Whirlwind Heat - Types of wood

Whirlwind Heat- Types of wood

Brille / Labels / EMI
VÖ: 20.10.2006

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Axt und Schrecken

Um Holz geht es in dieser neuen Episode der Realsatiriker Whirlwind Heat. Mit Holz läßt sich nämlich so manches anstellen. Aus diesem schier unendlich vorhandenen Material lassen sich prima Sachen machen. Grand Rapids ist nämlich die Metropole der Holzproduktion schlechthin. Von Baseballschläger über Kommode zu Kuckucksuhr kriegt man da so ziemlich alles. Schade, daß sich Talent nicht mal eben aus einem bißchen Zellulose und Lignin schnitzen läßt. So einfach ist es dann doch nicht.

Deshalb haben die Anfangzwanziger in ihrer "Karriere" bislang noch nichts erreicht, außer Jack White zum Buddy zu haben. Zumindest behaupten sie, daß sie ihn zum Buddy haben. Der hat die ständigen Anrufe und Verabredungsversuche wahrscheinlich auch schon satt. Deshalb mußten andere herhalten, gleich zwei an der Zahl: Craig Long und Kirt Shearer. "Bekannt" für ihre Sessions mit Cake. Aber daß man eben auch Mist produzieren kann, ohne direkt für ihn verantwortlich zu sein, ist nicht erst seit gestern bekannt. Nach "Do rabbits wonder?" nun also das zweite Album, bitte sehr. Zwischendurch gab es eine zehn Minuten lange EP. Innerhalb von fünf Stunden aufgenommen. Für mehr hat der Gin wahrscheinlich nicht gereicht. Der war nämlich auch schon halb leer und mußte dann noch durch drei geteilt werden.

Was Whirlwind Heat anders machen als auf dem Vorgänger? Nichts. Noch immer wird ein Baßton hinter einen Gitarrenton hinter einen Schlagzeugton geklebt. Irgendwie völlig zusammenhanglos. Dazu singt jemand irgendetwas, an dem man schlichtweg nicht interessiert ist. Selbst wenn man wollte. Deshalb beginnt man sich zu überlegen, was es denn tatsächlich so für Holzsorten gibt. Da gibt es nämlich einiges: Zum einen das weiche Tropenholz, dann gibt es da noch Sandelholz, es gibt auch Rosenholz und Adlerholz. Außerdem gibt es Klangholz, aber davon haben Whirlwind Heat noch nie was gehört. Frage: Aus welchem Holz sind die Köpfe dieser Typen? Die können doch nicht wirklich meinen, was sie da auf Platte gebannt haben? Und wieso gibt Jack White seinen Namen dafür her? Dafür bekommt er auf jeden Fall was aufs Kerbholz, soviel steht mal fest.

Allerdings ist nicht alles auf diesem Zweitwerk zum Verbrennen. In "French" kann das Trio fast problemlos das Alphabet aufsagen. Und bei "Slugger" zeigen sie, daß sie wenigstens einen passablen Musikgeschmack zu haben scheinen und Gang Of Four kennen. Das ist ein ganz klarer Pluspunkt, mit dem man aber dann doch besser nicht hausieren gehen sollte. Da kann das Mädel auf dem Cover noch so lasziv am Baseballschläger lecken. Wenigstens ein wenig Make-Up hätten sie ihr verpaßen können. Und dann ist die Platte auch schon vorbei. Und nun? Sind wir viel Wissen über das älteste Nutzmaterial der Welt reicher. Danke Wikipedia, es gab ja sonst nichts zu tun.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

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Tracklist

  1. Air Miami
  2. Reagan
  3. Gene pool style
  4. Up-tight
  5. Captain cave
  6. Slugger
  7. Umbrella people
  8. The sun is round
  9. French
  10. My electric underwear
  11. Nylon heart

Gesamtspielzeit: 40:41 min.

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