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United - Slick

United- Slick

Noise Deluxe / Broken Silence
VÖ: 02.10.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Eigenheiten

Um United einzuordnen, braucht es nur ein Wort: Manchester. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, daß United aus Schweden stammen. Denn daß ihre musikalischen Wurzeln tief in die ehemals verdreckte Erde dieser Brutstätte der Achtziger hineinreicht, hört man in jedem Akkord. "Rückzug ins Ich" war damals eine Devise und ist es jetzt auch. Jubilieren tut dieses Ich nur in den seltenen, reinen Momenten, in dem das Ich sein Glück erreicht, wobei dies fatalerweise nur in den andernorts so fragil erscheinden Momenten der Liebe möglich ist. Dazwischen schwankt dieses wenig Gelassenheit verströmende Ich zwischen Selbstzerstörung und wahnwitziger Überschätzung. Aber der Mensch ist vielschichtig. Und auch ein noch so einheitlich ganzer Körper ist, der Auflösung in Hermann Hesses Steppenwolf folgend, nur ein Gefäß für ein ganzes Sammelsurium an Aspekten. Und natürlich treten diese ganz unterschiedlich in Erscheinung.

Den Widerspruch, Dinge zu verändern ("Needs") zu müssen, aber doch das Gewohnte beizubehalten, kann man nur mit Wucht angehen - der Drive erinnert schon sehr an My Vitriol. Die Frage "So what can really be worse than those indie girls?" aus "Today will die tomorrow" beantwortet Patrick Axelsson indirekt selber: Seit die Tage der Helden des Britpops vergangen sind, wurde die Vergänglichkeit des Augenblicks selten so quietschend gelobt. Und noch viel leichter klingt "Made for us" mit seinem im Duett vorgetragenem Refrain, auch wenn der Text von Zweifeln nur so strotzt. Aber das scheint sowieso ein Konzept zu sein, die düsteren Texte auch mal mit vergleichsweise leichter Hand vorzutragen.

Damit sind die Schweden eher mit New Order als mit Joy Division und auch eher mit Echo & The Bunnymen als mit Placebo zu vergleichen, in deren Vorprogramm sie derzeit touren. Aber vielleicht bekommen United auch nur deswegen so viel Zuspruch von Placebo, weil sich hier endlich mal einer traut, im Grundton melancholische Musik mit noch schlechterem Gesang als Brian Molko abzuliefern? Aber Lästerei beiseite: Daß Patrick Axelsson scheinbar den Ton nicht trifft, geschweige denn halten kann, hilft den gewünschten Effekten meist mehr, als dies die weinerliche Grabestiefe der meisten Düsteraspiranten könnte. So harmoniert etwa der dort eher dunkel gehaltene, aber dennoch schräg klingende Gesang etwa im aussichtslosem "Trying to save the world" wunderbar mit den angestrengten Tönen. Menschen, die ihr Ich und ihre Eigenheiten ausleben, haben Charakter - ebenso wie United.

(Holger Schauer)

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Highlights

  • Today will die tomorrow
  • All is lost without you
  • Trying to save the world

Tracklist

  1. Needs
  2. Today will die tomorrow
  3. Made for us
  4. Walk on water
  5. Kinship
  6. Here to stay
  7. All is lost without you
  8. Trying to save the world
  9. Fow what I feel
  10. Friends unknown
  11. Bye bye love

Gesamtspielzeit: 44:16 min.

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