Evanescence - The open door

Evanescence- The open door

Wind-Up / Sony BMG
VÖ: 29.09.2006

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Tanz der Schatten

Hört sie nur, die Kinder der Nacht, welch schöne Musik sie...

Argh.

Nein.

Alles, bloß das nicht. Aber gebt's zu: Auf Evanescences "Fallen" waren schon ein paar heimliche Lieblingsstücke drauf. In der richtigen Stimmung jetzt. Samstags, halb zwei nachts, Studentenwohnheim, die Alte wollte nicht, auch sonst alles scheiße, was bleibt über: Klar, Spontankaraokeparty unter einsamen Männers. Und dann alle: "Eim goooooooing aaaaaaaaannnnder..." "I'm fooooolling forääääwaaaa..." Et cetera. Ihr kennt den Schmu. Das alles unter uns. Unter echten Männern, die gerne echte Männer gewesen wären, geschmettert mit der goldigen Inbrunst von drei läufigen Elchen und ein paar Promille zuviel. Ja, da ging schon was. Man mußte nur wollen.

Und er wurde gewahr, daß das Mädchen im pechrabenschwarzen Haar ihn beobachtete...

Auch das noch.

Aber es war da diese heimelige Beziehungsgeschichte zwischen der liebreizenden Amy Lee und dem feschen Moody. Man denkt zurück an den Moment, in dem sich beide kennenlernten und der einen ziemlichen Wurmfortsatz an Kataströphchen nach sich zog. Wir kennen die Geschichte schon alle, aber hier nochmal, weil sie fast schon zu drollig klingt, um wahr zu sein (der Vorredner deckte auf): Irgendsoein Jugendcamp, die liebreizende Amy Lee spielt "I would do anything for love (but I won't do that)" (Ausgerechnet!) auf dem Klavierchen, der fesche Moody wird neugierig, eins kommt zum anderen, ein paar Jahre später kommt dann "Fallen" auf den Markt, und einigen Menschen fallen ganz spontan die Haare aus.

Es ist vorbeieieiei Junimond...

Von wegen.

Sonst würde es "The open door" und damit diesen Text ja gar nicht geben. Aber: Man erklärte Evanescence ja schon kurz nach "Fallen" für Geschichte, als die Sache mit Moody und der liebreizenden Amy Lee schon Geschichte war und er dann irgendwann ausstieg. Auch alte Kamellen. Genug damit, dafür haben wir ja OmaOpaTanteUschi. Jetzt: "The open door". Das ist: eine Metapher. Vermutlich. Also, ganz bestimmt. Lassen wir jetzt mal offen, weil: Muß so sein. Moderne Rockmusik ist da halt ein bißchen diffus, eher so hintenrum statt direkt. Guck doch mal - früher hatten wir halt Typen wie Sid Vicious und Johnny Rotten, da war der Namen noch Programm, da wußte man direkt woran man war. Heute halt Evanescence. Amy Lee. Moody. Das ist schon ein Unterschied. Aber jetzt weiter mal.

Und hier jetzt, "The open door" nach achteinhalb Umdrehungen, stocknüchtern, da kommt's langsam raus, aha, ja, mhm, wieder einmal, ja. Daß das wieder klappen könnte. Wenn man immer noch ein Student unter Kerlen in einer einsamen, kalten Samstagnacht wäre. Das wird ja jetzt die eigentliche Überraschung für die Totsager sein: Der fesche Moody, der mag ja weg sein, aber der Laden läuft immer noch. So irgendwie. Und so kommt halt (wieder mal) eins zum anderen. "Call me when you're sober" und "Lithium" sind wieder diese Selbstmitleids-Dinger mit Bratgitarre, Klavier und Schwulst aus dem Amy-Lee-Textbaukasten (Liebe, Larum, Löffelstiel), so unpersönlich und profillos, daß sich da wahrscheinlich auch die Charaktere aus einer ARD-Telenovela mit identifizieren könnten.

Aber das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist: Darum geht's ja schließlich auch. Und damals, da wußten wir das zu schätzen. Es gibt auch keinen Grund, warum sich heute niemand erbarmen sollte. Und die liebreizende Amy Lee versucht sich ja mittlerweile auch als ernstzunehmende Songwriterin, etwa, wenn Evanescence in "Lacrymosa" den alten Mozart verwursten. Das ist sogar sehr germanisch, irgendwie. Auf der einen Seite halt Mozarts "Requiem III", auf der anderen Seite aber halt, haha, nicht mit uns, durchschaut: Was Originelleres als ihre subtilen Claus-Grabke-Gedächtnisgitarren fallen Evanescene dazu dann auch nicht ein. Aber: Es geht weiter, das ist schon was, ja da schau her. Pappt man hinten noch die fünfeinhalbminütige Piano-Ballade dran, fertig. Und auch, wenn das manche nicht wahrhaben wollen: "The open door" ist zwar schlimm, vor allem gegen Ende hin. Es hätte aber noch weitaus schlimmer kommen können. Jetzt knipse aber bitte mal jemand wieder das Licht an.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Call me when you're sober

Tracklist

  1. Sweet sacrifice
  2. Call me when you're sober
  3. Weight of the World
  4. Lithium
  5. Cloud nine
  6. Snow white queen
  7. Lacrymosa
  8. Like you
  9. Lose control
  10. The only one
  11. Your star
  12. All that I'm living for
  13. Good enough

Gesamtspielzeit: 54:14 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Jessi
2007-12-31 20:54:43 Uhr
Des Album is einfach nua hamma :D
Bommelo
2007-12-16 22:16:16 Uhr
Mooozzarrtt würde im Grab rotieren wenn er dieses Gejaule auf Lacrymosa hören tät.

Ganz. furchtbarer. Schrott. Argh.
steffi
2007-09-01 20:52:26 Uhr
hi sagtmal stimmt das das Evanescence sich trennen wollen bitte antwortet
Scoundrel
2007-04-20 09:41:18 Uhr
Ich kann auch keine guten Songs schreiben, bin also auch auf der Saite!!!
Obrac
2007-04-20 09:25:30 Uhr
Evanescence forever

Puh, gut, dass dir das noch eingefallen ist. Und an alle hater: Wenn ihr meint, Amy könnte keine guten Songs schreiben tun, dann könnt ihr selber keine guten Songs schreiben tun!!! Steffi, ich bin auf deiner Saite!!!
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