Korn - Chopped, screwed, live and unglued

Korn- Chopped, screwed, live and unglued

Virgin / EMI
VÖ: 13.10.2006

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Verwaschmaschine

Ja, so langsam darf man sich wirklich fragen, was Korn manchmal für Unsinn treiben. Und gerne können wir in diesem speziellen Falle auch die Mädels und Jungs im Hintergrund einschließen. Denn ehrlich, blickt noch irgendwer durch im Kornschen Veröffentlichungswahn? Also es sind jetzt nicht die ganz regulären Alben gemeint, sondern der ganze Schnulli ringsum: "Greatest hits Vol. 1", die Mogelpackung "Live & rare", Singles mit Bonus-CDs oder DVDs hier und da, "See you on the other side" mit Extra-CD, als Mega-deluxe-total-überflüssig-Version mit Remixen und Videos und im übernächsten Monat dann als Supersize-Edition inklusive drei Waschmaschinen. Muß man natürlich alles haben, logisch.

So langsam macht sich also das Gefühl breit, Korn schreiben nur noch lauwarme Songs, damit die dann von allen Bling-Bling-Produzenten dieser Welt verschönert beziehungsweise verunstaltet werden können, je nach Ansicht eben. Und fragwürdig ist nun also auch, was DJ Michael "5000" Watts, der Gott der "Chopped and screwed"-Technik, auf der ersten CD veranstaltet. Beim Remix von "Twisted transistor" ist bis jetzt noch nicht klar, ob das Gekratze und Gespringe an der taiwanesischen Kopie der Markenanlage liegt oder tatsächlich ernst und real ist. Blöd klingt es aber allemal. Zum Glück kommen die restlichen Neuauflagen weniger verwaschen daher, und so bleibt genügend Zeit, um andere Phänomene zu erkunden. Zum Beispiel, wie man es hinbekommt, doch relativ unterschiedliche Songs wie "Love song" und "Getting off" so im Tempo zu drosseln, auf mau zu trimmen und mit einem ähnlichen Beat zu unterlegen, daß die Spannung auf CD1 aussieht wie die Herzrhythmuskurve eines schockgefrorenen Hühnchens.

Ein weiteres Mysterium ergibt sich, wenn man den zweiten Silberling einlegen will: Wieso sehen diese CDs nahezu identisch aus? Nach viermaligem Einlegen der falschen Scheibe wurde endlich die richtige gefunden, und so kann man nun Korn bei einigen Liveauftritten in einer Blechdose belauschen. Zumindest klingt "Hypocrites" so. Und mit dem Blick ins Booklet danach, entpuppt sich diese Büchse als das Kölner Palladium. Paßt also doch irgendwie. Gut, Liveatmosphäre will auch bei den neueren amerikanischen Mitschnitten nicht so recht aufkommen, aber immerhin überrascht "Liar" mit einem Klaviermittelteil, der dann auch das erste hochoffizielle Solo von James "Munky" Shaffer begleitet. Glückwunsch dazu.

Weniger Applaus gibt es dafür für die insgesamt vierte und fünfte verschiedene Version von "Coming undone", das in der "Stegnation"-Version etwas zerfahren klingt und im Mashup-Remix von The Matrix einzig alle Rapper aus dem umliegenden Block versammelt. Um so witziger erklingt dann die treibende Nintendo-Sleazy-Days-Version mit doppeltem Partyfaktor. Und damit der "Coming undone"-Overkill perfekt ist, probieren sich Korn selbst noch einmal in einer überraschend guten Live-Akustikversion daran, die wiederum auf der beiliegenden DVD mit Tiermasken audiovisuell aufgezeichnet wurde. Je nach Ansicht darf das dann wieder als halbwegs witzig oder mittelmäßig hohl betrachtet werden. Wie der ganzen Rest übrigens auch.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Coming undone (Sleazy Days Remix)
  • Coming undone (Live acoustic)

Tracklist

  • CD 1
    1. Twisted transistor
    2. Hypocrites
    3. Getting over
    4. Getting off
    5. For no one
    6. Love song
    7. 10 or a 2-way
    8. Coming undone
    9. Coming undone wit it (Korn vs. Dem Franchize Boyz) (Mashup by The Matrix)
  • CD 2
    1. Hypocrites
    2. Somebody someone
    3. Throw me away
    4. Liar
    5. Love song
    6. Blind
    7. Coming undone (Sleazy Days Remix)
    8. Coming undone (Stegnation Remix)
    9. Coming undone (Live acoustic)
    10. Twisted transistor (Live acoustic)

Gesamtspielzeit: 81:42 min.

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  • KoRn (274 Beiträge / Letzter am 10.09.2019 - 21:02 Uhr)