Saosin - Saosin

Saosin- Saosin

Capitol / EMI
VÖ: 03.11.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

November pain

Spätherbst 2003, da war's noch was, da ging noch viel, hallelujah, hachje, alaaf! Da hat der Wecker noch gekocht, der Kater gemaunzt, der Kaffee war auch schon am Rappeln, und es war ja (huch!) schon wieder soooo spät. Um aus dieser Schon-halb-acht-durch-und-immer-noch-schlapp-(in-Boxerhorts)-Stimmung rauszukommen, was wochentags ja zwangsweise vonnöten war, liefen Saosin. Saosin, die Band, die bis dahin noch nicht einmal ein Album draußen hatte, deren damalige Songs auch nie regulär den Weg nach Deutschland gefunden haben, zu uns Morgenmuffeln, die sie so dringend gebraucht hätten. Saosin, auf deren EP man dann halt eher druch Hörensagen und gute Kumpels gestoßen ist. Wohl dem, der sie hatte. Wir können's Euch sagen!

Die Jahre zogen ins Land, was währenddessen passierte, ist bekannt. Seien wir mal ehrlich, jetzt, hier, unter uns Opera-Nutzern: Daß wir das überhaupt noch erleben dürfen! Gemeint ist, ihr erstes richtiges Album, ihre erste Rezension auf Plattentests.de. Es grenzt fast schon an ein Wunder, zumindest aber an ganz böses Im-Stich-Lassen, womit sie sich eigentlich schonmal direkt die rote Karte verdient hätten. Ist doch wahr. Können die doch nicht ernst gemeint haben. Hier direkt mal auffällig, auf "Saosin" von Saosin - die Double-Bass, damals, morgens, gerne bis zum Anschlag durchgetreten, heute mehr denn je auch inflationär in regem Gebrauch, die hört man nicht mehr so da drauf. Ist das jetzt gut, oder ist das schlecht? Es ist: total egal.

Weil "It's far better to learn" genau so, wie es ist, eine wirklich ziemlich große Nummer ist. Da haben Saosin alles mitgebracht und reingepackt. Die scharfe Bridge, die sich tief ins Fleisch bohrt, Neu-Sänger Cove Reber, der sich die klatschnassen Strutzen aus dem Gesicht wischt und zur ganz großen Gestik ausholt: "Why believe in nothing / Why believe in nothing at all?" Das ist natürlich pathetisch ohne Ende, aber das ist auch irgendwo Emo-Rock, oder ähnlich, ihr wißt schon, und deshalb auch schon okay so.

Mal davon abgesehen: Auch diesen tanzenden Heliumballon mögen wir ab sofort ganz gerne hören. Und auch wenn man zugeben muß, daß nichts hier wirklich so wild ist, wie anno Tubak "Seven years" zum Beispiel, wo Green noch kreischen durfte, und sowieso auch mal mächtig Gas gegeben wurde, ist "Saosin" alles andere als Konfektions-Kacke. Das Spiel mit den Laut-Leise-Extremen, die eigentlich keine richtigen Extreme im Wortsinn sind, haben momentan nicht viele raus, wie eben diese Saosin. Man darf bei "You're not alone" schon mal die Feuerzeuge auspacken, ohne sich zu schämen. Während "I've never wanted to" ins Schnüffeltuch posaunen, bei "Voices" mitsingen, bei "Come close" auf der Luftgitarre rumschrubben und dabei ziemlichen Spaß haben, im Spätherbst 2006.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • It's far better to learn
  • Voices
  • You're not alone

Tracklist

  1. It's far better to learn
  2. Sleepers
  3. It's so simple
  4. Voices
  5. Finding home
  6. Follow and feel
  7. Come close
  8. I never wanted to
  9. Collapse
  10. You're not alone
  11. Bury your head
  12. Some sense of security

Gesamtspielzeit: 41:13 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Hilversum
2008-12-03 01:01:31 Uhr
Also "Voices" ist ja mal 100% EMO ;-)
Daharka
2008-10-01 14:56:48 Uhr
http://www.myspace.com/secretandwhisper

sag mal irre ich mich oder ist das die gleiche band? die klingen ja mal zum verwechseln ähnlich...
Katze
2007-08-20 00:45:48 Uhr
@ max
seit wann is die popularuität ausschlaggebend über die qualität der musik?
nur weil saosin sich eher in das szene korsett quetschen lassen als cs?

ich mochte saosin mit anthony wirklich sehr, und finde auch das st album v saosin durchaus gelungen, nur leiert sich eben dieses saosin nach einem monat schon total aus
während ich denke das die cs alben eine längere lebensdauer besitzen, da sie teilweise wirklich mit sehrviel detaillverliebtheit geschrieben wurden und sich stark von anderen bands abheben

insgesamt kann man beiden bands wirklich nicht vorwerfen schlecht zu sein, nur sind sie einfach nichtmehr vergleichbar, der einzige link ist eben noch anthony

aber zwischen beiden bands besteht ein unterschied wie international noise conspiracy und refused, glassjaw und head automatica
Gysi
2007-08-19 23:04:58 Uhr
woaaaahhhhhhh...ist das schwacher Scheiß!!

max
2007-08-16 04:25:55 Uhr
klar shine on...

niemals besser als circa survive...

keine ahnung hast du.

soasin sind um welten besser.

an dynamik fehlt es eher cs.

und vor allem spricht bei den amis alles von saosin. und cs juckt keinen. das kommt nicht von irgendwo.
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