Bad Astronaut - Twelve small steps, one giant disappointment

Bad Astronaut- Twelve small steps, one giant disappointment

Fat Wreck / SPV
VÖ: 10.11.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die letzte Ruhe

Es ist der 30. März 2005. Irgendwo da drüben im sonnigen Kalifornien setzt sich Derrick Plourde eine Knarre an den Kopf. Und drückt ab. Fünf Jahre vorher: Er (Lagwagons Ex-Trommler) und seine Spezis Marko 72 (Sugarcult, Ataris, Nerf Herder, undundund) und Joey Cape (muß man zu dem noch was sagen?) rufen Bad Astronaut ins Leben. Drei Jahre später veröffenticht Plattentests.de zu "Houston: We have a drinking problem" die merkwürdigste Rezension aller Zeiten, und 2006 gibt es sowas wie das finale Abschiedsalbum. Der Kreis, er schließt sich.

Daß Bad Astronaut in der Zwischenzeit zu weitaus mehr geworden sind, als dem Nebenbei-ma-kuck'n-Projekt, als das es anfangs noch geplant war, ist uns auch nicht entgangen. Der Cape, er kann ja schlecht aus seiner Haut, und seine Stimme, die man mit Lagwagon, Ghettoblaster, eisgekühlter Cola und so einem (Sonnen-)Brand in Verbindung bringt, die riecht man auch bei zwei Grad im Schatten und immer noch gegen den Wind. Das war's dann halt schon.

Denn wenn die mittlerweile auf sieben Köpfe angewachsene Shuttle-Crew hinter diesem ursprünglichen Ja-ma-kuck'n-halt-Projekt rumexperimentiert, wie man das normalerweise bei solchen Projekten üblich ist, dann ist das vor allem das Offensichtlichste nicht: Runtergetaktete Lagwagon mit Keyboards und Klimbims. Klar können die auch knorke Powerpop ("Ghostwrite"). Am anderen Ende des Spektrums stehen bei ihnen allerdings das Acht-Minuten-Ausufern ("The 'F' word") und die Viereinhalb-Minuten-Instrospektive ("San Francisco serenade").

Bad Astronauts Schluß-vorbei-endültig-letzte ist wieder so eine Platte geworden, die haften bleiben wird. Alleine schon: "Twelve small steps, one giant disappointment". Mensch, was ein Titel, eigentlich. Gerade, wenn man bedenkt, daß er noch zu Plourdes Lebzeiten festgelegt wurde. Und unter dieser Prämisse muß man dann tatsächlich durch"Good monrning night" durch, es ist wohl ihr bittersüßestes Stückchen Honigkuchenpferdvoneinemsong überhaupt. Wenig später schlurft "Beat" über in das wunderschöne "Stillwater, California". Irgendwo daneben haben Bad Astronaut das ganze Zeug dazu stehen. Als da wären: Klampfe, Cello, Banjo, Loop-Maschine, na das Übliche. Irgendwo, weiter abseits, in einer Ecke: Derrick Plourdes Schlagzeug. Ach, es ist zum Heulen. Es ist der 15. November 2006. Irgendwo hier sitzen wir alle vor'm Bildschirm, setzen die Kopfhörer auf und schlucken noch einmal kräftig durch. R.I.P., Bad Astronaut.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Good morning night
  • Stillwater, California
  • San Francisco serenade

Tracklist

  1. Good morning night
  2. Ghostwrite
  3. Beat
  4. Stillwater, California
  5. One giant disappointment
  6. Minus
  7. Best western
  8. San Francisco serenade
  9. Autocare
  10. Violet
  11. Go humans
  12. The "F" word
  13. The thirteenth step

Gesamtspielzeit: 50:13 min.

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