The Long Blondes - Someone to drive you home

The Long Blondes- Someone to drive you home

Rough Trade / Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 10.11.2006

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ohne Gleichen

Schon blöd. Da müht man sich ab, was Eigenständiges auf die Beine zu stellen, und den blöden Medienmachern fällt nichts besseres ein, als alles mögliche an mehr oder weniger absurden Vergleichen aus der Schublade zu ziehen, um einen in eine solche besser einsortieren zu können. Und diese Schublade ist ja im Fall der Long Blondes auch gleich griffbereit: Indie-Pop-Kapellen mit wohltönendem Frauengesang, da fällt einem doch nur Blondie ein.

Aber die heutigen Mädels lassen sich ja heute nicht gleich von jedem hergelaufenem PR-Manager einlullen: Man behauptet flugs, daß die eigenen Einflüsse von Hendrix über ABBA bis zu Stock/Aitken/Waterman reichen würden, und zur Belohnung darf man sich dann darüber ärgern, daß sich geschlagenene zwei Jahre mit dem vom NME verliehenen Titel der "best unsigned band" nicht wirklich in Geld ummünzen lassen. Schließlich hat sich Rough Trade erbarmt, und nun können auch wir uns anhören, was uns denn da so Besonderes erwartet. Indie-Pop mit wohltönendem Frauengesang, da fällt einem doch nur Blondie ein.

Allerdings wäre das ein bißchen unfair. Denn wenn die Long Blondes mal vom munterem Drauflosspielen abweichen, dann hören sie sich auch mal wie Siouxsie Banshee in glücklicheren Zeiten an ("Lust in the movies"), mal aber auch, als hätte man Shania Twain zur Frontfrau des Rests von No Doubt bestimmt ("Heaven help the new girl"). Bösartig könnte man denn auch sagen, die Leistung der Long Blondes bestehe unter anderem darin, aktuellen Indie-Pop Saloon-fähig zu machen.

Leider sind die einzelnen Songs zum Teil von reichlich schwankendem Tempo und ebensolcher Güte. Die meisten klassischen No-Wave-Stücke, wie etwa "Lust in the movies", ein nun mal ziemlich klassisches No Wave-Stück mit treibendem Baß, funktionieren prima. Aber etwa die Idee in "In the company of women", die songtragenden, galoppierenden Gitarrenparts mit einem langsameren Hauptpart zu kontrastieren, wird durch den leiernden Refrain zu Tode geritten. Bei den Long Blondes führen definitiv die Indie-Pop-Reflexe zu besseren Treffern als mühsame Expeditionen in neue Gefilde. Tja, der Weg zur eigenen Schublade kann halt manchmal doch weiter sein als gedacht.

(Holger Schauer)

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Highlights

  • Lust in the movies
  • Seperated by motorways
  • You could have both

Tracklist

  1. Lust in the movies
  2. Once and never again
  3. Only lovers left alive
  4. Giddy stratospheres
  5. In the company of women
  6. Heaven help the new girl
  7. Seperated by motorways
  8. You could have both
  9. Swallow tattoo
  10. Weekend without makeup
  11. Madame Ray
  12. A knife for the girls

Gesamtspielzeit: 44:09 min.

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