Sepultura - The best of

Sepultura- The best of

Roadrunner / Universal
VÖ: 22.09.2006

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Brasiliensaga

Damals, 1997, hat die Welt die Band Sepultura verändert. Kleine Reibereien, der übliche Streß, vielleicht hier ein Wort zu viel und da eines zu wenig, dann war es passiert: Max Cavalera stieg aus und nahm seine Stimme mit. Zwar wurde mit Derek Green ein hochklassiger neuer Shouter verpflichtet, der der Band neue Impulse gab. Seinen Vorgänger ersetzen konnte er hingegen nicht. Für viele Anhänger des "Sepultribes" waren Sepultura tot, und Soulfly gaben nur eine schwache Ersatzdroge ab.

Acht Jahre zuvor, 1989, hatte die Band Sepultura die Welt verändert. Eine mit reichlich Idealismus gesegnete und mit einer Menge Exotenbonus ausgestattete Truppe aus Brasilien legte mit "Beneath the remains" ein Album vor, das in Thrash- und Death-Metal-Kreisen kaum einen Stein auf dem anderen ließ. Sepultura waren außerordentlich hart, ungewöhnlich präzise und hatten einen unverschämten Sinn für die kleine Melodie in einer Orgie aus Krach. Das war definitiv anders, als alles, was man auf diesem Sektor bisher gewohnt war. Der Vierer aus São Paulo machte sich ans Werk, ein Genre grundzusanieren. "The best of" ist nur dieser Phase der Bandgeschichte gewidmet: Die goldene Ära von "Beneath the remains" bis "Roots".

Nicht nur die Metalszene horchte auf. Denn ganz egal, wie wütend dieser Berserker am Mikrophon brüllte, gleichgültig wie fies sich die Gitarre in den Gehörgang fräste und wie unglaublich schnell die doppelte Bassdrum wummerte: Zusammengenommen hörte man immer einen winzigen Hauch Flamenco durch die Gewitter von Sepultura wehen. Dazu konnte man tanzen. Richtig tanzen, nicht bloß die Haare im Takt schütteln. Und egal wie true der Metal aus den Boxen schoß: Der räudige Punkköter war nie mehr als einen Halbton entfernt. Alternative-Rock-Hörer mit kaum vorhandener Metal-Affinität schwärmten plötzlich von diesen harten Riffs und der Leichtigkeit, mit der tonnenschwere Brocken durch die Luft gehoben wurden. Das ganze gipfelte in einem Urschrei: "Roots" war nicht mehr von dieser Welt. Diese Sepultura bald darauf auch nicht mehr.

Das Best-Of-Album, das nun mit gehöriger Verspätung dieser Bandphase huldigt, erzählt die Geschichte in einer knappen Stunde. Die Auswahl der Songs ist geschmackssicher und gut geeignet, den Unwissenden in die Materie Sepultura-Urbesetzung einzuführen. Natürlich fehlen "Cut throat", "Kaiowas", "Manifest" oder "Primitive future". Aber man würde keinen der vorhandenen Songs streichen wollen. Was für den ziemlich verspäteten Einsteiger durchaus Sinn macht, bietet für den Fan der Band allerdings keinen Mehrwert. Die Tracks stammen allesamt von den regulären Studioalben, der Raritätenfaktor liegt also bei Null. Dafür sprengt anderes jeden Rahmen. Damals wie heute.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Troops of doom
  • Inner self
  • Refuse/resist
  • Territory
  • Roots bloody roots

Tracklist

  1. Troops of doom
  2. Beneath the remains
  3. Inner self
  4. Arise
  5. Dead embryonic cells
  6. Desperate cry
  7. Refuse/resist
  8. Territory
  9. Slave new world
  10. Biotech is Godzilla
  11. Roots bloody roots
  12. Attitude
  13. Ratamahatta

Gesamtspielzeit: 54:17 min.

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