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Mastodon - Blood mountain

Mastodon- Blood mountain

Relapse / Warner
VÖ: 08.09.2006

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Endgegner

Um diesen Berg ringen sich zig Legenden und Sagen, doch bis heute hat sich noch kein Lebewesen hinauf gewagt. Zu gefährlich scheinen die Gefahren und Hindernisse auf dem Weg. Ungeheuer, Naturgewalten und Wahnvorstellungen müssen überwunden und durchlitten werden. Doch das Ziel ist zu verlockend: die nächste Stufe der menschlichen Evolution. Der Übermensch?

Mastodon treten nun die Reise an und wollen den "Blood mountain" erklimmen. Alle sind angespannt, denn es wird ein Höllentrip, auf dem Blut fließen wird und jederzeit Überraschungen aus dem Hinterhalt einen das Leben kosten können. Noch nicht richtig gestartet, lauert am Fuße des Berges auch schon die erste Gefahr. "The wolf is loose". Ein gefährlicher Wolf, der zu allem bereit ist und ohne Kompromisse kurz und schmerzlos an die Grenze geht. Doch die Irrreise hat erst begonnen. Mit harten Richtungswechseln und vielen Wendungen müssen sich nun die Reisenden soloartig am "Crystal skull" vorbeikämpfen, bevor sie auf den schlafenden Riesen treffen. Ein riesiges schleppendes Monster, was einen sofort umschlingt und in die Tiefe reißt, wenn man nicht leise und in gemäßigten Tönen an ihm vorbei schleicht.

Und so langsam machen sich zudem auch die Strapazen der Odyssee bemerkbar: Der Hunger und der schon längst verloren gegangene richtige Pfad kosten Kraft und gehen an die Nerven. "Capillarian crest" wirkt jazzig-hektisch, suchend, gestört und irgendwie auch verzweifelt. Doch es gibt auch so etwas wie Wunder. Denn kurz bevor Mastodon in "Circle of cysquatch" von einäugigen Yetis ziemlich wüst zerfleischt werden, wendet sich das Blatt, und diese stellen sich als doch ganz liebenswert heraus. Also Grund genug, um in "Bladecatcher" eine ausgelassene Science-Fiction-Party zu feiern. Doch die Feier soll nicht lange andauern, denn die "Colony of birchmen" – eine Rasse kleiner Baummenschen – schließen sich zusammen zu einem Riesenbaum in Josh-Homme-Form und jagen die Reisenden trotz markant melodiöser Stimme in die Flucht.

Über Motörhead-Zomies und trügerisch schöne Melodielandschaften kommen Mastodon dem Gipfel immer näher. Das Ziel schon vor Augen und "Siberian divide" fast überwunden, passiert das kaum für möglich gehaltene. Der Absturz. Und das ziemlich abrupt und heftig. Alle drehen durch und zerfleischen sich selbst. Stille. Der Himmel öffnet sich, und Deep Purple klimpern auf ihrer Gitarre. Ist das das Ziel jetzt? Sollte das nicht so ausgehen, daß auf dem Gipfel Schädel und Köpfe rollen müssen und alles in einer riesigen "Mastodon vs. Monster"-Schlacht endet? Ist der "Blood mountain" der unbezwingbare Überberg? Ist die Evolution jetzt gescheitert? Keine Ahnung, aber nervenaufreibend war die Reise allemal. Aber sind Mastodon jetzt wirklich tot?

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Sleeping giant
  • Colony of birchmen

Tracklist

  1. The wolf is loose
  2. Crystal skull
  3. Sleeping giant
  4. Capillarian crest
  5. Circle of cysquatch
  6. Bladecatcher
  7. Colony of birchmen
  8. Hunters of the sky
  9. Hand of stone
  10. This mortal soil
  11. Siberian divide
  12. Pendulous skin

Gesamtspielzeit: 68:14 min.

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User Beitrag

MopedTobias (Marvin)

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion

Postings: 18640

Registriert seit 10.09.2013

2021-11-26 13:22:38 Uhr
Ganz starkes Album, streitet sich mit dem Vorgänger um den zweiten Platz der Diskographie bei mir (Platz eins ist natürlich "Crack the skye").

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 27990

Registriert seit 07.06.2013

2021-11-26 13:20:04 Uhr
Liegt vielleicht an den Vocals, denn instrumental machen sie echt Spaß

Nee, es ist eher die Musik. Die Riffs und Grooves. Irgendwie ist da das proggige der "Skye" eher meins.

fakeboy

Postings: 2291

Registriert seit 21.08.2019

2021-11-26 13:13:30 Uhr
Blood Mountain hat mit Crystal Skull einen der grössen Nackenbrecher der Band. Insgesamt finde ich sie etwas durchzogen, am Schluss franst sie aus...

Ich hab irgendwo schon mal die These geäussert, dass Mastodon immer ein bis zwei Albem "Anlauf" brauchen, um ein Meisterwerk zu liefern. Remission war die Rampe für Leviathan, Blood Mountain ebnete den Weg für Crack The Skye, The Hunter und Once More... spurten vor für Emperor. Ich hoffe somit, dass nach dem (für mich) misslungenen Hushed & Grim wieder ein Knaller folgt.

Neuer

Postings: 774

Registriert seit 10.05.2019

2021-11-26 13:02:20 Uhr
Geht mir sehr ähnlich. Liegt vielleicht an den Vocals, denn instrumental machen sie echt Spaß

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 27990

Registriert seit 07.06.2013

2021-11-26 12:08:02 Uhr
Echt komisch: irgendwie finde ich jedes Album dieser Band nur "gut", so auch das hier, bis eben auf "Crack the skye", was ich als Meisterwerk empfinde...
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