Helge Schneider - I brake together

Helge Schneider- I brake together

EMI
VÖ: 19.01.2007

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Mensch Helge

Guten Tach! Fragen tut man sich ja schon immer ganz gerne noch, wo das noch hinführen soll mit dieser Welt. Die Milch ist sauer, das Baby weg, der Zahnersatz zu teuer, und im neuerdings als Portmonee verunstalteten Gefäß herrscht Ebbe. Was bloß tun? Zugegeben, Antworten kennen auch die Bücher von Helge Schneider nicht. Oder seine Shows. Nicht mal die Filme. Die Platten. Oder der Klapperstrauß. Aber, und das ist das Entscheidende: Es steckt da überall ein Fünkchen Wahrheit drin. Wir klären anlässlich seines schmunzelig betitelten "I brake together"-Albums auf:

Ein ganz klein wenig missverstanden ist er ja immer noch, der Helge. Neulich am 12. Dezember startete seine Tour in Paderborn. Und man kann sich sicher sein: Als öfters auch mal musizierenden Quatschmacher sahen ihn dort bestimmt wieder einige. Quatschmacher. Komiker. Wie die im Feierabend-Programm mit ihren einstudierten Witzchen. Aua. Wir nähern uns: Als er mal wieder durch die TV-Landschaft tingelte, auf Promowanderschaft für sein aktuelles Büchlein "Die Memoiren des Rodriguez Faszanatas", mochte ihn manch einer vielleicht sogar als des Dadaismus' fette Beute erkennen. Eine Einschätzung, die grundsätzlich mal gar nicht so schlecht ist. Und diesen Monat wird der verzweifelte Versuch der Schubladisierung in eine neue, spannende Runde gehen. Es startete nämlich dieser neue Film von Dani Levy. Und als was ihn Hunderttausende von Menschen in diesem Streifen sehen werden, sollte sich mittlerweile bereits rumgesprochen haben.

Allerdings: Möchte man dem Phänomen Helge Schneider auf den Zahn fühlen, muß man gar nicht mal so furchtbar viel weiter suchen als bis etwa ungefähr zu dieser aktuellen Platte. Denn auch hier gibt sich Mühlheims Botschafter in Sachen Höchstkultur wieder als das zu erkennen, was er im Grunde genommen wirklich ist. Es wird einige jetzt vielleicht total überraschen. Also Trommelwirbel denken, jetzt. Ein Mensch. Ja, tatsächlich. Gleich 22 sehr, sehr gute Lieder mögen es vielleicht nicht ganz geworden sein. Und der "Telefonmann" oder "Texas" gehen sogar in ihre Quasi-Verlängerung. Aber das Ding ist, daß er es auf seine gagaeske Art wieder geschafft hat. Den Gegenpunkt zu setzen. Im Zeitalter der leeren Portokassen, der sauren Milch, des Heiratsschwindels und der Plastik-Titten packt dieser Mann seine ganze Chuzpe (gut, und sein Klavier) in "Bitte geh nicht vorbei". Und besingt das Kribbeln im Bauch mal wieder nah am Leben. "Durch den Himmel der Liebe / Hand in Hand / Durch das Land der Zufriedenheit." Ach, Helge ...

Für lustigen Käse darf manch einer, wie damals beim "Möhrchenlied", jetzt aktuell wieder sein "Käsebrot" halten. Sein Loblied auf dieses kleine Leckerli. Auch "Lady Suppenhuhn" ist ein Herzen in Richtung lecker Fressifressi. Aber gerade auch hier demonstriert der Helge, aus welchem Holz er eigentlich geschnitzt ist. Er hat eben noch Zeit. Empfindet auch für die kleinen Dinge im Leben. Und macht Lieder darüber. Ist damit uns modernen, terminierten Rein-raus-fertig-Leuten eigentlich mindestens um eine Haarespitze vorraus. Sowieso ein guter Jazzmusiker. Der vielleicht auf Platte längst nie so gut ist wie in echt. Aber auch hier wieder gerne seine Interpretationen von guten, alten Schinken dranhängt: "Fly me to the moon", "Georgia on my mind", gar "Jailhouse rock". Fehlt eigentlich nur noch ein fröhlich schwoofender Serge Gleitmann. Also demnächst mal wieder besuchen gehen. Hurra, wir fliegen!

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Käsebrot
  • Bitte geh nicht vorbei

Tracklist

  1. Meine Supermaus
  2. Käsebrot
  3. I brake together
  4. Lady Suppenhuhn
  5. Die Trompeten von Mexiko
  6. Pinguine können nicht fliegen
  7. Texas
  8. Bitte geh nicht vorbei
  9. Der Telefonmann
  10. Mädchen wollen küssen
  11. Fly me to the moon
  12. Georgia on my mind
  13. Jailhouse rock
  14. Piano solo
  15. Interview

Gesamtspielzeit: 57:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Daharka
2007-01-28 14:15:44 Uhr
überbewertet, helge schneider hat leider seinen zenith weit überschritten, klingt alles wie damals... er kopiert sich nur noch dauerhaft!
Greylight
2007-01-28 05:12:37 Uhr
Nach dem eher mißlungenen Führer freut man sich dann irgendwie doch unglaublich über so ein sexy Käsebrot. ^^

Und gleich mal einen sensationallen Platz 1024 bei der großen Käsebrot Chällenge belegt...
rüde
2007-01-28 02:20:15 Uhr
der typ is einfach nur geil.
bla blub
2007-01-16 15:23:21 Uhr
ich mag ihn lieber als jazz-musiker. bei seinem spiel kommt der etwas eigene humor ziemlich genial durch und zudem sehr melodische soli. egal auf welchem instrument.
Armin
2007-01-16 14:24:09 Uhr
Artist: Helge Schneider

Titel: 90 Sek Album Teaser



Windows Media Audio: http://www.emiextranet.com/Stream/6537/68563.asx



Real Media Audio: http://www.emiextranet.com/Stream/6537/68562.ram



Eine fetzige Soundmischung aus:



I Brake Together

Käsebrot

Lady Suppenhuhn

Meine Supermaus

Die Trompeten von Mexico
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