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Various Artists - A broke down melody - Music from and inspired by the film

Various Artists- A broke down melody - Music from and inspired by the film

Universal
VÖ: 05.01.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Dicker als Wasser

Wir wären dann so weit. Für die letzte musikalische Gratwanderung zwischen Ebbe und Flut, Kiffen am Strand und Knutschen im Gebüsch. Wir können es nämlich nicht mehr hören, die windelweichen Ergüsse um die Surfkultur. Die uns das Leben zwanghaft versüßen will, die uns die Sonne vom Himmel holt und sich über unseren strebsamen Arbeitsalltag lustig macht. Morgen nageln wir die Flipflops an die Wand, verscherbeln die akkustische Gitarre und das Zündelholz fürs Lagerfeuer. Gleich, nachdem wir uns diesen neuen Film von und mit Jack Johnson angeschaut haben. Und auch das machen wir nur, weil es die Freundin eben so will.

Wir hatten nämlich eigentlich schon genug Sand in der Badehose gesammelt. Und doch gibt Johnson nicht auf. "A broke down melody" heißt sein nächster Coup, der mal wieder mit allen Wassern aus Jamaika, Indonesien, Tahiti, Hawaii, Mexiko und Südamerika gewaschen ist. Sein dritter Film über die Schönheit des Surfens, die Lichtspiele der Strandlandschaften dieser Welt und die Prahlerei diverser Surfprofis. Festgehalten wurden die Schauplätze im ziemlich charmanten 16mm-Format. Darauf, dass sie zudem mit ziemlich grünem Dampf umnebelt wurden,lassen wir uns aber jetzt erst gar nicht ein.

Wir lauschen lieber den versonnen Klängen des Soundtracks, der doch tatsächlich ein paar handfeste Überraschungen an Land spült. Nicht nur ein unveröffentlichter Track von Eddie Vedder geht dem Hörer da ins Netz, sondern auch ein ziemlich toller Astor-Piazzolla-Mix von Koop. Da werden Johnsons eigene Sachen mal locker mit der Wucht ihrer Gischt unter den Muschelbergen vergraben. Vedder, der alte Surfer, verströmt von einem Banjo getragen den Charme des Wellenreitens mit jedem Ton. Melancholie strömt in die Glieder, die Sehnsucht nach der warmen Brise um die Nasenspitze wächst und wächst. "Vuelvo al sur" von Piazzolla hingegen bekommt ein swingendes Unterteil verpasst und entdeckt die Langsamkeit im Loungelook. Das sind Perlen. Gefischt und poliert.

Neben dem verspielten "Know how" der Kings Of Convenience und dem manisch wummerndem "Needles in my eyes" der Beta Band, kann "A broke down melody - Music from and inspired by the film" aber eben auch mit streckenweiser Langeweile durch das ausgediente Geklampfe von Johnson dienen. Die sonnendurchflutet melancholische Stimmung des Films wird im Ganzen dennoch musikalisch trefflich eingefangen und bietet sich zum Träumen an. Wir dürfen also angemessen rührselig genießen. Und schicken trotzdem die längst überfällige Flaschenpost auf den Weg, um den Sonnenbarden Johnson um ein wenig mehr Aufregung zu bitten.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Know how (Kings Of Convenience)
  • Goodbye (Eddie Vedder)
  • Needles in my eyes (The Beta Band)
  • Vuelva al sur (Astor Piazzolla, remixed by Koop)

Tracklist

  1. The cave (Culver City Dub Collective)
  2. Breakdown (Film versions) (Jack Johnson)
  3. Know how (Kings Of Convenience)
  4. We need love (Johnny Osbourne)
  5. Transfiguration #1 (M. Ward)
  6. Let it be sung (Jack Johnson with Matt Costa and Zach Gill)
  7. Goodbye (Eddie Vedder)
  8. Needles in my eyes (The Beta Band)
  9. Window (Doug Martsch)
  10. The road (Matt Costa)
  11. Vuelvo al sur (Astor Piazzolla, remixed by Koop)
  12. Home (Jack Johnson)

Gesamtspielzeit: 43:32 min.

Referenzen

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