Rogue Traders - Here come the drums

Rogue Traders- Here come the drums

Red Ink / Rough Trade
VÖ: 08.12.2006

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Spielhölle

Der saftige Apfel, aus dessen Inneren sich nach einem herzhaften Biß ein Würmchen entgegenkrümmt. Die eben geküßte Dame, die durch die aufgesetzte Brille gesehen doch einiges ihrer vorigen Attraktivität einbüßt. Und dann natürlich die hotte Musikband, die aber auch wirklich alles tut, um sich bei einer möglichst großen Anzahl von Musikhörern beliebt zu machen. Es schrillt und scheppert für die Elektro-Crowd, die Indie-Mädchen freuen sich über leicht tanzbare Klangkonstrukte, und auf der Bühne shaket und säuselt ein kaum bekleidetes Püppie für die guckenden Herren. Aber ach, dumpfes Blendwerk überall.

Es muß nicht einmal erwähnt werden, daß Frontgirl-Blondie Natalie Bassingthwaithe dieser Rogue Traders wie einst Kylie Minogue ursprünglich der Aussie-Endlosserie "Neighbours" entspang. Und somit ihr Dreifach-Platin wohl kaum über den verschwitzen Weg des Proberaums und Jugendzentrumkonzerts errockt hat. Nein, diese Realness-Polizei-Sache muß man ja auch mal hinter sich lassen. Wenn es dem Musikorgan gefällt, dann gefällt es ihm eben. Wo wir dann aber auch beim Punkt sind: Denn gefallen kann "Here come the drums" absolut gar nicht.

Grobkörnige Elektro-Beats wummern bassig auf Höchsttouren, die Gitarre gleitet in verzerrten Sci-Fi-Galaxien, und Miss Bassingthwaithe gibt zwischen all dem Maschinen-Firlefanz ihr bestes, um gesanglich Popsternchen wie Christina Aguilera und Britney Spears nahezukommen. Das Erreichte ähnelt aber beispielsweise in der Single "Voodoo child" hinsichtlich seiner Eleganz bestenfalls einem kreischigen Cheerleader-Chor. Und auch die klebrigen Balladen "Rescue me" und "Casting aside" ändern nichts am Eindruck, daß das gesamte Album aus unzähligen Hi-Score-Melodien bunter Spielhöllen zusammengekleistert wurde. Wer sich diese Platte aufgrund des Labelstickers und der bislang fast durchweg hochklassigen Veröffentlichungen des noch jungen "Red Ink"-Stalls kauft, wird erbost sein Geld zurück fordern.

Wirklich ärgerlich ist aber dann noch vor allem, daß für die Eingangsmelodie von "Watching you" beim feinen "My Sharona" von The Knack geklaut wurde. Wie kann sich diese Plastikcombo nur erlauben, ernsthafte Rockmusik zu fleddern? Die GEMA wünscht man ihnen an den Hals! Und Schlimmeres! Nein, lieber den eingangs erwähnten fauligen Apfel bis auf den letzten wurmigen Rest aufessen, sowie ganze Abende mit dem unansehnlichem Gruselmädchen durchküssen, als das hier.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

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Tracklist

  1. Believer
  2. Voodoo child
  3. Way to go!
  4. World go 'round
  5. Rescue me
  6. Watching you
  7. Change the channel
  8. We're coming home
  9. Fashion
  10. White lightning
  11. In love again
  12. Casting aside

Gesamtspielzeit: 44:35 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2006-11-21 20:50:26 Uhr
INXS, Kylie Minogue. Und nun die Rogue Traders! Unglaublich, was der fünfte Kontinent so an Exportgütern bereit hält: Die Band um den "Neighbours" - Star (Kylie-Analogien sind durchaus nachvollziehbar) Natalie Bassingthwaithe räumt nicht nur daheim ab (mit den ersten drei Single-Auskopplungen erreichten die Rogue Traders die australischen Top 10, das Album wurde bislang mit Dreifach-Platin ausgezeichnet), auch in UK lief die Single und das Video "Voodoo Child" bereits vor der offiziellen VÖ unglaublich gut an, erreichte in der zweiten Chartswoche Platz 3 und verkaufte allein über 100.00 Exemplare des physischen Tonträgers!
Und jetzt schicken Natalie & Co sich an, Deutschland zu erobern – am 08.12. steht das Album „Here Come The Drums“ (Red Ink / Rough Trade) in den Läden!

Tamara
2006-10-23 15:49:59 Uhr
Nein, nein, Mr. Depp.
Lied ist trotzdem toll! ;)
depp
2006-10-23 15:25:41 Uhr
also am besten fred löschen?
Tamara
2006-10-23 14:37:25 Uhr
OK, das hört sich wirklich nicht so schick an...
kelle
2006-10-22 15:21:37 Uhr
na wenn das so ist, dann sag ich zu den rogue traders am besten: fahrt zur hölle!
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