The Meeting Places - Numbered days

The Meeting Places- Numbered days

Words On Music / Indigo
VÖ: 09.02.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der Hall of fame

Indierock der Marke "shoegazer" - zu Deutsch "Schuh-Anstarrer" – taucht immer mal wieder auf, verschwindet dann wieder, ist aber irgendwie nie ganz weg von der Bildfläche. Man denke zum Beispiel an den wunderbaren Soundtrack zu Sofia Coppolas ebenso wunderbarem Film "Lost in translation": Scarlett, Bill und Tokio untermalt von The Jesus & Mary Chain, My Bloody Valentine und Kevin Shields solo – wer kommt da wohl nicht ins Schwärmen? Auch die Kalifornier The Meeting Places richten auf ihrem mittlerweile zweiten Album "Numbered days" zwar oft den Blick auf ihr Schuhwerk, kommen dabei aber trotz einiger Umwege durch verhallte Gitarrenlandschaften immer beim schöngeistigen Popsong an. Dicht, voller Melancholie und dennoch sehr eingängig sind die zehn Songs dieses Albums. Und wenn das Wetter hierzulande nur mitspielen würde, wären sie der perfekte Wintersoundtrack.

Die Band wurde 2001 von vier Gitarristen in Los Angeles gegründet, wovon sich dann zwei dem Bass und Schlagzeug zuwandten. Der Sound des Quartetts ist schnell beschrieben: Zwei Fender Jazzmaster umgeschnallt, der Hall voll aufgedreht, dazu eine meist zurückgelehnte Rhythmusgruppe und die verträumte aber dennoch sehr präsente Stimme von Chase Harris. Von der ersten Sekunde an zieht den Hörer "Love like the movies" herunter und infiziert ihn mit seiner berauschenden Schwere. Unterstützt durch den Einsatz von Glockenspiel leiert "Until its gone" nicht weniger schön als einst My Bloody Valentine. Da drängt sich die Frage auf, seit wann Bands aus Südkalifornien so melancholisch klingen.

The Meeting Places sind eindeutig mehr als nur Epigonen. Auf "Nothing's the same" wird auch mal etwas rauer angepackt. Überhaupt erinnert die "Numbered days" anhaftende Ungeschliffenheit zuweilen etwas an Radioheads "Pablo honey". Ein Überhit, wie ihn damals die Briten im Repertoire hatten, fehlt hier aber leider. Auch das Album-Highlight mit dem bezeichnenden Titel "Hall of fame" wird es wohl nicht schaffen, The Meeting Places aus dem Underground in selbige hineinzukatapultieren. Schlimm ist das allerdings keinesfalls. Denn solange talentierte Jung-Regisseurinnen immer noch Kevin Shields und Co. aus dem Plattenregal ziehen um damit ihre Filme zu verschönern, ist jederzeit auch Platz für frisches Gemüse wie The Meeting Places.

(Martin Stenger)

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Highlights

  • Love like the movies
  • Until it's gone
  • Hall of fame

Tracklist

  1. Love like the movies
  2. Until it's gone
  3. Nothing's the same
  4. Mumble
  5. Hall of fame
  6. Sink into stone
  7. Numbered days
  8. The city's asleep
  9. Pause
  10. Cardboard robot

Gesamtspielzeit: 32:44 min.

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