Into Eternity - The scattering of ashes

Into Eternity- The scattering of ashes

Century Media / Capitol / EMI
VÖ: 22.09.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Wer Wind sät, wird Sturm ernten

Daß man eigentlich unvereinbare Musikstile erfolgreich verknüpfen kann, ist spätestens seit Opeth nichts Neues. Und daß "Thrash + Prog = Gute Musik" eine absolut lösbare Gleichung ist, haben bereits in den frühen Achtzigern die Metal-Mathematiker Watchtower bewiesen. Es kam also, wie es kommen mußte: Ein Haufen Irrer aus Kanada machte sich daran, Death, Thrash, diverse weitere Metal-Spielarten und Prog zu verrühren. Und stellte mit "Buried into oblivion" sowas wie ein Pflichtwerk her. Der Nachfolger "The scattering of ashes" hat es da naturgemäß erst einmal schwer. Zumal die Truppe, deren Mitglieder allesamt noch einem normalen Job nachgehen, diverse Besetzungswechsel zu verkraften hatte.

Doch nachdem das düstere, treffend betitelte Intro "Novus inceptum" (lat. Neubeginn) an uns vorbeigegruftet ist, wird mit "Severe emotional distress" ein Kracher sondergleichen abgefeuert. Neu-Vokalist Stu Block growlt und keift, wie es der selige Chuck Schuldiner (Death) nicht einmal auf "Individual thought patterns" hinbekommen hat. Eierkneifgesang wechselt mit Grunzen wechselt mit cleanen Vocals, die man spontan mit Metalcore assoziieren will. Das Ganze bei gefühlten 175 BPM. Und der Refrain ist derart melodisch, daß die durch das mörderische Tempo längst abgerissene Rübe in der Ecke liegt und leise mitpfeift. Blanker Wahnsinn.

Ansonsten von Szenegröße Andy Sneap sehr fein abgemischt, nerven allenfalls der matschige Drumsound und die mitunter zu sehr im Vordergrund knatternde Doublebass. In etwa wie bei Lars Ulrich auf "... And justice for all". Davon abgesehen ist "The scattering of ashes" Achterbahnfahren auf Speed. Der Clou ist, daß diese Mischung zu keiner Zeit überfrachtet wirkt. Im Gegenteil, man hat eigentlich permanent das Gefühl, man müsse Metal genau so spielen. Inklusive: das Malmsteen-artige Solo von "A past beyond memory" und das an Fates Warning erinnernde Break bei "Out".

Auf "Surrounded by night" endlich einmal eine kurze Verschnaufpause. Scheinbar. Denn nach anderthalb Minuten wird wieder das Gaspedal auf Vollgas durchgetreten. Und ja, diese perversen Blastbeats tritt ein Mensch aus Fleisch und Blut. Plötzlich wieder ein Break, bei dem man schon vorher die Bremse zu quietschen hören meint. Into Eternity hecheln in einem ähnlich wahnwitzigen Tempo durch ihre Ideen wie System Of A Down. Doch was bleibt nun nach den reichlich knapp bemessenen, aber trotzdem hinreichend intensiven 41 Minuten? Verblüffung. Zunächst ungläubiges Staunen über den Dampfhammer, der einen gerade niedergestreckt hat. Dann leichtes Stirnrunzeln darüber, daß sich mit dem etwas banalen "Eternal" doch noch ein leichter Schwachpunkt eingeschlichen hat. Doch letztlich zufriedenes Grinsen über "The scattering of ashes". Melodie trifft Thrash. Death trifft Prog. Und am Ende ist doch alles Metal. Irgendwie.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Severe emotional distress
  • Out
  • Surrounded by night

Tracklist

  1. Novus inceptum
  2. Severe emotional distress
  3. Nothing
  4. Timeless winter
  5. Out
  6. A past beyond memory
  7. Surrounded by night
  8. Eternal
  9. Pain through breathing
  10. Suspension of disbelief
  11. Paralyzed

Gesamtspielzeit: 41:18 min.

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  • Into Eternity (5 Beiträge / Letzter am 29.07.2008 - 23:28 Uhr)