Listen


Banner, 120 x 600, mit Claim

The King Khan & BBQ Show - What's for dinner?

The King Khan & BBQ Show- What's for dinner?

In The Red / Cargo
VÖ: 10.11.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Long before rock'n'roll

Den Hintern voller Rock'n'Roll, den Hals voll mit Soul, den Doowop in den Hüften und den Schalk im Nacken. Das ist die perfekte Kurzbeschreibung von Arish Khan alias King Khan. Bislang vor allem bekannt mit seinen Shrines, mit denen er wegen der Veröffentlichungen auf Hazelwood schon unter Kennern heiß gehandelt wurde. Und wie es der Zufall so will, traf King Khan eines Tages in der deutschen Hauptstadt auf seinen alten Mitstreiter Mark Peppe also known as Mark Sultan also known as BBQ, mit dem er bis 1995 in der kanadischen Metropole Montréal noch unter dem Namen Black Snacke die Spaceshits anführte und durch die Clubs Nordamerikas dirigierte. Was also lag näher, als sich mal wieder gemeinsam im Proberaum einzuschließen und sich ordentlich auszutoben? Gesagt, getan: Letztes Jahr erschien das gemeinsame Debutalbum. Ein Feger von Zwei-Mann-Rock-'n'-Roll-Platte. "What's for dinner?" ist schon der zweite Streich.

Und Streich ist noch stark untertrieben, denn gestreichelt wird hier nichts. Sagen wir lieber: Klatsche. Und was für eine! Wie anfangs erwähnt hakt das Duo sämtliche Stile ab, die die musikalischen Fünfziger eingeleitet haben, verzichten hierbei jedoch nie auf das nötige bißchen Ironie. Dennoch werden die beiden nie albern oder verhaspeln sich gar in Tinnef oder fehlendem Respekt. Im Gegenteil: Das stampfende "I'll never belong" beginnt friedlich, wird aber ein echter kleiner Arschwackler und bringt einen Gesang mit, der so zuckersüß Motown ist, daß man glaubt, Smokey Robinson von den Miracles vor sich zu haben. Anders dann wieder die klassische Punkabilly-Nummer "Zombie", die getreu ihres Namens ordentlich Gruftdunst geschnuppert hat. Wundervoll auch die Produktion. Die klingt so sehr nach Garage, daß man sich an der einen oder anderen Stelle nicht sicher ist, ob Produktion heutzutage wirklich noch so waschecht LoFi sein kann oder die Jungs eiskalt getrickst haben.

Und sollte das tatsächlich eine Garage gewesen sein: Etwas anderes als die Abgase eines Buicks, Cadillacs oder Chevrolets hat dieser Schuppen nie geatmet. Na gut, vor "Too much in love" vielleicht ein ordentliches Wölkchen feinstes Kraut, aber das sollte es dann auch gewesen sein. Anders kann man sich diesen Song nicht erklären, der wie ein knallroter Lollipop klingt und sich sicher ähnlich gut im Ohr festklebt. Ein Spaß, was die beiden Kranken hier angestellt haben. Die circa letzten 50 Jahre scheinen mehr oder weniger spurlos an ihnen vorübergegangen zu sein. Alles fühlt sich so echt an, wie eine Fälschung nur sein kann: Jungs, die heimlich Pomade kaufen. Besorgte Väter, die die knielangen Röcke ihrer Töchte beäugen. Jukeboxen, die regelmäßig mit einer neuen Buddy-Holly-, Roy-Orbison- oder Elvis-Presley-Single rechnen. In diese Zeit wird der Hörer gebeamt. Mit einer Grußkarte ist aber eher nicht zu rechnen.

(Konstantin Kasakov)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Zombies
  • Too much in love

Tracklist

  1. Treat me like a dog
  2. I'll never belong
  3. Zombies
  4. Dock it #8
  5. Why don't you lie?
  6. Captain Captain
  7. Too much in love
  8. Learn my language
  9. Blow my top
  10. Into the snow
  11. Operation
  12. The ballad of...
  13. What's for dinner?
  14. Suck it and smell

Gesamtspielzeit: 41:46 min.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify