Boy Kill Boy - Civilian

Boy Kill Boy- Civilian

Vertigo / Universal
VÖ: 20.10.2006

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Ohne Zwischenfälle

Wenn Plattenfirmen CDs vor der Veröffentlichung an Journalisten schicken, legen sie einen Beipackzettel mit rein. Was macht man damit? Man kann den Zettel wegwerfen. Das ist eine schlechte Idee, nachher muß man sich den Namen des Sängers über das Internet oder durch Anrufe mühsam zusammensuchen. Manchmal enthalten die Zettel sogar relevante Informationen. Meist liegt die Information/Geschwafel-Relation aber bei rund 10:90. Man kann die holprigen PR-Formulierungen als erquickende Toilettenlektüre ihrem Zweck entfremden. Entsorgen kann man bequem per Spülung. Eine weitere Alternative: Keine Zeit damit verschwenden, auf eigene Ideen für einen Text zu warten. Einfach den Zettel nehmen, die wichtigsten Stellen mit einer Signalfarbe markieren. Danach an den Computer und die Markierungen in ein leeres Word-Dokument übertragen. Für den Beipackzettel zum Debütalbum der Londoner Band Boy Kill Boy sei unverbindlich die Spülung empfohlen. Er schafft es, auf mehr als zwei Seiten Text einen Nachrichtengehalt nahe Null zu produzieren. Eine Chance hat die Band trotzdem verdient.

Elf Stücke, ein Konzept: Sänger Chris Pecks scheinbar mehrfach mit einem Echoeffekt belegte Stimme bestimmt die Richtung. Im Kielwasser ihres Sängers spielen die anderen Bandmitglieder Mahmood, Carr und Chase unspektakulären Rock. Simple, eingängige Melodien auf der Gitarre werden mit den inzwischen vielleicht obligatorischen Geräuschen aus dem Laptop verheiratet. Würde nicht hier und dort an der Geschwindigkeit geschraubt, Unterschiede zwischen den Stücken wären kaum wahrnehmbar. Man hat das Gefühl, die Platte wurde an einem Tag glatt von vorn nach hinten durchproduziert. Ohne Zwischenfälle. Für Überraschungen lassen Boy Kill Boy viel zu wenig Platz. Der Klang ist breit, sprüht vor Opulenz. Er bleibt aber immer auf einer Ebene zurück, die banal und beliebig erscheint.

Einzelne Stücke mögen im Club gut funktionieren, bei gedämpfter Beleuchtung und ausreichendem Konsum legaler Drogen. Gestreckt auf ein rund fünfzigminütiges Album, wirkt das nach dem dritten Song ermüdend. Boy Kill Boy werden mit formatiertem Pop-Rock auf absehbare Zeit nur zu einigen Randnotizen kommen – zumindest mit diesem Album. Eine zweite Chance hat jeder verdient.

(Stefan Kesselhut)

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Highlights

  • Suzie

Tracklist

  1. Back again
  2. Civil sin
  3. Friday - Friday
  4. Ivy Parker
  5. Killer
  6. On and on
  7. On my own
  8. Shoot me down
  9. Showdown
  10. Six Minutes
  11. Suzie

Gesamtspielzeit: 45:36 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Gordon Fraser

Postings: 1308

Registriert seit 14.06.2013

2015-10-18 18:16:31 Uhr
Immer noch eine wahnsinnig starke erste Hälfte. Was für Hits!
Gordon Fraser
2008-12-16 15:47:16 Uhr
7,5/10, davon entfallen 6/10 auf die Lieder 4-6.

Leider schon aufgelöst.
Sagehorn
2008-12-16 12:31:55 Uhr
5 von 10 ;)
Tim
2007-05-02 14:13:22 Uhr
Also ich muss mal sagen ich find das ganze Album ultrageil, nur kann ich nicht nachvollziehen warum das dann nur 6/10 Punkten hat:S
Armin
2006-11-14 12:48:23 Uhr
Hallo Zusammen,



leider müssen Boy Kill Boy, deren Debütalbum „Civilian“ am 20.10. bei Universal Music erschien, ihre geplante Deutschlandtour aus terminlichen Gründen absagen.



Bisher stehen keine neuen Termine fest, wir geben Bescheid, sobald neue Termine feststehen.



Anbei nochmal die abgesagten Tourdaten:



15.11. München, Atomic Café

16.11. Köln, Prime Club

17.11. Hamburg, Logo

18.11. Berlin, Magnet


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