Clinic - Visitations

Clinic- Visitations

Domino / Rough Trade
VÖ: 20.10.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Doctors and dealers

Wir sollten vermutlich nicht darüber reden, aber wir sollten vermutlich auch nicht am Computer trinken. Von daher, egal. Wir planen jedenfalls eine Adoption. So richtig mit gefälschten Papieren und geschmierten Beamten. Weil, Clinic, die hätte man halt gerne im Kinderzimmer nebenan sitzen, denen würde man gerne Mobilés aus Pappmaschee basteln. Und es geht uns da nicht mal um die Musik, die diese vier aus Liverpool auf nunmehr vier Alben aus ihren vier zu Instrumenten umgebauten Schuhputzmaschinen rausgekitzelt haben. Was wir geil finden, ist der Weitblick von Ade Blackburn und seine Praktikumsärzten. Fast zehn Jahre lang laufen die jetzt schon mit ihren OP-Verkleidungsmasken rum. Und jetzt erst wird langsam klar, wie nützlich diese Dinger sind. Wer kann schon voraussagen, wo der kleine Dicke aus Nordkorea seinen nächsten Atomtest zündet?

Ja richtig, das vierte Clinic-Album, Entschuldigung. Bevor morgen die Welt untergeht, hat der Rezi-O-Mat noch eben die folgenden Wie-Wörter ausgedruckt: naßforsch, kernig, trocken. Irgendwo ist also der Wurm drin im System, und wir müssen das doch wieder selbst machen. Blackburn spricht vom beständigsten Clinic-Album to date, aber das ist natürlich leicht gesagt, wenn die einzige Konstante weiterhin konsequente Konstantenlosigkeit ist. Ein Kratzen, ein Beißen, zwei Schläge auf den Hinterkopf, ein Tritt vors Schienbein - das ist "Visitations", in Gewaltakten beschrieben. Größere Subtilitäten sparen sich Clinic diesmal ganz, eine Party-Platte habe man machen wollen. Unser Dealer sagt außerdem, es klinge nach einigen der fieseren Schmerzmittel, von denen man abhängig sein kann. Aber wir wollen gar nicht erst damit anfangen, dem Kerl irgendwas zu glauben.

Sagen wir lieber, daß sich die Platte von der biestigen Cooper-Temple-Clause-Seite meldet, dort schon einigen Ärger am Hals hat und außerdem den Hauruck-und-drauf-Rock von "Tusk" verantworten muß. Ein dicker Fisch im Netz ist natürlich erstmal das glorios zerrockte "Family" am Anfang. "Animal/Human" krönt seine hochspannende Ereignislosigkeit dann mit einer Pedalen-Gitarre in bester Plauderlaune. "Paradise" quetscht sich zur benebelten Harmonica ein ergreifend verkorkstes Finale aus den Rippen. Und in "Children of Kellogg" werden die Karrieren von mindestens zwei Punkbands verschenkt, bevor ein Fuchsschwanz ordentlich Feuerholz für den Winter sägt. Das geisterstündige "Interlude" hat außerdem die Flüsterstimmen aus "Lost" am Start, das sollten die Herzschwachen vielleicht wissen. Alles andere hier darf man sich aber ruhigen Gewissens ohne Rezept oder Beipackzettel reinpfeifen. Letzte Warnung? "Visitations" ist im Herzen ein Country-Album. Aber nicht wirklich. Howdy und good night.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Family
  • Animal/Human
  • Paradise
  • Children of Kellogg

Tracklist

  1. Family
  2. Animal/Human
  3. Gideon
  4. Harvest (Within you)
  5. Tusk
  6. Paradise
  7. Children of Kellogg
  8. If you could read your mind
  9. Jigsaw man
  10. Interlude
  11. The new seeker
  12. Visitations

Gesamtspielzeit: 32:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Lho
2012-08-28 19:24:42 Uhr
huhu ..hier mutter nelli UHR muss sein alieln um pfcnktlich in seine mittagspause zu gehen und feierabend zumachen!!also nicf6lschen es ist mir unheimlich mit dir!!mit dem thema genau jetzt!da habe ich 3 uhren und denke letzte woche kf6nntest die doch mal zum batterienwechsel nachbrfchl zum juwelier bringen ich habe pro fchrchen 6,50 euro bezahlt wo warst du denn mit deiner uhr ??7,5of6rosalso ,das schlimmste war denn im juwelier da sich noch ein bischen umzugucken dazu kamen dann noch 2 paar sfcsswasserperlohringe und eine fast -bestellung von einer lemans uhr..ohlala..die schweizer alpen rufen..die he4ngt mir schwer nach schwarze lackkeramik mit gfcldenen rand flach wie ein maseratti jibbet auch als damenuhr must have !!dann blieb meine funkuhr an der wand stehn gestern..neue batterien dann drehte die uhr volles roh ab schnelldurchlauf und blieb immer falsch stehen..und last..knallte mir das ding von der wand 1000 scherben..e4ver jetzt geht der rest wieder genau..nicf6lschen ,he4ste du woodoo mit meinen uhren jemacht?uhren sind was feines wie mit schfchchen und te4schleins die weissen uhren von armani blingbling
Mein Name
2007-01-15 22:41:57 Uhr
Genau, das wollte ich auch noch sagen: bei Walking With Thee gefällt mir die Atmosphäre nicht, weil sie mir, ihr könnt es euch denken, zu kalt ist. Ich finde da einfach keinen Zugang zu den Songs.
Gonzo
2007-01-15 18:47:03 Uhr
@mein name: ich find walking with thee sehr gut, und Visitations auch, ist um einiges rockiger, treibender als "walking....".
@everlasting: wenn dir "Visitations" kalt erscheint, was nicht falsch ist, hör dir mal "walking with thee" an, da pfeift ein eisiger wind ;-)
everlasting
2007-01-15 18:06:55 Uhr
ich kann es nur noch einmal wiederholen: es lohnt sich. Zwar ist mir bisher noch kein atmosphärisch so kaltes album untergekommen, aber gerade das ist ziemlich faszinierend. es ist schräg, experimentell, treibend, erinnert stellenweise auch an the cooper temple clause. und, die älteren alben kenne ich nicht. visitations ist mein erster kontakt mit der band.
Mein Name
2007-01-15 17:44:22 Uhr
Ich kenne Walking with Thee, das ist aber nicht sonderlich toll.
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