The Prize Fighter Inferno - My brother's blood machine

The Prize Fighter Inferno- My brother's blood machine

Equal Vision / Cargo
VÖ: 01.12.2006

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Human after all

Typen wie Claudio Sanchez, die können's ja einfach nicht lassen. Wer dachte, daß alles, was der mit Coheed And Cambria durchzieht, schon Ende der Fahnenstange wäre, darf sich hier und jetzt eines besseren belehren lassen. Und so viel sei hier schonmal gesagt: "My brother's blood machine" ist das ganz große Coming Out. Ein Statement in Musik gemeißelt, wie man es von diesem arbeitswütigen Halbgott in meist Schwarz, diesem Frank Zappa of Heliumcore hatte erwarten dürfen. Und noch so viel mehr. Du ahnst ja noch nicht, wie viel mehr eigentlich. Oder? Dann paß mal auf!

Gerade weil Sanchez hier mit dem auf dem letzten Coheed-And-Cambria-Album gestorbenen Inferno einen seiner Science-fiktiven Charaktere wiedererweckt, der hier sowas wie ein Prequel zum Rest der ganzen Geschichte erzählt, werden ihm seine Fans naturalemente an den Lippen kleben. Jetzt ist das mit Seiten-Projekten von Hauptsongschreibern und Querköpfen ja so, daß sie das Material aus guten Gründen unter anderem Label veröffentlichen, als das ihrer eigentlichen Band. Und daß das hier passiert, obwohl ja offensichtlich rein inhaltlich eine Verbindung besteht - das muß einfach einen echten Grund haben.

Den hat es auch. Sanchez ist einer dieser Hans Dampfs in allen Gassen, ein Non-Konformist und wohl auch Exzentriker, wenn es um seine Babies geht. Das wissen die Freunde von Coheed And Cambria ja sowieso. Was alle, die bisher noch nicht in den Genuß von "My brother's blood machine" gekommen sind, bis jetzt nicht wissen: Irgendwo in seinem Lockenkopf schwirrte noch eine weitere schräge Vision. Eine Vision dergestalt, daß er sein Faible für Elektronik, Folk und Soul mal endlich auf Platte ausleben solle. Und wenn seine Kopf-Stimme in "They know not" über Könnten-auch-Dntel-Sounds-sein streichelt, dann werden die meisten erstmal schlucken. Oder erbrechen.

Aber, weiterhören, meine Lieben. Ihr könntet sonst vielleicht die Offenbarung des Jahres verpassen. Nämlich: Unser Halbgott, er ist hier zum ersten Mal sowas wie irdisch. Auf einem Promo-Waschzettel würde sowas stehen: Kongenial wechselt "My brother's blood machine" hin und her zwischen intimen Folksongs, elektronischen Grooves und Eighties-Reminiszenzen." Würde sich mal jemand trauen, die Wahrheit zu sagen, er würde zugeben müssen, daß da in seiner Bescheidenheit mal jemand wieder wirklich maßlos untertrieben hat.

Ja, diese Platte hopst tatsächlich hin und her. Und zwar grenzgenial zwischen akustischen Vibes, Masturbation, Muckertum und Sanchez' überirdischen Phantasien. Er greift hier aus dem vollen Topf. Gräbt tief im Archiv der Musik, entdeckt selige Flows, die der musizierende Teil der Jackson-Family und Prince zurecht vergessen haben, legt die Käsefüße auf den Tisch, stöpselt mit Cubase ein paar selbstgebaute Beats aneinander, nennt das Ganze dann "My brother's blood machine", und mein Gott, das ist göttlich. Für die, die das nicht kapiert haben, was da eigentlich abläuft - es ist ein prägender Moment! Wir begegnen Claudio Sanchez hier vielleicht zum ersten Mal tatsächlich auf sowas wie Augenhöhe. Wir treffen ihn als Spinner, als einen Typen, der seit vier Jahren keinen Friseursalon mehr von innen gesehen hat, als Musikanten, der minutenlange auf seiner Klampfe rumkrampft, als Liedermacher wider besseren Wissens, als einen von uns also. Als einen, der dann mit Mundharmonika drüberrülpst. Darauf haben wir alle gewartet. Entmystifizierung geglückt. Es ist ein Musiker.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • The going price for home

Tracklist

  1. The going price for home
  2. The fight of Moses Early & Sir Arthur McCloud
  3. Our dalring daugher you are, little Cecilia Marie
  4. A death in the family
  5. The Margretville dance
  6. Accidents
  7. Run, gunner recall, run! The town wants you dead!
  8. Who watches the watchmen?
  9. Wayne Andrews, the old bee keeper
  10. The missing McCloud boys
  11. Easter

Gesamtspielzeit: 49:19 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
JD
2006-12-25 20:47:22 Uhr
Geht mir ähnlich, auch wenns mich selbst wundert.
Sorrki
2006-12-19 14:57:47 Uhr
Ich finde das Album gelungen und die Rezi sehr unpassend. Da kommen ja dreckige Poprockbands noch besser weg. Ich hätte ihr ne 7/10 gegeben.
fhgjfhdgfhgjfhgh
2006-12-02 12:21:22 Uhr
naja nach dem was ich so gehört hab sind die elektronischen einflüsse ma echt billig gemacht, klingt wien kinder keybaord teilweise
aber 2 punkte sind vll. doch bissel untertrieben
iTunes
2006-12-02 12:12:09 Uhr
Slipknot hat nicht verdient 7 bekommen und Sanchez hat auch nicht nur 2 verdient.
Was ich noch wissen möchte ist, was euch nicht daran gefältt, bisher kammen nur Kommentare wie:

Ich find's grausig
Mir ist schlecht geworden

usw.

geht auf die Musik ein, ich will nur wissen WAS ihr daran so "grausig" findet.

Trotzdem noch einen schönen Tag.
chucky
2006-11-30 22:22:42 Uhr
Slipknot haben verdient 7 Punkte bekommen und Sanchez hat verdient 2 Punkte bekommen...

Ich habs jetzt auch gehört und mir ist ohne Scheiß schlecht geworden :D
Dann hab ich Second Stage eingelegt und es ging wieder^^
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