Fionn Regan - The end of history

Fionn Regan- The end of history

Bella Union / Cooperative / Rough Trade
VÖ: 22.09.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nachspielzeit

Sufjan. Denison. Donavon. Es reicht heute eben nicht mehr, einfach Jack Johnson zu heißen. Nun ja, eigentlich reicht es schon, aber wir verstehen uns trotzdem, nicht wahr? Irgendwas ist faul mit all diesen Songwritern, die Namen tragen, als hätte sich jemand verschrieben. Sie kriechen gerade aus allen Löchern, sie machen im Prinzip immer das Gleiche, und doch klingt jeder wie kein Zweiter - auf seine Weise. Fionn Regan zum Beispiel, Standardausrüstung Akustikgitarre und Putzlumpenfrisur, funktioniert so: Erst ein Lied schreiben, ganz normal, und dann alles weglassen, was nicht zwingend gebraucht wird. Bläser? Baß? Band? Sollen sich doch Sufjan, Denison und Donavon damit rumplagen.

Bei Regan hingegen darf man schon von Bombast sprechen, wenn im dritten Stück mal jemand ein bißchen Schlagzeug spielt, obwohl das im Endeffekt natürlich gar nicht so schlimm ist. Die Stimme des jungen Iren ist die honiggoldene Mitte aus Damien Rice (Tourpartner) und Devendra Banhart (Innenarchitekt). Sein geschwindes, anspruchsvolles Folkpicking macht jeden Gitarrenlehrer glücklich. Und seine tapfer aus dem Leben gegriffenen Texte sind nicht bloß deshalb poetisch, weil irgendwann mal von Paul Auster und Saul Bellow die Rede ist. "Step out of your dress / And I'll wear you like a hood / For a hood is a home / For someone who lives alone." So einfach ist das manchmal eben.

"The end of history" ist voll von solchen Zeilen, pflegt auch Beziehungen zu Abstrakterem und schluckt seine Bedeutungsschwere doch immer wieder problemlos runter. Mit "Black water child" und dem Feuerholz-Folk von "Put a penny in the slot" wird das Album sogar behende. Auf einmal. Alles schiebt ein bißchen entschiedener an, nur Regan bleibt sich und seiner Wanderklampfe treu. Schnell spielen sich deshalb die Eigenarten mancher Songs nach vorne. Die wirren Geräusche auf dem Gipfel von "Snowy Atlas mountains", die schemenhaften Hintergrundchöre, das seltsam verwischte Klavier aus "Bunker or basement". Es sind diese Spitzen, die verhindern, daß sich Regans brüchige Stücke allzu schnell erschöpfen. Denn bei aller lyrischen Reife - die Musik macht weiterhin der Ton.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • The underwood typewriter
  • Snowy Atlas mountains
  • Bunker or basement

Tracklist

  1. Be good or be gone
  2. The underwood typewriter
  3. Hunters map
  4. Hey rabbit
  5. Black water child
  6. Put a penny in the slot
  7. The cowshed
  8. Snowy Atlas mountains
  9. Noah (Ghost in a sheet
  10. The end of history
  11. Abacus
  12. Bunker or basement

Gesamtspielzeit: 49:33 min.

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