The Blood Brothers - Young machetes
Wichita / Co-Operative / V2 / Rough Trade
VÖ: 17.11.2006
Unsere Bewertung: 8/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Und läuft und läuft und läuft ...
Der tägliche technischer Vorschritt überfällt und überrascht uns immer und immer wieder. Und zeigt uns die eigenen Grenzen auf, bis wir uns fragen, wo der ganze Spaß überhaupt einmal enden soll. Der Duracell-Hase zum Beispiel war uns schon in allen Belangen haushoch überlegen. Der konnte doppelt so schnelle Aufschläge hämmern wie Boris Becker, dreimal schnellere und ausdauerndere Liebesakte vollziehen und viermal gewaltiger trommeln als Tools Danny Carey.
Aber alles Schnee von gestern, Leute, denn ab jetzt sind sie auf dem Markt: die neuen 3000-V-Plus-Hyperengery-Longlife. In der X-treme Edition! Für Testzwecke wurde der geballte Wahnsinn schon einmal bei den Blood Brothers eingepflanzt. Und das Ding geht mordsmäßig ab. Da zieht es dem alten Duracell-Bunny und Schmidts Katze schon beim Opener "Set fire to the face on fire" gleichzeitig das Fell von hinten über dir Ohren. "Fire! Fire! Fire!" Ein köstlicher Anblick.
Doch um es sich mit den beiden Hübschen nicht gleich komplett zu verscherzen, lassen The Blood Brothers erstmal Gnade walten. Das melodische "We ride skeletal lightning" und die verdrehte, aber tanzbeinschwingende Keyboard-Single "Laser life" knüpfen deutlich an die verhältnismäßig popigeren Momente von "Crimes" an. Und im Mittelpart von "Camouflage, camouflage" können sich sogar die beiden Gebeutelten beim sentimentalen Piano- und Gesangssolo von Johnny Whitney etwas näher kommen. Wenn das nicht einmal rührend wird.
Doch Schluß mit den Faxen, denn hier sollen schließlich die Grenzen der neuen Megabatterie getestet werden. "You're the dream unicorn!" lassen schließlich die Regler wieder mächtig in die Höhe schnellen, bevor "Vital beach" nicht nur seinem Namen gerecht wird, sondern auch die komplette Testanlage in den roten Bereich katapultiert. Doch es gibt immer drei Faktoren, die bei den Blood Brothers und bei der Entwicklung neuer Produkte eine Rolle spielen: 1. Einfachheit, 2. das Verhalten bei Überlastung und 3. Innovation.
Und natürlich entwickelt sich die Band auf "Young machetes" abermals weiter und läßt das politisch zugespitzte "Spit shine your black clouds" mit einem Dancefloor-Beat in bester Neon-Blonde-Manier starten, der im Endeffekt schon fast balladesk wirkt. Und auch das witzig betitelte "1, 2, 3, 4 guitars" wirkt reichlich irreführend, da von eben diesen erst am Ende überhaupt etwas zu hören ist. Doch nach dem anfänglichen Ausflug in melodische Gefilde soll auch dieser in die Elektronischen nicht lange Bestand haben.
Gegen Ende geht es mit "Nausea shreds yr head" und "Rat rider" noch einmal mächtig wild nach vorne, daß die im Rücken der Band implantierten Akkus ihren letzten Saft rauskitzeln müssen. Doch die 3000-V-Plus haben nicht umsonst den Longlife-Zusatz im Namen. Denn so ist es nicht nur locker möglich, daß die Blood Brothers ihr bis dato längstes Album einspielen, sondern in den beiden letzten, scheinbar überlangen Liedern noch einmal alles symptomatisch zusammenfassen, was die Band heute, das Album "Young machetes" und die neuen Hightech-Akkus ausmacht: noch mehr Vielseitigkeit, Innovation und durchweg Power im roten Bereich. Da applaudiert sogar der Duracell-Hase eine halbe Stunde durchweg.
Highlights
- Set fire to the face on fire
- Spit shine your black clouds
- Rat rider
- Giant swan
Tracklist
- Set fire to the face on fire
- We ride skeletal lightning
- Laser life
- Camouflage, camouflage
- You're the dream unicorn!
