Chris & Carla - Fly high brave dreamers

Chris & Carla- Fly high brave dreamers

Glitterhouse / Indigo
VÖ: 09.02.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Late expectations

Gemütlichkeit ist eine Zier. Eilig haben es Chris Eckman und Carla Torgerson schon länger nicht mehr. Ihre letzte Zusammenarbeit als Duo ist schließlich gute neun Jahre her. Und auch "Acetylene", die flammende Rückkehr der Walkabouts, hat schon wieder zwei Jahre auf dem Buckel. Einen Knalleffekt gibt's bei "Fly high brave dreamers" trotzdem nicht. Eher das Flüstern danach.

Leise ist das dritte Album der beiden Ex-Liebenden nun aber doch nicht. Beschaulich trifft es viel eher. Wenn das "At the twilight's last gleaming" mit Pluckerbeat und Schrammelgitarre einsetzt und das Mellotron den Refrain ansäuselt, ist reichlich Platz für Torgersons Alt. Und einen entspannten Sarkasmus: "Guilty parties flee the room / Was not a party we went to." Auch Eckmans Heiserkeiten drängen sich nicht auf, nehmen sich Zeit und probieren es mit einer anderen Art von Nachdruck: "We say things till we mean it."

Diese beiden Beispiele gleich vom Anfang von "Fly high brave dreamers" weisen auch den weiteren Weg. Kaum ein Ton zuviel wird gespielt, und trotz des vorherrschenden Schleichtempos verzagt hier niemand. Statt Melancholie herrscht zuversichtliche Zurückhaltung. So wirken nicht einmal die gelegentlichen Steckdosengrooves und Hallsperenzchen als Fremdkörper. In "Ice station zebra" dienen sie vielmehr ebenso der meditativen Stimmung wie im Schleicher "Rising backwards", in dem Wasser tropft und der Bass trotzdem trocken brummt.

Und wer unter Andrej Jakuš' lyrischer Trompete sanft wegzuschlummern drohte, hat erstens bloß die Ruhe falsch verstanden und wird zweitens vom munteren "Raise your hands" wieder wach gestubst. Für einen kurzen Moment schimmert in dieser feinen Country-Rappelkiste wieder die Zornesröte von "Acetylene" durch. Auch "Whatever it takes" kennt noch einen beherzten Slogan: "God is such a mess." Aber auf "Fly high brave dreamers" geht es nicht um altkluge Weisheiten oder ruppiges Aufbegehren. Und spätestens wenn Torgerson im Titelsong den Albumtitel zum folkigen Mantra macht, entspannt man sich wieder. Denn man hört es in der Musik: Die Welt wird sich weiter drehen. So oder so.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Ice station zebra
  • Rising backwards
  • Raise them hands
  • Whatever it takes

Tracklist

  1. At the twlight's last gleaming
  2. Things we should have known
  3. ICE station zebra
  4. Taking leave of my senses
  5. Long slow river
  6. Love sleeps late
  7. Rising backwards
  8. Raise them hands
  9. Whatever it take
  10. Fly high brave dreamers
  11. Salad days

Gesamtspielzeit: 50:06 min.