieben war. Dieses Album ist Exzess. Dieses Album geht zu weit. Dieses Album ist in seinem musikalischen Rahmen extrem. Solche Musik kennt die Jugend von heute nur noch vom Hörensagen. Und so weiter.

Seien es Led Zeppelin oder MC5, dieser Wildfang bringt zusammen, was zwar nicht unbedingt zusammen gehört, und dennoch herrlich funktioniert. Aber auch an fröhlich-entspannte Parties für leichtbekleidete Frohnaturen hat er gedacht. "Dollar bill rock" wäre nämlich locker als ein sagenumwobener, noch unbekannter Beatles-Songs durchgegangen und lädt zum körperkontaktreichen Mit- und Aufeinander ein. Man verstehe bitte nichts falsch: Pop Levi ist mehr als nur plumpe Hippie-Ästhetik. Er ist auch noch ein wirklich guter Songwriter. Gar nicht unbedingt weit weg von dem New Weird America oder einem Jack White. Und auf ganz individuelle Art und Weise innovativ. Die Hooks sind an der richtigen Stelle, die Blättchen zwar fast alle, aber man weiß auch so ganz genau: Dieser Mann trägt seinen Namen eben doch nicht ganz zu Unrecht.

Der Rausschmeißer auf dieser Platte ist vielleicht einer dieser Songs, die in "High fidelity" beschrieben werden: die sich einbrennen, die man sich merkt, die so sehr die Essenz von so vielem ausdrücken, dass man einfach nur lächelt und nickt. "From the day that you were born" ist vielleicht klebrig. Vielleicht nicht zeitgemäß. Vielleicht sogar unnötig. Aber sollte man annehmen, es sei wirklich Zufall, dass sich früher oder später jeder, der Musik macht, mit dem Thema auseinander setzt? Ist dafür Popmusik nicht mehr oder weniger erfunden worden? Von wegen nur für Mädchen. Diese Party ist jedenfalls mehr als geglückt. Man ist gespannt, wozu Pop noch so einlädt.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Sugar assault me now
  • Skip ghetto
  • From the day that you were born

Tracklist

  1. Sugar assault me now
  2. Blue honey
  3. (A style called) Crying chic
  4. Pick-me-up uppercut
  5. Skip ghetto
  6. Dollar bill rock
  7. Flirting
  8. Mournin' light
  9. See my lord
  10. Hades' lady
  11. From the day that you were born

Gesamtspielzeit: 44:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Susu
2007-04-02 19:08:29 Uhr
Hmmm, das brauchst Du mir nicht zu sagen. Hab mich nur gewundert, warum dazu kein Thread im Forum auf ist
Sidekick
2007-04-02 17:55:53 Uhr
Guckst du hier.






Susu
2007-04-02 17:35:58 Uhr
Da stand ich doch eben im Plattenladen, wie üblich auf der Suche nach nichts bestimmten, und da stolpere ich doch über diesen hässlichen Typen. Und bei dem Namen und dem Albumtitel war ich einfach GEZWUNGEN zum Reinhören. Im ersten Moment hat mich der Schlag getroffen, im zweiten Momenten war ich schon fröhlich am mitwippen, gekauft habe ich sie nach Moment Nr. 3 (zusammen mit - man achte drauf - dem aktuellen Maximo-Park-Album und "Myth Takes" von !!!).

Leute, dieser Typ kickt extrem! Da ist ein geiler Track nach dem anderen auf dem Album - einerseits ziemlich Beatles- und Hippie-lastig, andererseits überraschenderweise sehr modern. Und der hat ja wohl den absoluten Groove. Wer mal was anderes braucht als den "Daily Indie Kick", der sollte sich dieses wunderbar verschwurbelte Album schnellstens mal reinziehen. Außerdem beweist Pop Levi das, was man früher schon wusste, und damals auch so handhabte: Pop-/Rockstars sehen einfach scheiße aus. Amen!
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