Box Codax - Only an orchard away

Box Codax- Only an orchard away

Gomma / Groove Attack
VÖ: 29.09.2006

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

It's always better on holiday

Nick McCarthy hat gemacht, wovon andere nur träumen: sein eigenes Ding. War auch bitter nötig. In seiner Band Franz Ferdinand war er schließlich immer Oberfürst Alex Kapranos unterstellt. Jetzt hat er endlich mal die Gelegenheit, Musik zu seiner eigenen Chefsache zu erklären. Aber nicht falsch verstehen: Box Codax ist kein Soloprojekt. Mit ins Boot geholt hat er sich nämlich den langjährigen Gefährten und Kumpel Alexander Ragnew, der sein Leben damit verbringt, in Toulouse Gedichte zu schreiben und Lieder zu singen. McCarthy ist übrigens bei Franz Ferdinand der, der drei Jahre in München studiert hat und meistens die deutschen Journalisten fürs Interview abkriegt. Dementsprechend ist natürlich auch hier wieder der ein oder andere deutschsprachige Wink mit dem Mühlenrad im Stile von Schampus mit Lachsfisch vertreten. Witzig?

Geht so. Aber die Schotten sind ja auch nicht gerade berühmt für Humor, mit dem sie wie mit so vielem lieber geizen. Aber man muß fairerweise gestehen, daß für schottische Verhältnisse der Ironie- und Spaßgehalt auf dieser Platte mindestens so groß ist wie bei den deutschen privaten Sendern in den letzten zwei Monaten zusammen. Wirklich sparsam wird auf "Only an orchard away" eher mit der Produktion umgegangen. Eigentlich müßte sich der McCarthy eine derart goldene Nase verdient haben, um Philharmonie samt Tropfsteinhöhle zum Aufnehmen finanzieren zu können, doch darauf hatte der Mann irgendwie nicht so recht die Lust. Vielmehr schwelgt das gesamte Album irgendwo zwischen Lo-Fi, Strandparty, französischer Hippiekommune und anderem albernen Kram. Ob das stört? Behauptet doch keiner. Außerdem gibt es auch ein bißchen dicke Hose. Hin und wieder, zum Beispiel beim Clubstampfer "Naked smile" oder bei "Missed her kiss", holt das Duo die freshen Beats aus der Tasche und die Baggyjeans aus dem Keller. Bei beiden darf sogar McCarthys Lebensabschnittsgefährtin mitsingen. Ganz nett sogar.

Gemütlich gemacht hat es sich McCarthy übrigens nicht auf einem der zahlreichen Labels, die sich um ihn gerissen haben. Nein, das Album erscheint überall außer im UK auf dem Münchner Label Gomma. Alle Achtung! Und wenn man am Ende angelangt ist, legt man die CD vielleicht sogar nochmal auf, denn die Grillparty-Würstchen sind nach knapp 28 Minuten ja noch gar nicht durch, kein auch nur einziger der Leute hat sich bezüglich der Musik beschwert, und man fühlt sich ganz gut, fast wie im Urlaub, so don't change a running machine. Ähnlich haben sich die Herren bei der Aufnahme gefühlt, da kann man sich sicher sein. Aber ist doch logisch. Im Urlaub ist es sowieso viel besser.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Naked smile
  • Do it with charm

Tracklist

  1. Pollockshields girls
  2. Dogs to the beaches
  3. I swam with the otter
  4. Naked smile
  5. Like a rock
  6. Do it with charm
  7. Rat boy
  8. Missed her kiss
  9. Unemotional man
  10. Boys and girls
  11. Red wine in Tunis

Gesamtspielzeit: 28:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Sidekick
2006-09-07 22:56:46 Uhr
Projekt vom Franz Ferdinand-Gitarristen, sollte hier eigentlich die meisten interessieren. Sehr poppig, viele Beats, viel Elektro und schöne französische Frauenstimmen zu entspannten Sommermelodien. Ich weiß auch schon den Titel der Rezension.
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