Golden Smog - Another fine day

Golden Smog- Another fine day

Lost Highway / Universal
VÖ: 24.11.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Blühender Spätherbst

Der kleine Supergroup-Hype, der vor ein paar Jahren noch um sich griff, scheint langsam abzuschwellen. Zwan lösten sich auf, bevor der letzte dieses Trauerspiel durchschaut hatte. Die Achtungserfolge von The Thorns, The Bens und Broken Social Scene betrafen vornehmlich die eher aufmerksamen Medien. Audioslave wissen weiterhin nicht, ob ihre dicke Hose noch politisch korrekt ist. Die Raconteurs haben bislang wenig mehr als eine bei Joe Jackson geklaute Single. Und was mit Army Of Anyone, Damnocracy oder Rock Star Supernova noch auf uns zukommen wird, wollen zum Glück nicht mehr allzuviele Leute wissen. Da ist es doch mal so richtig angenehm, wenn die Herrschaften Rockstars sich eher im Hintergrund wohlfühlen. Ihre Egos hintanstellen. Kleine, feine Musik machen, die wie zufällig passiert. Und eine Band wie Golden Smog dabei herauskommt.

Seit Jahren schon nämlich treffen sich Leute aus Minneapolis, Chicago und Umgebung, um einfach mal so ein paar Songs zu spielen. Welche dann mal am entspannten Folkrock schnuppern dürfen und auch selbst gerne mit dem einen oder anderen Akkord in der guten, alten Zeit herumlaufen sollen. Als die Gemeinsamkeit fast schon das Wichtigste war, wenn man zusammen auf die Bühne kletterte. "We are not two / We are one."

So kommt es, daß sich auf "Another fine day" so unterschiedliche Personen wie Gary Louris und Marc Perlman von den Jayhawks, Dan Murphy (Soul Asylum), Jeff Tweedy (Wilco), Jody Stevens (Big Star), Kraig Johnson (Run Westy Run) und ungezählte andere mit munter wechselnden Aufgaben auf die Suche nach Songs begeben. Und sich dabei jetzt schon zum vierten Mal belauschen lassen. Bei den verwackelnden Harmonien von "Beautiful mind", beim süßlichen Zwitschern der Single "5-22-02", beim angemessen knorrigen Scheppern von "Corvette" und "Hurricane", bei der ergreifenden Stille von "Listen Joe", beim besänftigenden "Cure for this" und bei der klappernden Euphorie des Titelstücks.

"Another fine day" wächst meist wie Kraut und Rüben vor sich hin, wurzelt tief und franst gerne an den Blätter aus. Ganz natürlich. Aber auch Blüten gibt es, die in meist matten, mal aber auch hübsch bunten Farben blühen dürfen. Und damit wunderbar in diese seltsame Jahreszeit passen, die doch genau weiß, wie kalt es eigentlich sein sollte. Und sich trotzdem nicht drum kümmert.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • You make it easy
  • Another fine day
  • Listen Joe
  • Strangers

Tracklist

  1. You make it easy
  2. Another fine day
  3. 5-22-02
  4. Long time ago
  5. Corvette
  6. Beautiful mind
  7. Listen Joe
  8. Cure for this
  9. Hurricane
  10. Strangers
  11. Frying pan eyes
  12. Gone
  13. Never felt before
  14. I can
  15. Think about yourself

Gesamtspielzeit: 63:57 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Obrac
2006-12-13 23:25:11 Uhr
Ah, sehr interessant. Mal sehen, ob der Saturn die Platte endlich mal reinbekommt..
Schön auf jeden Fall, dass Dan Murphy "Never felt Before", mein vorläufiges Lieblingslied von der Platte, geschrieben hat.
Oliver Ding
2006-12-13 23:19:44 Uhr
Im Booklet steht's. Oder bei Allmusic.
Obrac
2006-12-13 23:14:00 Uhr
Hat vielleicht jemand Infos, wer auf diesem schönen Album welches Lied geschrieben hat und singt? Würde mich interessieren.. Tweedy ist ja relativ unverkennbar, aber sonst..
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