- Vital beach
- Spit shine your black clouds
- 1, 2, 3, 4 guitars
- Lift the veil, kiss the tank
- Nausea shreds yr head
- Rat rider
- Johnny ripper
- Huge gold AK-47
- Street wars / exotic foxholes
- Giant swan
Gesamtspielzeit: 51:03 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Affengitarre User und News-Scout Postings: 11735 Registriert seit 23.07.2014 |
2026-02-18 22:20:16 Uhr
Haha, jetzt habe ich es dank deines Posts auch wieder gehört und ja, es ist und bleibt ein fantastisches Album einer fantastischen Band. Schon irre, wie großartig sie in dieser kurzen Zeit von "Burn Piano.." bis zu diesem Album hier waren.Ich liebe die bizarren Texte Ja, bin auch ein großer Fan der Texte, vor allem auch auf der "Crimes". Sie sind immer durchaus abstrakt, aber erzeugen doch stets starke Bilder und bringen die Message gut rüber. These hot machine years burning time across your face See the smoke stacks rising up like 'fuck you' towers? My girlfriend sang like a hummingbird today Until that cough stole her voice and fed it to the furnace Sowas zum Beispiel. Toll. Und abgesehen davon: Wie schön ist eigentlich "Street Wars/Exotic Foxholes"? |
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Mayakhedive Postings: 2769 Registriert seit 16.08.2017 |
2026-02-18 20:29:16 Uhr
Da hier gerade die nicht unähnlich gelagerten La Petite Mort/Little Death auf Dauerrotation sind...Ich liebe diese Band einfach, deren Energie in den besten Momenten ihresgleichen sucht. Ich liebe die bizarren Texte und die beiden vortragenden Stimmen (Sasscore braucht für mich mindestens eine Stimme wie die von Johnny Whitney). Bin durch die Rezi zu "Burn Piano Island, Burn" hier auf sie aufmerksam geworden, war aber lange abgeschreckt, da ich dann auch irgendwo etwas von Mickey Mouse-Stimmen und Schlümpfen auf dem Kriegspfad las. Da schrob nur keiner dazu, wie hervorragend das funktioniert. Für die beiden Nachfolger von "Burn Piano Island..." hab ich ein paar Anläufe gebraucht, um sie rundum super zu finden, hat aber immer geklappt. Persönliches kleines Highlight auf dieser Platte ist im grandiosen Abschluss "Giant Swan" die Zeile "All your ulterior motives", wie's beim letzten Wort halt kurz eskaliert... Wie eingangs erwähnt, ich liebe diese Band. |
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rainy april day Postings: 687 Registriert seit 16.06.2013 |
2024-03-03 01:25:45 Uhr
Gerade auch noch mal mitgemacht, den wilden Ritt. Ich glaube mittlerweile geht es mir wie dir und sie ist meine Liebste, auch aus den von dir genannten Gründen. Vital Beach hat auch Ambulance vs Ambulance als Nummer 2 meiner Lieblings BB-Songs abgelöst (auf der Position 1 thront unumstößlich Fucking's Greatest Hits). Brutale Band. |
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Affengitarre User und News-Scout Postings: 11735 Registriert seit 23.07.2014 |
2023-12-07 14:28:17 Uhr
Ich merke aktuell auch wieder, wie gut Jordan Blilie schreien kann, das hat eine unfassbare Energie. |
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Affengitarre User und News-Scout Postings: 11735 Registriert seit 23.07.2014 |
2023-11-27 22:58:41 Uhr
Heute wieder gehört und ich hatte mächtig Spaß! Vielleicht ist es ja doch mein liebstes Album der Band. Stilistisch irgendwo zwischen dem Chaos der "Burn Piano Island Burn" und dem Pop der "Crimes" und beide Seiten kommen wunderbar zur Geltung. Wie sich "You're the Dream Unicorn!" immer weiter in seiner Brutalität steigert, bis dann dieser leicht bekloppte Refrain den Song erlöst, wunderbar. Und das alles in einer Spielzeit von 2:18. Das Trio ab "Rat Rider" ist immer noch ganz gut, fällt im Vergleich zum Rest allerdings etwas ab. Dafür sind die zwei finalen Songs absolute Highlights. "Street Wars/Exotic Foxholes" ist ungewöhnlich ruhig für die Band und "Giant Swan" hat vielleicht den mächtigsten Ausbruch, den sie je geschrieben haben. Boah! Unfassbar gutes Album und ein absolut würdiger Abschluss einer wunderbaren und viel zu kurzen Karriere. Was für eine Band. |
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Referenzen
Mínus; Christiansen; Refused; At The Drive-In; Coalesce; Since By Man; The Dillinger Escape Plan; Neon Blonde; The Locust; Melt-Banana; Mr. Bungle; Botch; These Arms Are Snakes; Horse The Band; The Letters Organize; Converge; JR Ewing; Das Oath; If Lucy Fell; Every Time I Die; Coheed And Cambria; The Mars Volta; The Eighties Matchbox B-Line Disaster; Hella; Glassjaw; Breach; Fugazi; Bluetip; The Coalfield; Billy Talent; Thursday; Vaux; Nation Of Ulysses; Les Savy Fav; Brainiac; Liars; Butthole Surfers; Dog Fashion Disco; Drive Like Jehu; The Plot To Blow Up The Eiffel Tower; Snapcase; The Make-Up; A.M. Thawn; The Oliver Twist; Marr; Pretty Girls Make Graves; Help She Can't Swim
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