Ian Love - Ian Love

Ian Love- Ian Love

Arctic Rodeo / Al!ve
VÖ: 26.01.2007

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

In the name of Love

Schon komisch, dass einem beim Gedanken an Ian Love zunächst Zeilen eines deutschen Schlagers in den Sinn kommen: "Manchmal spielt das Leben mit Dir gern' Katz' und Maus / Immer wird's das geben, einer, der trickst dich aus." Dabei hat der durchaus als Urgestein der New Yorker Hardcore-Szene zu bezeichnende junge Mann weder was mit Udo Jürgens noch mit Tom oder gar Jerry am Hut; geschweige denn hat er sich jemals für irgendwelche Blumen bedankt. Und doch wurde Mr. Love im Laufe seines bisherigen Lebens ein ums andere Mal ausgetripst, pardon, ausgetrickst. Rockstars und Drogen. Das alte Lied. Man kennt das ja.

Was man auch kennt, ist der allgegenwärtige, quasi zeitlose Trend, dass früher oder später fast jeder Bursche der hart und laut musizierenden Zunft sein Leben in geregelte Bahnen bringt, um als Singer/Songwriter auf einem Soloalbum zu landen. So auch Ian Love. Nach jahrelanger Saitenarbeit für die damalige NYHC-Institution Burn, dem noisigen Werkeln bei Die 116, dem Einstieg bei Walter Schreifels' großartigem Projekt Rival Schools, der zwischenzeitlich neu gegründeten, eigenen Band namens Cardia und Arbeiten für zahlreiche andere Bands begann Ian Love vor gut einem Jahr mit der Vorbereitung der nun vorliegenden Werkschau.

Nach Rehaklinik-Aufenthalt und privat gefundenem Glück ist ihm ein recht persönliches Solodebüt gelungen, das so einige Songperlen in sich birgt. Der Opener "The only night" gehört beispielsweise dazu und weist gleichzeitig den Weg der folgenden Dreiviertelstunde: wunderschöne Melodien, behutsame Klänge der Akustikgitarre und eine sich zurückhaltende Rhythmusfraktion gepaart mit leisem Gesang. Zusammen mit der Backgroundstimme von Kamara Thomas klingt so etwas dann mitunter zuckersüß oder einfach zauberhaft.

Voller Melancholie bahnen sich die Falsett-Nummer "Sky to fall", das catchig-poppige "Butterfly", das treibende, von der Drogenvergangenheit handelnde "Turn off" oder das Liebeslied "Don't let go" den Weg in Ohr und Herz des Zuhörers. Hier hört man ein Piano, dort ein paar Streicher, hier eine Mundharmonika, dort einen Bass. Und wenn man bedenkt, dass Love das alles alleine eingespielt hat, verdient das Ergebnis seiner Arbeiten jede Menge Respekt. Und tröstet ein wenig darüber hinweg, dass "Ian Love" alles andere als ein Album für die Ewigkeit geworden ist. Aber für die Katz', das ist es definitiv nicht.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • The only night
  • Butterfly

Tracklist

  1. The only night
  2. Sky to fall
  3. Butterfly
  4. Old enough
  5. Turn off
  6. Don't let go
  7. Black diamonds
  8. Hold me now
  9. Hear a song
  10. It's not over
  11. You bring light
  12. Lost on the river

Gesamtspielzeit: 43:36 min.