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Tristania - Illumination

Tristania- Illumination

Steamhammer / SPV
VÖ: 19.01.2007

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Es werde Licht

Uns es ward Licht. Die erste Erleuchtung erfährt man schon beim Blick aufs Plattencover: Denn die von dort düster blickende Schönheit namens Vibeke Stene erfreut nicht nur das Auge, sondern kann auch sehr souverän schmachten, säuseln und verrucht raunen. Und so erfrischt der Opener "Mercyside" als das was man im Bereich des Gothic Metal leider nicht mehr allzu häufig zu hören kriegt: ein interessant aufgebauter und emotional packender Song, auch wenn er dezent Erinnerungen an Spätwerke der Pioniere Tiamat weckt.

Auch später wird es des Öfteren mal durchaus in bekannter Manier schallen. Denn Tristanias Wege hat schon manch anderer zuvor beschritten: Ausgehend von derbem Knüppelgrund, auf dem sich ein Growler mit einer zarten Sopranstimme duelliert, verfeinerten Tristania während ihrer nunmehr mehr als zehnjährigen Karriere nach und nach ihren Stil: Feingliedriger wurde er, vielschichtiger und - nahezu unvermeidlich - symphonischer. Dies führt natürlich schnell zum Vorwurf des Sellouts von Seiten der Anhänger der "wahren Lehre".

Aber gerade dadurch, dass "Sanguine sky" ein Popsong ist, auf den Evanescence stolz wären, entpuppt sich Tristanias fünftes Album "Illumination" als eine erhellende, weil abwechslungsreiche und unterhaltsame Erfahrung. "Sacrilege" ist eine orchestral schallende Breitseite mit verqueren Vocals von Osten Bergoy, während "Open grounds" und vor allem das abschließende "Deadlands" schon recht tief in die von Nightwish aufgestellte symphonische Pathos-Posen-Falle tappen. Bereichernd wirkt sich in solchen Fällen der Umstand aus, dass seit dem Ausstieg von Kjetil Ingebrethsen der Posten des Growlers vakant ist und der Bergoy diesen Part im Studio nicht ganz ausfüllen konnte. Denn der als Gastsänger für das an die Fields Of Nephilim gemahnende "The ravens" geladene Vorph von den Schweizern Samael macht diese Düsterhymne zu einem atmosphärischen Highlight. Diese "Illumination" läßt zwar wenig in neuem, aber doch einiges in einem schaurig-schönen Licht erscheinen.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • Mercyside
  • The ravens

Tracklist

  1. Mercyside
  2. Sanguine sky
  3. Open ground
  4. The ravens
  5. Destination departure
  6. Down
  7. Fate
  8. Lotus
  9. Sacrilege
  10. Deadlands

Gesamtspielzeit: 48:27 min.

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  • Tristania (15 Beiträge / Letzter am 30.09.2006 - 21:59 Uhr)